Orthopädie

Barmherzige Schwestern

Künstlicher Gelenksersatz

Die endoprothetische Versorgung der Hüft- und Kniegelenke ist ein Schwerpunkt an unserer Abteilung und wird seit den 60er Jahren betrieben. Die Umsetzung neuer chirurgischer Techniken und die Einführung moderner Implantate sind die zentralen Zielsetzungen dieses Bereiches.

Hüftendoprothetik

Wir verwenden zur Implantation von einem Gelenkersatz für die Hüfte überwiegend zementfreie Modelle der Produktfamilie „Alloclassic“. Ein Gelenk besteht aus einer Schraubpfanne mit Einsatz und einem rechteckigen Geradschaft mit Kugelkopf. Das Material der Pfanne und des Schaftes ist Titan, ein äußerst biokompatibler Werkstoff. Die Gleitpaarung setzt sich aus Keramik–Keramik oder Keramik-Polyäthylen zusammen. Die Vorteile dieses Systems liegen in einer hohen Primärstabilität, d. h. hohe Ausreißkraft und Kippstabilität der Pfanne und hohe Rotationsstabilität des Schaftes,  wodurch eine sofortige Vollbelastung der operierten Hüfte möglich ist. Dem Patienten kann eine weitgehende Beschwerdefreiheit, gute Funktion des Gelenkes sowie eine Standzeit von über 20 Jahren in Aussicht gestellt werden, was auch in der Literatur hinlänglich dokumentiert wird.

Zunehmend mehr kommt auch ein neuer Kurzschaft zum Einsatz, der alle Kriterien eines modernen Implantates (Titanschaft, HA-Beschichtung, …) erfüllt. Mit diesem Implantat können wir der minimal invasiven Chirurgie in vollem Umfang gerecht werden, die Muskulatur unbeschadet belassen und eine rasche Rehabilitation erwarten.
Aufgrund der hohen Fallzahl an künstlichen Hüftgelenken, die pro Jahr an unserer Abteilung implantiert werden (ca. 550) und der Spezialisierung auf diesem Gebiet, sind wir eine der ersten Adressen in besonders schwierigen Fällen wie Beinlängendifferenzen oder Dysplasiecoxarthrosen (schlechte Pfannenüberdachung). Knochendefekte werden mit Spenderknochen aus der Knochenbank, die wir in unserem Krankenhaus betreiben, aufgebaut.
Darüber hinaus beschäftigen wir uns intensiv mit der Revisionschirurgie von Endoprothesen und der Chirurgie von sekundären Knochentumoren (Absiedelungen von Tumoren an den Extremitäten).

Knieendoprothetik

Weltweit wächst die Knieendoprothetik schneller als die Hüftendoprothetik. Hinter den Entwicklungen von einem künstlichen Gelenkersatz für das Knie steckt eine hohe Dynamik mit dem Ziel, eine verbesserte Funktion zu gewährleisten.
Die Knieendoprothetik,  welche nun bereits ebenso häufig durchgeführt wird wie die Hüftendoprothetik, baut auf viele bewährte Erkenntnisse und einige Innovationen. Unverändert ist die vorwiegend zementierte Verankerungstechnik und das bewährte Material Chrom-Kobalt. Zwischen dem Gleitflächenersatz agiert eine aus hochvernetztem Polyäthylen bestehende Rotationsplatte.

Neues Knieimplantat

Das ATTUNE-Kniesystem ist das Ergebnis eines der größten Forschungs- und Entwicklungsprojekte in der Geschichte von DePuy Synthes. Studien zur Kinematik untersuchten das Funktionsverhalten von Designmodifikationen mit besonderem Fokus auf Stabilität und Beweglichkeit. Die daraus resultierenden Designvorschläge wurden an Kadaver- und Computermodellen getestet und validiert. Dieses Kniesystem kombiniert modernstes Design, neueste Erkenntnisse der Kinematik und innovative Technologien und Materialien, um den Patienten ein Höchstmaß an Stabilität und Funktion über den gesamten Bewegungsumfang zu bieten.

Anästhesie

Selbstverständlich kommen moderne Anästhesieverfahren wie die Plexusanästhesie, aber auch die bekannte Epidural- und Spinalanästhesie zur Anwendung, bei welchen der Patient keine eigentliche Narkose benötigt, sondern nur in leichten Schlummer versetzt wird und die Schmerzausschaltung über die eben genannten Katheter erfolgt. Auch in den ersten Tagen nach der Operation können über diese Schmerzkatheter die Schmerzen meist vollkommen ausgeschaltet oder zumindest weitgehend verhindert werden. Zellsaver und Eigenblutspenden zur Reduktion des Blutkonservenbedarfes sind ebenfalls Standard des prä- und intraoperativen Anästhesiemanagements und führten dazu, dass selbst bei großen Gelenkseingriffen  fast  keine Fremdblutkonserven mehr benötigt werden.

 

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