Chirurgie

Barmherzige Schwestern

Lungenkrebs

Das Lungenkarzinom (Bronchialkarzinom) ist die häufigste bösartige Erkrankung des Menschen. Es ist die häufigste Krebserkrankung des Mannes und die dritthäufigste der Frau. Allein in Österreich sterben jedes Jahr fast 4000 Menschen an Lungenkrebs.
Das Bronchialkarzinom entsteht aufgrund von entarteter Zellen der Bronchien. Die drei häufigsten bösartigen  Lungentumore sind das  Adenokarzinom,  Plattenepithelkarzinom und das Pleuramesotheliom.
Neben den Lungentumoren, die in der Lunge entstehen, können auch noch Tochtergeschwülste, die sogenannten Metastasen anderer Tumorarten in der Lunge auftreten. Die Hauptursache für das Auftreten von Bronchialkarzinomen ist das Rauchen. So sind 85% aller Lungenkrebserkrankungen auf Zigarettenkonsum zurückzuführen. Daneben gibt es einige Stoffe, die eine Tumorbildung auslösen können, denen man z.B. beruflich bedingt ausgesetzt sein kann, wie Asbest, Radon, Benzole, Nickelmetalle.

Symptome

Die Symptome eines Lungenkrebses sind in der Regel Reizhusten und Auswurf, der gegebenenfalls auch blutig sein kann, Schmerzen in der Brust, Heiserkeit, Atemnot, sowie die so genannte B-Symptomatik, also Fieber, Nachtschweiß und ungewollter Gewichtverlust.

Diagnose

Bei Verdacht auf ein Bronchialkarzinom werden Untersuchungen durchgeführt, die folgende Fragen beantworten sollen: Um welche Art von Tumor handelt es sich (Tumorhistologie)? Wie weit ist der Tumor fortgeschritten (Ausbreitungsdiagnostik, Tumorstaging)? Bestimmung der funktionellen Operabilität (Funktionsdiagnostik). Die führende Untersuchung hierbei ist eine hochauflösende Computertomographie (CT) des Brustkorbes. Neueste technische Verfahren, die Radionuklide mit den Untersuchungen der Computertomographie (PET-CT) kombinieren, geben weiteren Aufschluss über die Ausbreitung des Tumors im Körper.
Um eine genauere Therapieplanung zu ermöglichen, kann vor einer geplanten Operation eine Gewebsprobeentnahme des Tumors entweder mittels Computertomographie von außen oder mittels Biopsie durch eine  Lungenspiegelung (Bronchoskopie) durchgeführt werden.

Therapie

Die Therapie des Lungenkarzinoms setzt sich zusammen aus der Operation durch den Chirurgen, der Chemotherapie sowie der Strahlentherapie.
In einem interdisziplinären Tumorboards, eine Konferenz der oben genannten Fachrichtungen, wird anhand der Tumorart, der erhobenen Befunde, sowie der patientenindividuellen Begleiterkrankungen, über die optimale Therapie jedes einzelnen Patienten entschieden.
Dabei ist die wichtigste Therapiesäule einen Patienten mit einem Lungenkarzinom oder Lungenmetastasen erfolgreich zu heilen, die Operation. Bei stark ausgedehnten Tumoren führen wir bei den Barmherzigen Schwestern in Linz, vor der Operation eine Chemotherapie oder auch eine Radiochemotherapie (Bestrahlung kombiniert mit Chemotherapie) durch, um die Tumormasse zu verkleinern und die Heilungschancen für den Patienten durch die anschließende Operation zu erhöhen.

In der operativen Therapie von Lungenmetastasen können wir für unsere Patienten auch eine operative Sanierung mittels Laserresektion anbieten. Diese hat den Vorteil möglichst viel gesundes Lungengewebe zu erhalten.
 Ist eine Operation nicht mehr möglich, so wird mittels Chemotherapie und Bestrahlung versucht, das Wachstum des Tumors zu verlangsamen (sog. palliative Therapie). Eine Heilung ist hier meistens ausgeschlossen.

Vorsorge und Früherkennung

Bei Auftreten von Symptomen sollte der Patient sofort einen erfahrenen Spezialisten aufsuchen, um sich beraten zu lassen und eine exakte Abklärung in die Wege zu leiten. Allein mit dem Rauchen aufzuhören reicht nicht aus – auch eine gesunde Ernährung und viel Bewegung können das Risiko an Lungenkrebs zu erkranken, verringern.