Brust-Gesundheitszentrum

Barmherzige Schwestern

Sentinel-Lymphknoten (Wächter-Lymphknoten)

Unter dem so genannten Wächter-Lymphknoten (Sentinel-Lymphknoten) versteht man denjenigen Lymphknoten in der Achselhöhle (Axilla), der als erstes von Krebszellen aus der Brust befallen wird. Ist der Wächter-Lymphknoten tumorfrei, weisen auch sämtliche nachgeordnete Lymphknoten keine Tumorzellen auf.

Um den Wächter-Lymphknoten während einer Operation exakt identifizieren zu können, wird vor dem Eingriff eine radioaktiv markierte Substanz an vier Stellen am äußeren Rand der Brustwarze (subareolär) eingespritzt. Diese applizierte radioaktive Substanz wird über die Lymphbahnen abtransportiert und reichert sich im Wächter-Lymphknoten an. Vor dieser Applikation wird eine lokal betäubende Salbe auf die Haut aufgetragen, damit die Einspritzung möglichst schonend durchgeführt werden kann.

Nach einer kurzen Wartezeit (ca. 15 Minuten) kann mit einer speziellen nuklearmedizinischen Kamera (Gamma Kamera) der speichernde Lymphknoten bildlich dargestellt werden. Dieses Ergebnis wird dem Chirurgen mitgeteilt.

Im Rahmen der Operation sucht der Chirurg mit Hilfe einer speziellen Sonde den speichernden Wächter-Lymphknoten auf, der sodann gezielt entfernt werden kann. Der ebenfalls anwesende Pathologe beurteilt, meist schon während der Operation, ob ein Tumorbefall des Wächter-Lymphknotens vorliegt. Ist der Wächter-Lymphknoten in der Axilla frei von Tumorzellen, können die übrigen Lymphknoten belassen und das Gewebe geschont werden. Werden jedoch Tumorzellen detektiert, müssen die weiteren Lymphknoten aus der Achselhöhle entfernt werden.