Radioonkologie

Barmherzige Schwestern

Ansprechperson

Mag. Füreder-Kitzmüller
Mag.a Dr.in Barbara Füreder-Kitzmüller

Klinische Studien

Prospektive, randomisierte Phase II-Studie zur Therapie mit FOLFIRINOX alleine versus FOLFIRINOX in Kombination mit Strahlenchemotherapie in PatientInnen mit lokal fortgeschrittenem, nicht resektablem Bauchspeicheldrüsenkrebs

  • Kurztitel: ABCSG P02
  • Erkrankung: Pankreaskarzinom (Bauchspeicheldrüsenkrebs)
  • Studienstart: 05/2017
  • Dauer der Teilnahme: 36 Monate (+ 36 Monate Follow-Up)
  • Status: PatientInnen im Alter von 18 bis 75 Jahren können eingeschlossen werden.


Zusammenfassung:
In dieser prospektiven (= vorausschauenden) Studie wird die Wirkung neoadjuvanter Therapie (= Reduktion der Tumormasse vor einem geplanten operativen Eingriff) auf lokal fortgeschrittene Pankreaskarzinome untersucht.
Einbezogene PatientInnen werden nach dem Zufallsprinzip in zwei Gruppen eingeteilt und pseudonymisiert. Die eine Gruppe erhält über 6 Monate ausschließlich Chemotherapie nach dem sog. „FOLFIRINOX-Schema“ (= eine Kombination aus mehreren Wirkstoffen), die andere Gruppe hingegen
erhält eine entsprechende Chemotherapie über 3 Monate und anschließend eine Kombination aus Strahlen- und Chemotherapie über 6 Wochen hinweg.
Die Studie geht dabei der Frage nach, ob durch die Behandlungen eine Tumorverkleinerung erzielt werden kann, sodass eine anschließende radikale Entfernung mittels Operation möglich ist. Außerdem soll ermittelt werden, ob während der Behandlungen Nebenwirkungen der Medikamente und/oder Komplikationen auftreten, ob es Auswirkungen auf das tumorfreie Überleben und/oder das Gesamtüberleben gibt und ob eine Therapieform in Zukunft bevorzugt zur Anwendung kommen sollte.


Retrospektive Auswertungen bei Patienten mit Radio-Chemotherapie eines Analkarzinoms

  • Kurztitel: EKS 20_19
  • Erkrankung: Analkarzinom (Krebserkrankung des Afters)
  • Studienstart: 09/2019
  • Dauer der Teilnahme: Bis zum Ende der Nachsorge im Rahmen der klinischen Routine.
  • Status: PatientInnen können eingeschlossen werden. Keine zeitliche Beschränkung vorgesehen.


Zusammenfassung:
Im Rahmen von pseudonymisierten retrospektiven (= im Nachhinein durchgeführten) Auswertungen bereits vorhandener Krankengeschichten von PatientInnen mit Analkarzinom, die in unserer Abteilung mittels Strahlen- oder Strahlenchemotherapie behandelt wurden/werden, sollen Daten zu mehreren
Fragestellungen gewonnen werden:
- Gibt es einen Zusatzwert der Untersuchung mittels PET-CT (= Kombination aus Computertomographie und Positronen-Emissions-Tomographie (PET); letztere ist eine nuklearmedizinische Untersuchung, bei der eine radioaktiv markierte Substanz verabreicht wird, deren Verteilung im Körper anschließend gemessen wird) gegenüber der Untersuchung mittels Magnetresonanztomographie?
- Korreliert das sog. „funktionelle Outcome“ (= Stuhlkontinenz) mit der Bestrahlungsdosis?
- Wie beeinflussen Tumorgröße, Bestrahlungsdosis, Größe des Bestrahlungsgebiets und begleitende Chemotherapie das Auftreten von Nebenwirkungen, von lokalen Rezidiven (= erneute Tumorbildung an der gleichen Stelle) bzw. von Metastasen sowie die
Überlebensrate?


Eine Phase III-Studie von MARIZOMIB in Kombination mit TEMOZOLAMID-basierter Standard-Radiochemotherapie im Vergleich zur TEMOZOLAMID-basierten Standard-Radiochemotherapie allein bei Patienten mit neu diagnostiziertem Glioblastom

  • Kurztitel: EORTC 1709 BTG
  • Erkrankung: Glioblastom (bösartiger Hirntumor)
  • Studienstart: 07/2018
  • Dauer der Teilnahme: 30 Monate (+ 19 Monate Follow-Up)
  • Status: PatientInnen von ≥ 18 Jahren können eingeschlossen werden.


Zusammenfassung:
Das primäre Ziel dieser multizentrischen Studie ist es, festzustellen, ob ein Prüfpräparat namens Marizomib die Behandlung von neu diagnostizierten Glioblastom-PatientInnen verbessert, indem es das Wachstum des Tumors verzögert und sich dadurch ein längeres Überleben und/oder die Verbesserung der Lebensqualität ergibt.
Die teilnehmenden PatientInnen werden nach dem Zufallsprinzip in zwei Gruppen eingeteilt und pseudonymisiert. Die eine Gruppe erhält die für Glioblastome übliche Standardbehandlung (eine Kombination aus dem Präparat Temozolomid und einer Strahlentherapie), die andere Gruppe erhält Marizomib zusätzlich zur Standardbehandlung. Sekundäre Ziele sind die Untersuchung der Sicherheit und Verträglichkeit von Marizomib in Kombination mit der Standardbehandlung und die Untersuchung der objektiven und subjektiv wahrgenommenen neurokognitiven Funktion und der Lebensqualität von PatientInnen, die diese Behandlung erhalten.


Internationale Phase 3 Studie bei Philadelphia-Chromosom-positiver akuter lymphoblastischer Leukämie zur Testung von Imatinib in Kombination mit zwei unterschiedlichen Chemotherapie-Regimen

  • Kurztitel: EsPhALL 2017
  • Erkrankung: Lymphoblastische Leukämie
  • Studienstart: 01/2019
  • Dauer der Teilnahme: Bis zu einem Rückfall, dem Auftreten einer Zweiterkrankung oder dem Tod bzw bis zum Ende des routinemäßigen Follow-Ups für PatientInnen ohne Ereignisse.
  • Status: PatientInnen im Alter von einem bis 21 Jahren können eingeschlossen werden.


Zusammenfassung:
Ca. 3-5% der Fälle mit akuter lymphoblastischer Leukämie (ALL) im Kindes- und Jugendalter sind durch Vorhandensein des sog. „Philadelphia-Chromosoms“ charakterisiert. Dieses entsteht, wenn im Verlauf der Teilung von Knochenmarkstammzellen die Chromosom Nr. 9 und Nr. 22 jeweils in zwei Stücke „brechen“ und vertauscht wieder „zusammengebaut“ werden. Durch die Umordnung entsteht ein Gen, das für die Entstehung des Enzyms „BCR-ABL-Tyrosinkinase“ verantwortlich ist. Das Enzym bewirkt, das die betroffenen PatientInnen nur sehr schlecht durch Chemotherapie und/oder
Knochenmarkstransplantation geheilt werden können. Durch die Hinzunahme von Imatinib - einen Stoff, der die Wirkung des Enzyms verringert - zur
Chemotherapie konnte in der Vergangenheit die Heilungsrate massiv gesteigert werden. Die normalerweise verwendeten Chemotherapien selbst sind jedoch mit dem Auftreten von schweren akuten Nebenwirkungen wie lebensbedrohenden Infektionen und schweren Langzeitfolgen
verbunden.
Hauptziel dieser multizentrischen, internationalen Studie ist es, zu prüfen, ob für – pseudonymisierte – PatientInnen (Kinder und Jugendliche zwischen einem und 21 Jahren), die auf eine initiale Standardtherapie gut angesprochen haben (ca. 80%), eine deutlich weniger intensive Chemotherapie in Kombination mit Imatinib genauso gut Erkrankungsrückfälle verhindert wie die bisher verwendetne hochintensiven, hochtoxischen Chemotherapien bzw ob die Nebenwirkungen durch die Kombination verringert werden können. Für die wenigen PatientInnen mit schlechtem initialen Therapieansprechen, die eine Knochenmarkstransplantation brauchen, soll außerdem geprüft werden, ob die Gabe von Imatinib nach der Transplantation Rückfälle verhindern kann.


IOERT als anzizipiertes Boostverfahren beim Mammakarzinom des Stadiums I und II mit nachfolgender hypofraktionierter Ganzbrustbestrahlung: Eine neue Option für die brusterhaltende Therapie

  • Kurztitel: HIOB
  • Erkrankung: Mammakarzinom (Brustkrebs)
  • Studienstart: 01/2011
  • Dauer der Teilnahme: Während der Routinebehandlung; nach Bestrahlungsende 3 Untersuchungen in halbjährlichem Abstand, danach jährliche Routinekontrollen.
  • Status: Patientinnen (≥ 35 Jahre) können eingeschlossen werden.


Zusammenfassung:
In zahlreichen Studien wurde gezeigt, dass nach einer brusterhaltenden Operation des Mammakarzinoms (d.h. nach einer Entfernung des Tumors anstatt der gesamten Brust) eine ergänzende Bestrahlung unabdingbar ist, da auch nach Entfernung des sichtbaren Tumors mikroskopisch kleine Tumorzellen im sog. „Tumorbett“ verbleiben können. Das Tumorbett ist jene Region im Umkreis von < 4cm rund um den sichtbaren Rand des Tumors, in der die Wahrscheinlichkeit für einen Verbleib von Tumorzellen im Gewebe und damit für ein Wiederauftreten eines Tumors am größten ist. Durch die Bestrahlung wird das Risiko für solch einen Rückfall drastisch reduziert.
Weitere klinische Studien haben gezeigt, dass hyperfraktionierte Bestrahlungsschemata (= Bestrahlung mit höheren Einzeldosen bei insgesamt auf 3 Wochen verkürzter Bestrahlungszeit anstatt der standardmäßig durchgeführten Sitzungen mit 5 Bestrahlungen pro Woche über 6-7 Wochen mit geringeren Einzeldosen) der gesamten Brust mindestens gleich gute Behandlungsergebnisse wie konventionelle ermöglichen. Und das sowohl hinsichtlich der wahrscheinlichen Tumorkontrollrate als auch dem kosmetischen Erscheinungsbild nach abgeschlossener Therapie. Die positiven Effekte wurden verstärkt, wenn hochdosierte und auf das Tumorbett beschränkte hyperfraktionierte Bestrahlungen (sog. „Boosts“) zusätzlich nach einer konventionellen Standardbestrahlung der gesamten Brust durchgeführt wurden. Bei der sog. „intraoperativen Bestrahlung“ (IORT) wird das Tumorbett bereits während der
brusterhaltenden OP – und damit vor der Ganzbrustbestrahlung – mit einem Boost bestrahlt. Das ermöglicht einerseits, die Zielregion mit maximaler Exaktheit zu bestrahlen, andererseits werden die Haut geschont und kosmetische Effekte verringert. Die multizentrische HIOB-Studie untersucht, ob die Kombination aus IORT des Tumorbetts und alleiniger hyperfraktionierter postoperativer Bestrahlung der gesamten Brust der derzeitigen Standardkombination (normal fraktionierte postoperative Ganzbrustbestrahlung plus nachfolgender Tumorbett-Boost) hinsichtlich Tumorkontrolle, Auftreten von Nebenwirkungen, Überlebensrate und kosmetischer Auswirkungen überlegen ist oder nicht.


Multizentrische, offene einarmige Dosisfindungsstudie der Phase I/II zur Ermittlung der Sicherheit, Verträglichkeit, des Dosierungsschemas und erster Wirksamkeitsdaten von carrier-added 4-L-[131I]iod-phenylalanin (131I-IPA), angewendet als einzelne oder wiederholte Injektionen an Patienten mit wiederkehrendem Glioblastoma Multiforme (GBM), bei gleichzeitiger 2nd-Line externer Radiotherapie (XRT)

  • Kurztitel: 131I-IPA-TLX-101-011 (IPAX-1)
  • Erkrankung: Trotz Standardtherapie erneut aufgetretenes Glioblastom (bösartiger Hirntumor)
  • Studienstart: 03/2019
  • Dauer der Teilnahme: Mindestens 135 Tage (+ 6 Jahre Follow-Up)
  • Status: PatientInnen ≥ 18 Jahre können eingeschlossen werden.


Zusammenfassung:
4-L-[123I]iod-phenylalanin (123I-IPA), eine jodierte Variante der Aminosäure Phenylalanin, wurde als Kontrastmittel für den Nachweis von Glioblastomen entwickelt. In Tests zeigte sich eine gut nachzuweisende Anreicherung im Gliomgewebe. Gleichzeitig konnte beobachtet werden, dass 123IIPA den zytostatischen (d.h. das Tumorwachstum verringernden) Effekt von eigentlich nicht zytostatisch wirksamen Bestrahlungsdosen (5 Gy) verstärkte. Außerdem trat ein von der Kontrastmitteldosis abhängiger Effekt auf, wenn mit 10 Gy bestrahlt wurde. Wurde 131Iod anstatt 123Iod für die radioaktive Markierung des IPA verwendet, konnte das Präparat ebenfalls nicht nur als Kontrastmittel verwendet werden. Als Therapie verabreicht hatte es in früheren Studien eine unmittelbare tumorwachstumshemmende Wirkung: Es verursachte DNA-Schäden (sog. „Doppelstrangbrüche“) und reduzierte so die Teilungsrate der Krebszellen (Anm.: auch die Wirkung einer alleinigen Strahlentherapie beruht auf diesem Prinzip). Wurden die Gabe von 131I-IPA und eine Strahlentherapie kombiniert, verstärkten sich die Effekte gegenseitig: Die Anzahl der Doppelstrangbrüche stieg, während sich die Auswirkungen auf den allgemeinen Gesundheitszustand nicht veränderten. Die IPAX-1-Studie dient nun dazu, das optimale Verabreichungsschema für die intravenöse Gabe des
Studienmedikaments 131I-IPA zu finden. Dazu werden die PatientInnen pseudonymisiert und mittels Zufallsverfahren in Gruppen eingeteilt, die zusätzlich zur Bestrahlungstherapie unterschiedliche Dosierungen von 131I-IPA erhalten. Die Gruppen werden u.a. hinsichtlich der maximal tolerierten Dosis, des Effekts auf den Tumor, der Anreicherung des Präparats in anderen Organen und einer möglichen Beeinflussung der kognitiven Fähigkeiten verglichen.


Intraoperative Elektronenbestrahlung ohne Ganz-Brust-Bestrahlung für Mammakarzinom-Patientinnen mit „niedrigem Risiko“

  • Kurztitel: IOERT 21 Gy
  • Erkrankung: Mammakarzinom (Brustkrebs)
  • Studienstart: Q2/2014
  • Dauer der Teilnahme: 3 - 6,5 Wochen (+ 10 Jahre Follow-Up)
  • Status: Patientinnen im Alter von ≥ 60 Jahren können eingeschlossen werden.


Zusammenfassung:
Die brusterhaltende Standardtherapie des Mammakarzinoms umfasst die operative Entfernung des Tumors und anschließend eine perkutane Bestrahlung (d.h. eine Bestrahlung „von außen“) der gesamten Brust während mehrerer Wochen. Patientinnen unter 60 Jahren oder mit Risikofaktoren bekommen zusätzlich 8 hochdosierte Bestrahlungen des Tumorbetts („Boost“; Anm.: das Tumorbett ist jene Region im Umkreis von < 4cm rund um den sichtbaren Rand des Tumors, in der die Wahrscheinlichkeit für einen Verbleib von Tumorzellen im Gewebe und damit für ein Wiederauftreten eines Tumors am größten ist). Bei der intraoperativen Strahlentherapie (IOERT) wird die Strahlung während der Operation direkt nach Entfernung des Tumors appliziert. So kann das Zielvolumen besser abgegrenzt werden als bei der perkutanen Bestrahlung. Die Haut ist gut geschützt, umliegendes Gewebe kann geschont werden. Im Tumorbett zurückgebliebene Tumorzellen konnten sich noch nicht teilen, weshalb angenommen wird, dass die Effektivität der Behandlung höher ist als bei konventioneller Therapie. Außerdem ist das Gewebe zum Zeitpunkt der Bestrahlung noch nicht vernarbt, was den Heilungsprozess begünstigt. Und nicht zuletzt ergibt sich für die betroffene Patientin eine insgesamt kürzere Behandlungsdauer. Die vorliegende Studie soll die Anwendung einer an unserem Zentrum durchgeführten IOERT als alleinige Strahlentherapie von Patientinnen mit niedrigem Risiko für Wiedererkrankung im Hinblick auf die Rate an postoperativen Komplikationen (Infektions- und Re-Operations-Rate) untersuchen. Es erfolgt ein pseudonymisierter Vergleich mit Daten von Patientinnen, die von 2009 bis 2013 (also vor Einführung der IOERT als Behandlungsmethode) in unserem Institut behandelt wurden und die gleichen Einschlusskriterien wie die aktuellen Studienteilnehmerinnen erfüllen. Die Daten der Kontrollgruppe werden dementsprechend retrospektiv ausgewertet.


Eine randomisierte, offene Phase-III-Studie zur Evaluierung von Pembrolizumab als neoadjuvanteTherapie und in Kombination mit einer Standardbehandlung als adjuvante Therapie beim resektablen, lokoregionär fortgeschrittenen Plattenepithelkarzinom der Kopf-Hals-Region (LA HNSCC) im Stadium III–IVA

  • Kurztitel: KEYNOTE-689
  • Erkrankung: Plattenepithelkarzinom der Mundhöhle, des Oro-/Hypopharynx und des Larynx (d.h. der
  • Mundhöhle, des Rachens und des Kehlkopfs)
  • Studienstart: 01/2019
  • Dauer der Teilnahme: 1 Jahr (+ 5 Jahre Follow-Up)
  • Status: PatientInnen im Alter von ≥ 18 Jahren können eingeschlossen werden.


Zusammenfassung:
Die Standardbehandlung beim Plattenepithelkarzinom im Kopf-Hals-Bereich ist die Operation, gegebenenfalls gefolgt von einer Bestrahlungstherapie oder einer Kombination aus Bestrahlungs- und Chemotherapie (= Radiochemotherapie). Pembrolizumab ist ein Antikörper, der die Unterdrückung des Immunsystems durch den Krebs unterbindet und so dessen körpereigene Bekämpfung verbessert. Die Studie untersucht, ob das Präparat Auswirkungen auf den Behandlungserfolg und die Lebensqualität hat. Pseudonymisierte TeilnehmerInnen werden per Zufallsprinzip auf 2 Gruppen verteilt (= randomisiert):
- Eine Gruppe erhält Pembrolizumab bereits vor der operativen Entfernung des sichtbaren Tumors, um die Größe des zu entfernenden Tumors zu reduzieren (= neoadjuvante Therapie). Nach der Operation wird Gewebe, das aus dem Tumorbett entnommen wurde, untersucht (Anm.: das Tumorbett ist jene Region im Umkreis von < 4cm rund um den sichtbaren Rand des Tumors, in der die Wahrscheinlichkeit für einen Verbleib von Tumorzellen im Gewebe und damit für ein Wiederauftreten eines Tumors am größten ist). Werden Krebszellen in diesem Gewebe gefunden, erhält die Patientin oder der Patient eine
Kombination aus Standard-Radiochemotherapie und Pembrolizumab. Werden keine Krebszellen nachgewiesen, erfolgt eine Kombination aus Radiotherapie und dem Prüfpräparat.
- Bei der zweiten Gruppe wird die Operation ohne vorausgehende Pembrolizumab- Verabreichung durchgeführt. Auch in diesem Fall wird Gewebe aus dem Tumorbett entnommen und untersucht. Je nach Ergebnis erhält die Patientin oder der Patient eine Standard-Radiochemotherapie oder eine alleinige Radiotherapie (beides ohne zusätzliches Pembrolizumab). Mittels Bluttests, bildgebenden Verfahren und Fragebögen wird ermittelt, ob es Unterschiede zwischen den beiden Gruppen hinsichtlich Behandlungserfolg, Nebenwirkungen und/oder Lebensqualität gibt.


Eine Placebo-kontrollierte Studie mit stereotaktischer Körperbestrahlung (SBRT) mit oder ohne Pembrolizumab (MK-3475) bei Teilnehmern mit medizinisch inoperablem nicht-kleinzelligem Lungenkrebs (NSCLC) der Stadien I oder IIA

  • Kurztitel: KEYNOTE-867
  • Erkrankung: Lungenkarzinom (Lungenkrebs)
  • Studienstart: 06/2019
  • Dauer der Teilnahme: 1 Jahr (+ 6 Jahre Follow-Up)
  • Status: PatientInnen im Alter von ≥ 18 Jahren können eingeschlossen werden.


Zusammenfassung:
Pembrolizumab ist ein Antikörper, der die Unterdrückung des Immunsystems durch den Krebs unterbindet und so dessen körpereigene Bekämpfung verbessert. Die TeilnehmerInnen dieser pseudonymisierten Studie werden nach dem Zufallsprinzip in zwei Gruppen unterteilt. Eine Gruppe erhält eine Behandlung mit Pembrolizumab und Stereotaktischer Strahlentherapie, die andere mit Placebo (das ist ein Scheinmedikament ohne aktiven Wirkstoff) und
Stereotaktischer Strahlentherapie. Als „Stereotaktische Radiotherapie“ bezeichnet man Behandlungsmethoden, bei denen durch bildgesteuerte (meist Röntgen/Durchleuchtung) und computerassistierte Zielführungssysteme eine genaue Kontrolle des bestrahlten Bereichs und damit eine sehr exakte Bestrahlung möglich ist. Im Rahmen der Studie soll nachgewiesen werden, inwieweit die Anwendung von Pembrolizumab als zusätzliche Therapie zur Standardtherapie (das ist in diesem Fall eben die Stereotaktische Bestrahlung) gegenüber der Standardtherapie ohne Pembrolizumab die Wirksamkeit der Behandlung bei PatientInnen mit einem inoperablen nicht-kleinzelligen Lungenkrebs (Stadium I oder IIA, d.h. lokalisierter Tumor ohne Involvierung der Lymphknoten) verbessert. Auch die langfristige Entwicklung des allgemeinen Gesundheitszustands nach der Therapie wird verglichen.


Chirurgische Lymphknotenentfernung mit der Option „ausgedehnte Operation“ oder „Radiotherapie“ bei Brustkrebspatienten mit bestehendem Lymphknotenbefall der Achselhöhle

  • Kurztitel: TAXIS
  • Erkrankung: Mammakarzinom (Brustkrebs)
  • Studienstart: 08/2018
  • Dauer der Teilnahme: 2 Monate (+ 20 Jahre Follow-Up)
  • Status: PatientInnen (Frauen und Männer) im Alter von ≥ 18 Jahren können eingeschlossen werden.


Zusammenfassung:
Fast ein Jahrhundert lang war bei Brustkrebs die radikale Entfernung sämtlicher Lymphknoten der Achselregion (die sog. „Axillardissektion“) ohne vorherige Abklärung, ob es überhaupt eine Ausbreitung der Tumorzellen in die Lymphknoten gegeben hat, die Therapie der Wahl. Bei dieser Methode können Metastasen in der Achselhöhle natürlich wirksam verhindert werden. Allerdings können zum Teil bleibende Nebenwirkungen wie Gefühlsstörungen, Bewegungseinschränkungen in der Schulter, chronische Schmerzen oder Schwellungen auftreten. Seit den 1990er Jahren kommt das sog. „Sentinelverfahren“ (= Entfernung des zuvor z.B. durch Injektion eines Kontrastmittels und Anwendung eines bildgebenden Verfahrens identifizierten Wächter- resp. Sentinellymphknotens, ev. ergänzt durch die Entfernung weniger an diesen anschließenden Lymphknoten) zum Einsatz. Die radikale Operation ist seither auf PatientInnen beschränkt, bei denen die Sentineltechnik aus medizinischen Gründen nicht eingesetzt werden kann. Eine neue Methode namens „tailored axillary surgery“ (TAS) kombiniert die Sentinel-Methode mit der gezielten Entfernung von Lymphknoten, die während der OP vom Chirurgen ertastbare Auffälligkeiten enthalten.
Frühere Studien haben gezeigt, dass eine anschließende regionäre Bestrahlung das krankheitsfreie Überleben zumindest leicht verbessert, da so auch nicht sicht- bzw. ertastbare Tumoranteile abgetötet werden können. Im Rahmen der internationalen Multicenter-Studie wird zunächst bei allen TeilnehmerInnen das TASVerfahren angewendet. Anschließend werden die PatientInnen pseudonymisiert und nach dem Zufallsprinzip in zwei Gruppen eingeteilt. Bei einer Gruppe werden die noch vorhandenen Lymphknoten der Achselhöhle entfernt. Danach wird eine Bestrahlung der Lymphknoten der Brust, die außerhalb der Achselhöhle liegen, durchgeführt. Bei der anderen Gruppe wird nur nach dem TAS-Verfahren operiert und die restlichen Lymphknoten an Ort und Stelle belassen. Dafür wird die Bestrahlung auf die gesamte Brust inklusive Achselhöhle ausgedehnt. Die Studie soll zeigen, ob die Kombination aus TAS-Verfahren und Bestrahlung der gesamten Brust inkl. Achselhöhle gleich wirksam ist wie die Axillardissektion mit anschließender auf den nicht-axillären
Bereich beschränkter Bestrahlung der Brust. Und zwar hinsichtlich des krankheitsfreien Überlebens und der Lebensqualität (gemessen mittels Fragebögen).


Deintensivierung der Radiotherapie bei ausgewählten Patienten mit Kopf-Hals-Karzinomen in der adjuvanten Situation

  • Kurztitel: DIREKHT
  • Erkrankung: Kopf-Hals-Karzinom (Krebserkrankung im Bereich von Kopf und/oder Hals)
  • Studienstart: Q3/2014
  • Status: PatientInneneinschluss beendet. Follow-Up läuft.


Zusammenfassung:
Aktuelle Konzepte für postoperative (= adjuvante) Bestrahlungstherapien bei PatientInnen mit Plattenepithelkarzinomen im Bereich des Rachens und des Kehlkopfes stammen aus den 1990er- Jahren und nehmen keine Rücksicht auf Tumorstatus, Anzahl der von Tumorzellen befallenen Lymphknoten, der Güte der Tumorentfernung und der Art der sog. „Neck Dissection“ (= ausgiebige operative Entfernung der Halslymphknoten und des umgebenden Gewebes im Bereich zwischen Unterkiefer und Schlüsselbein). Es stellt sich aktuell die Frage nach einer individualisierten Strahlentherapie unter Berücksichtigung der genannten Einflussfaktoren zur Minimierung von Spätfolgen bei möglichst gleichem Behandlungserfolg.In dieser Studie wird kontrolliert untersucht, ob bei entsprechendem sog. „Resektionsstatus“ (das ist der Zustand des Ersttumors (= Primärtumors) nach der OP) und bei Fehlen von Risikofaktoren eine
Reduktion der postoperativ in der ehemaligen Primärregion applizierten Strahlungsdosis von 64 Gy (sprich: Gray) auf 56 Gy zur lokalen Tumorkontrolle ausreichend ist. Außerdem wird ermittelt, ob bei PatientInnen mit max. 3 befallenen Lymphknoten auf der Seite eines
lokal begrenzten Ersttumors sowie einer Neck Dissection der anderen Seite (außer bei Primärtumoren, die mind. 5 mm von der gedachten senkrechten Mittellinie des Halses entfernt waren) durch eine alleinige Bestrahlung der Lymphabflussgebiete der ursprünglich befallenen Halsseite eine
adäquate Kontrolle der Erkrankung möglich ist. So ergeben sich 3 Therapiegruppen pseudonymisierter PatientInnen:
- Dosisreduktion in der Primärtumorregion auf 56 Gy, aber Radiotherapie beider Halsseiten,
- Standarddosis von 64 Gy in der Primärtumorregion und alleinige Bestrahlung der Lymphabflussgebiete der gleichen Halsseite,
- Dosisreduktion in der Primärtumorregion auf 56 Gy und alleinige Bestrahlung der Lymphabflussgebiete der gleichen Halsseite.
Ergebnisse früherer Studien lassen zudem vermuten, dass eine Minderung der Spätfolgen durch ein reduziertes Bestrahlungsfeld bzw. eine reduzierte Strahlendosis die Lebensqualität der PatientInnen deutlich verbessern könnten. Mittels Fragebögen soll auch diese Theorie untersucht werden.


Randomisierte Phase III Studie mit Avelumab in Kombination mit Radiochemotherapie im Vergleich zu alleiniger Radiochemotherapie bei Patienten mit lokal fortgeschrittenen Kopf-Hals Tumoren

  • Kurztitel: JAVELIN
  • Erkrankung: Kopf-Hals-Karzinom (Krebserkrankung im Bereich von Kopf und/oder Hals)
  • Studienstart: 11/2016
  • Status: PatientInneneinschluss beendet. Follow-Up läuft.


Zusammenfassung:
Hauptzweck dieser internationalen Multicenter-Studie ist der Vergleich zwischen den Wirkungen des Prüfpräparats Avelumab in Kombination mit einer Standard-Radiochemotherapie und einem Placebo (= Scheinmedikament ohne Wirkstoff) in Kombination mit einer Standard-Radiochemotherapie. Avelumab ist ein Antikörper, der an Krebszellen bindet und so verhindert, dass sie sich vor dem Immunsystem „verstecken“ können. Solche Antikörper nennt man Immun-Checkpoint-Inhibitor. Die Standard-Radiochemotherapie ist hier die Kombination des Wirkstoffs Cisplatin mit Bestrahlung.
TeilnehmerInnen werden pseudonymisiert mittels Zufallsverfahrens in zwei Gruppen eingeteilt. Beide Gruppen erhalten die Therapie prinzipiell nach dem gleichen Schema:
- Einer einmaligen Gabe von Avelumab oder Placebo folgt
- eine Kombination aus Radiochemotherapie und Avelumab oder Placebo,
- und als 3. Schritt wieder die Verabreichung von Avelumab oder Placebo (diesmal über ca. 1 Jahr alle 2 Wochen).
Neben der Bewertung der Wirksamkeit des Prüfpräparats sollen auch Erkenntnisse über Wirkungsweise, Nebenwirkungen und allgemeines Befinden gewonnen werden.


Randomisierte Phase III Studie mit Pembrolizumab in Kombination mit Radiochemotherapie im Vergleich zu alleiniger Radiochemotherapie bei Patienten mit lokal fortgeschrittenen Kopf-Hals Tumoren

  • Kurztitel: KEYNOTE-412
  • Erkrankung: Kopf-Hals-Karzinom (Krebserkrankung im Bereich von Kopf und/oder Hals)
  • Studienstart: 04/2017
  • Status: PatientInneneinschluss beendet. Follow-Up läuft.


Zusammenfassung:
Die Standardbehandlung beim Plattenepithelkarzinom im Kopf-Hals-Bereich ist die Operation, gegebenenfalls gefolgt von einer Bestrahlungstherapie oder einer Kombination aus Bestrahlungs- und Chemotherapie (= Radiochemotherapie). Pembrolizumab ist ein Antikörper, der die Unterdrückung des Immunsystems durch den Krebs unterbindet und so dessen körpereigene Bekämpfung verbessert. Die Studie untersucht, ob das Präparat Auswirkungen auf den Behandlungserfolg und die Lebensqualität hat. Die TeilnehmerInnen dieser pseudonymisierten Studie werden nach dem Zufallsprinzip in zwei
Gruppen unterteilt. Eine Gruppe erhält eine Behandlung mit Pembrolizumab und Standardtherapie (Bestrahlung und Cisplatin), die andere mit Placebo (das ist ein Scheinmedikament ohne aktiven Wirkstoff) und Standardtherapie. Im Rahmen der Studie soll nachgewiesen werden, inwieweit die Anwendung von Pembrolizumab als zusätzliche Therapie zur Standardtherapie gegenüber der Standardtherapie ohne Pembrolizumab die Wirksamkeit der Behandlung bei PatientInnen mit lokal fortgeschrittenen Kopf-Hals Tumoren verbessert. Auch die langfristige Entwicklung des allgemeinen Gesundheitszustands nach der Therapie wird verglichen.


Toxizität und Wirksamkeit der kombinierten Stereotaktischen Strahlentherapie und der Systemisch Gezielten Therapie oder Immuntherapie

  • Kurztitel: TOaSTT
  • Erkrankung: Jede Art von metastasierter Krebserkrankung.
  • Studienstart: 12/2016
  • Status: PatientInneneinschluss beendet. Follow-Up läuft.


Zusammenfassung:
Ziel der Studie ist die Erstellung einer internationalen, multi-institutionellen Datenbank mit Informationen über die Wirksamkeit von Behandlungen aller Arten von metastasierenden Tumorleiden mittels einer Kombination aus Stereotaktischer Radiotherapie (SRT) und sog. „zielgerichteten Medikamenten“ oder einer Immuntherapie. Als Kombinationsbehandlung gilt dabei eine SRT innerhalb von 30 Tagen vor und nach Anwendung der medikamentösen Therapie.
Als „Stereotaktische Radiotherapie“ bezeichnet man Behandlungsmethoden, bei denen durch bildgesteuerte (meist Röntgen/Durchleuchtung) und computerassistierte Zielführungssysteme eine genaue Kontrolle des bestrahlten Bereichs und damit eine sehr exakte Bestrahlung möglich ist. Zielgerichtete Krebstherapie nennt man die Behandlung mit Medikamenten, die gezielt in Vorgänge eingreifen, die für das Tumorwachstum wichtig sind. Eine zielgerichtete Krebstherapie kann nur wirken, wenn die jeweiligen Zielstrukturen auf oder in den Krebszellen vorhanden sind. Die Immuntherapie ist eine relativ neue Form der Krebsbehandlung, die auf verschiedene Weise die Möglichkeiten des Immunsystems nutzt, um Krebszellen zu bekämpfen. Sie zielt darauf ab, die
Ausweichstrategien der Krebszellen gezielt zu umgehen und das körpereigene Immunsystem gegen den Krebs zu unterstützen. Primäres Untersuchungsziel der Studie ist die Ermittlung der kurz- und langfristigen Auswirkungen der Therapien auf den allgemeinen Gesundheitszustand. Diese sog. „Toxizität“ wird separat für alle erfassten Kombinationen von zielgerichteten Medikamenten und bestrahlten Organen ermittelt. Zusätzliche Untersuchungsziele sind Daten zur Wirksamkeit, also zur lokalen Kontrolle der bestrahlten Metastasen, zum Krankheitsverlauf und zur Überlebensrate. Die Daten werden während der Behandlung der PatientInnen pseudonymisiert in die Datenbank eingespeist. TeilnehmerInnen erhalten keine anderen Behandlungen als die, die sie auch ohne
Teilnahme an der Studie erhalten hätten. Die Studie ist mit keinem Mehraufwand für die PatientInnen verbunden.


Randomisierte Phase-IIIb Studie zum Vergleich von Bestrahlung und langfristiger adjuvanter Adrogendeprivation mit GnRH-Antagonisten im Vergleich zu GnRHAgonisten und Flare-up-Schutz bei Patienten mit lokalisiertem oder lokal fortgeschrittenem Hochrisiko-Prostatakrebs

  • Kurztitel: EORTC-1414
  • Erkrankung: Prostatakarzinom (Krebserkrankung der Prostata)
  • Studienstart: Q1/2018
  • Status: Teilnahme beendet.


Zusammenfassung:
Diese Studie untersucht Patienten mit Hochrisiko-Prostatakrebs-Behandlung mittels Kombination aus Strahlentherapie und Hormonentzugstherapie. Dabei wird die Gabe eines „GnRH-Agonisten“ mit der Gabe eines „GnRH-Antagonisten“ verglichen. Vor Beginn der Hormonenzugstherapie werden die Patienten per Zufallsprinzip einer der beiden Behandlungsgruppen zugeordnet. Es erfolgt keine Verblindung. Das heißt, alle PatientInnen und ÄrztInnen wissen über die
Zuordnung zu den Behandlungsgruppen Bescheid. Bei fast allen Patienten mit einem Prostatakarzinom benötigen die Krebszellen männliche
Geschlechtshormone (sog. Androgene; insb. Testosteron), um zu wachsen. Ziel der Hormonentzugstherapie ist es daher, dem Tumor das Testosteron zu entziehen. Die Hirnregion namens Hypothalamus sammelt mit Hilfe der benachbarten Regionen Informationen über das Köperinnere. Ist der Testosteronspiegel im Blut zu niedrig, setzt er den Botenstoff "Gonadotropin-Releasing-Hormon" (kurz GnRH) frei. Das GnRH bewirkt, dass die
Hirnanhangsdrüse Hypophyse ihrerseits Botenstoffe entlässt, die Gonadotropine. Diese wiederum veranlassen die Hoden dazu, Testosteron zu produzieren.
Bei sog. „GnRH-Agonisten“ handelt sich um künstliche "Kopien" des natürlich vorkommenden GnRH. Die Substanzen binden allerdings stärker und länger an die Hormonbindungsstellen in der Hypophyse als das natürliche GnRH. Die Hypophyse "meldet" daraufhin, dass genug Hormon
 orhanden sei, und produziert weniger Gonadotropine. Das drosselt die Testosteronproduktion in den Hoden. Zu Beginn der Behandlung mit GnRH-Agonisten kommt es zunächst zu einem Anstieg des Testosteron-Spiegels, da dann sowohl natürliches als auch künstlich zugeführtes GnRH vorhanden sind (= „Flare-up-Phänomen“). Um das überschüssige Testosteron abzufangen, kann es in dieser Zeit sinnvoll sein, dass der Patient für einige Wochen Anti-Androgene einnimmt. Sog. „GnRH-Antagonisten“ blockieren die GnRH-Rezeptoren in der Hypophyse. GnRH kann nicht mehr binden. Die Hypophyse bildet innerhalb weniger Tage kaum noch Gonadotropine, Da dadurch das Signal zur Hormonproduktion ausbleibt, schütten die Hoden immer weniger
Testosteron aus. Ein Flare-up wird vermieden. Die primäre Zielsetzung der Studie ist die Feststellung, ob GnRH-Antagonisten in Kombination mit perkutaner Strahlentherapie (= Bestrahlung „von außen“) im Vergleich zu GnRH-Agonisten in Kombination mit perkutaner Strahlentherapie das krankheitsfreie Überleben verlängern. Sekundäre Zielsetzung ist u.a. die Dokumentation von Nebenwirkungen (z.B.Harnwegsinfekte) und Lebensqualität.


Akzelerierte hyperfraktionierte Kurzzeitbestrahlung beim Rectumkarzinom

  • Kurztitel: Rectum
  • Erkrankung: Rectumkarzinom (Krebserkrankung des Enddarms)
  • Studienstart: Q3/2018
  • Status: Abgeschlossen.


Zusammenfassung:
Tumorzellen haben in der Regel eine schlechtere Reparaturfähigkeit für DNA-Schäden als normale Zellen. Diesen Unterschied nutzt man aus, indem die Gesamtdosis auf tägliche kleine Einzeldosen verteilt wird (= Fraktionierung). Die weitere Aufteilung einer Tages-/Wochenfraktion in mehrere Unterfraktionen geringerer Dosis bei gleicher Gesamtbestrahlungszeit nennt man Hyperfraktionierung. Da der Tumor während der Behandlung weiterwächst und radioresistente Zellklone bildet, ist die Heilungschance umso größer, je kürzer die Gesamtbehandlungszeit ist. Man kann die Gesamtbehandlungszeit verkürzen, indem man zwei oder sogar drei Fraktionen pro Tag einstrahlt (= Akzelerierung). Dies erhöht jedoch die Nebenwirkungen am Normalgewebe erheblich. In dieser Studie werden retrospektiv (= im Nachhinein) die Daten aller PatientInnen, die im Zeitraum von 2002 bis 2017 eine akzelerierte hyperfraktionierte Radiotherapie (25 Gy (sprich: Gray) in Einzeldosen von 2,5 Gy 2x täglich über 5 Tage) erhalten haben, analysiert. Der Vergleich erfolgt mit
bereits publizierten Daten zu PatientInnen, die mit 25 Gy in Einzeldosen von 5 Gy 1x täglich über 5 Tage bestrahlt wurden. Dabei werden Operationsberichte, histologische Befunde und Befunde der Nachsorgeuntersuchungen pseudonymisiert verwendet. Noch lebende PatientInnen werden ersucht, Fragebögen zum Befinden auszufüllen. Die Auswertungen der Fragebögen fließen in die Studie ein.