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Ordensklinikum Linz

Herz-Rhythmus-Störungen

Unter Herzrhythmusstörungen werden verschiedene Krankheitsbilder verstanden, bei denen es zu einer krankhaften Verlangsamung, Beschleunigung oder Unregelmäßigkeit des Herzschlages kommt.

Bei einer krankhaften Verlangsamung des Herzschlages kommen Herz-Schrittmacher zum Einsatz, während schnelle oder unregelmäßigen Herzrhythmusstörungen mtihilfe verschiedenster Ablationskatheter direkt im Herzen behandelt bzw. beseitigt werden.

 

Vorhofrhythmusstörungen

Sogenannte „Supraventrikuläre Tachykardien“ oder Vorhofsrhythmusstörungen sind Herzrhythmusstörungen aus dem Bereich der Herzvorhöfe, welche sich in der Regel als regelmäßiges, anfallartiges Herzrasen äußern.

Die häufigsten Formen sind:

 

Vorhofflimmern

Vorhofflimmern ist eine unregelmäßige, chaotische Herz-Rhythmusstörung, die meist das Herz zu schnell werden läßt. Sie ist die häufigste Herz-Rhythmusstörung, die mit steigendem Lebensalter zunimmt. Sie tritt bei bis zu 10 Prozent der über 80-jährigen auf.

Die Ursachen liegen neben dem natürlichen Alterungsprozess des Herzmuskels vor allem in Bluthochdruck, Herzklappenerkrankungen, anderen Herzerkrankungen (inkl. koronarer Herzerkrankung und Herzmuskelentzündungen), Stresssituationen (z. B. Operationen oder schweren Erkrankungen), Schilddrüsenüberfunktionen, familiärer (genetischer) Belastung, Übergewicht, Lungenerkrankungen oder Alkohol. Neben diesen Ursachen findet sich bei einem kleinen Teil der Patienten keine zugrundeliegende Ursache, was als idiopathisches Vorhofflimmern oder „lone atrial fibrillation“ bezeichnet wird.

 

Kammerrhythmusstörungen

Schnelle Herzrhythmusstörungen aus den Ventrikeln, also dem Bereich der rechten oder linken Herzkammer, nennt man "Ventrikuläre Tachykardien" (VT) bzw. Kammertachykardien, Kammerarrhythmien oder Kammerrhythmusstörungen. Sie haben das Potential lebensbedrohlich zu sein (Gefahr des plötzlichen Herztodes).

Die meisten diese Rhythmusstörungen treten allerdings bereits bei bestehenden Herzerkrankungen auf (z. B. Kranzgefäßerkrankungen bzw. Koronarer Herzerkrankung, Zustand nach Herzinfarkt, Herzmuskelschwäche, Herzmuskelentzündungen, etc.). Oft haben diese Patienten diesbezüglich bereits einen implantierten Kardioverter-Defibrillator (ICD) zum Schutz vor dem plötzlichen Herztod. Um bei wiederholten Kammerrhythmusstörungen schmerzhafte Schockabgaben durch den ICD zu vermeiden, wird die Ablationstherapie eingesetzt. Die Erfolgsaussichten bei vorbestehender Herzerkrankung werden aktuell mit 50-75 % angegeben.

Gelegentlich treten auch ventrikuläre Tachykardien bei Patienten ohne zugrundeliegende Herzerkrankung auf (idiopathische Kammertachykardie). Die Heilungschance bei dieser Form liegt bei beachtlichen 90%.

Herzrhythmus-Störungen

 

 

Diagnose und Therapien

Elektrophysiologische Untersuchung (EPU)

Die Elektrophysiologische Untersuchung (EPU) ist eine der häufigsten Formen der Herzkatheteruntersuchung, die bei Herzrhythmusstörungen Verwendung findet. Ziel dieser Untersuchung ist es, die Art und den Mechanismus von Herzrhythmusstörungen festzustellen und nach Möglichkeit im gleichen Untersuchungsgang auch eine Ablationstherapie (Verödung mittels Strom bzw. Hitze oder Kälte) durchzuführen. Die Untersuchung dauert durchschnittlich 1-2 Stunden, kann in komplexen Fällen aber auch deutlich länger benötigen.

Für die EPU ist normalerweise eine örtliche Betäubung in der Leistenregion ausreichend, auf Patientenwunsch oder für längere Prozeduren wird eine Analgosedierung (schlafähnlicher Zustand) verwendet. Über Punktionen werden meist drei bis vier dünne Elektrodenkatheter über die Leistenvenen oder -arterien unter Röntgendurchleuchtung in das Herz vorgeführt. Dieser Vorgang ist für den Patienten schmerzfrei.

Über die vorgebrachten Katheter kann nun das Herz elektrisch untersucht werden. Es werden dabei elektrische Stimulationen des Herzens durchgeführt und dabei versucht, die Herzrhythmusstörung des Patienten auszulösen. Im selben Untersuchungsgang wird dann in der Regel bei schnellen oder unregelmäßigen Herzrhythmusstörungen auch gleich die Therapie mittels Katheterablation durchgeführt.

 

3D-Mapping

Neben dieser klassischen Untersuchungsmethode gibt es seit einigen Jahren zusätzlich auch die Möglichkeit mittels computergestützter Systeme ein dreidimensionales Modell der Herzhöhle und des elektrischen Erregungsablaufes zu erzeugen, um noch gezielter eine Ablation durchführen zu können. Der Vorteil dieser Methode ist die geringere Notwendigkeit von Röntgenstrahlen sowie das Verstehen komplexer Rhythmusstörungen. Das ist zum Beispiel für die Therapie des Vorhofflimmerns und Kammerrhythmusstörungen notwendig.

 

Nähere Informationen:

Erkrankungsbilder

Kardiologie