Chirurgie

Barmherzige Schwestern

Die Schilddrüsenerkrankungen

Fast die Hälfte aller Österreicher (Frauen häufiger als Männer) leiden an einer Erkrankung der Schilddrüse. In über 90% der Fälle handelt es sich um gutartige Erkrankungen. Unterschieden werden folgende Erkrankungen, die auch in den unterschiedlichsten Kombinationen auftreten können:

  • Struma diffusa (Diffuser Kropf): eine nicht knotige Vergrößerung der Schilddrüse
  • Struma nodosa (Knotiger Kropf): eine knotige Veränderung der Schilddrüse
  • Autoimmunthyreoiditis (Morbus Basedow): eine Erkrankung bei der die Immunzellen des Körpers gegen Schilddrüsengewebe reagieren (oft vergesellschaftet mit Entzündungen des Fettgewebes hinter den Augen)
  • Hashimotothyreoiditis: eine chronische Entzündung der Schilddrüse, die in einem Funktionsverlust des Organes endet.

Bei den knotigen Veränderungen der Schilddrüse wird grundsätzlich zwischen sogenannten „heißen“ Knoten (mit Überfunktion im Knoten) und „kalten“ Knoten (mit Unterfunktion  im Knoten) unterschieden.

Symptome

Die Symptome der Schilddrüsenerkrankungen sind von der Art der Erkrankung abhängig. Bei der Überfunktion der Schilddrüse kommt es zu vermehrter Unruhe und Nervosität, einem schnellen Herzschlag bis zu Herzrhythmusstörungen sowie zu einem erhöhten Stoffwechsel mit starkem Schwitzen und schneller Erschöpfung. In einigen Fällen kommt es auch zu ungewolltem Gewichtsverlust. Patienten mit einer Unterfunktion der Schilddrüse haben insgesamt eher eine reduzierte Organfunktion, leiden unter Antriebslosigkeit, Müdigkeit und Gewichtszunahme. Kältegefühl und trockener Haut sind häufig.

Diagnostik

Durch die Ultraschalluntersuchung des Halses, verschiedene Bluttests, die Durchführung einer Szintigraphie (Funktionsbeurteilung der Schilddrüse), die Gewinnung einer Gewebsprobe durch die so genannte Feinnadelpunktion kann eine Schilddrüsenerkrankung frühzeitig erkannt werden und von einem möglichen Tumor unterschieden werden.

Therapie

Bei den meisten Erkrankungen der Schilddrüse reicht eine regelmäßige ärztliche Untersuchung und medikamentöse Behandlung um ein Fortschreiten bzw. ein Entgleisen der Schilddrüsenfunktion zu verhindern.

In manchen Fällen kann jedoch nur die operative Entfernung der Schilddrüse, oder Teilen der Schilddrüsen, Abhilfe schaffen.
Gründe für eine Schilddrüsenoperation sind:
•medikamentös nicht heilbare Schilddrüsenentzündungen
•„kalte“ Knoten über 1 cm Größe oder mit raschem Wachstum
•zahlreiche Knoten
•„heiße“ Knoten mit Schilddrüsenüberfunktion (diese müssen nur unter bestimmten Bedingungen operiert werden, wenn andere Therapien nicht möglich sind)

Eine Schilddrüsenoperation ist eine sehr häufig durchgeführte, standardisierte Operation mit nur geringem Risiko für Komplikationen.
Komplikationen können sein:
•Heiserkeit (~1 %)
•Kalziummangel (~4% bis 40% je nach Grunderkrankung)
•Wundinfektionen (~1%)
•Nachblutungen (~1 %)

Je nach Erkrankung müssen nur Teile der Schilddrüse bzw. mitunter auch die gesamte Schilddrüse entfernt werden.
Nach der Schilddrüsenoperation müssen, je nach Grund für die Operation und Resektionsausmaß, regelmäßige Nachsorgeuntersuchungen (meist einmal jährlich) durchgeführt werden, und die fehlenden Schilddrüsenhormone in Form einer Tablette, welche täglich eingenommen wird, ersetzt werden.