Aktuelles

Ordensklinikum Linz

Von der Altenpflege in den OP

Datum: 05.08.2021

Ivana Haludek wechselte nach zwölf Jahren in der Stations- und Altenpflege in die OP-Pflege. Am OP-Tisch hat die 37-Jährige ihre Berufung gefunden.

Wie vielseitig die Karriere in der Gesundheits- und Krankenpflege sein kann, zeigt der Lebenslauf von Ivana Haludek: Nach ihrer Ausbildung führte sie ihr Weg in die Stationspflege der Kinderhämato-Onkologie. Später wechselte sie in die Altenpflege, wo sie eine Wohngruppe leitete. Neben ihrem Beruf schloss sie das Studium Pflegewissenschaften ab. Trotzdem fehlte ihr etwas: „Nach 15 Jahren arbeiten war der Moment: Was mache ich jetzt noch?“ Ihre Studienkolleginnen waren es schließlich, die ihr Interesse für den OP weckten. Sie erzählten von ihrer Arbeit in der OP-Pflege und begeisterten Ivana so sehr, dass sie sich als OP-Instrumentarin im Ordensklinikum Linz BHS bewarb.

 

Ivana Haludek im OP mit Instrumenten
"Das ist nicht nur ein Job, das musst du mit dem Herzen machen." Ivana Haludek fand nach 12 Jahren in der Stationspflege ihre Berufung in der OP-Pflege.

 

Sonderausbildung OP-Pflege

Die Ausbildung zur OP-Pflege ist eine Sonderausbildung, die innerhalb von fünf Jahren abgeschlossen wird. Dabei lernt Ivana die Aufgaben der OP-Instrumentarin und des Beidienstes. Sie bereitet die sterilen Instrumente und Geräte vor, reicht diese während der Operation, dokumentiert den Operationsverlauf und unterstützt bei OP Lagerungen.

Aufgaben, die für Ivana trotz ihrer langjährigen Erfahrung in der Krankenpflege neu waren: „Am Anfang habe ich Angst gehabt, alles war komplett anders.“ Zudem kamen der dreifachen Mutter Zweifel, Familie und Ausbildung gemeinsam zu meistern. Ihr jüngster Sohn war gerade eineinhalb Jahre alt, als sie die Ausbildung begann. Doch mit jedem Eingriff wurde die Angst kleiner und Ivana gewann Sicherheit. „Ich hatte viel Unterstützung von dem tollen Team! Ich konnte jederzeit jemanden fragen.“ Auch ihr Ehemann und ihre zwei älteren Kinder unterstützten sie wo sie konnten.

 

OP-Instrumentarin Ivana Haludek greift nach Instrument

 

Für Ivana ist das Besondere an der Arbeit im OP, dass Erkrankungen plötzlich greifbar sind: „Auf der Station verfolgt man die Entwicklung der Patienten. Aber am OP-Tisch, da kann ich Anatomie und Physiologie ‚live‘ erleben.“ Neben dem Interesse für Anatomie soll man Selbstständigkeit und Verantwortungsgefühl mitbringen. „Wenn du beim Tisch stehst, dann musst du genau wissen, welche Instrumente du brauchst und wie der Ablauf der Operation ist.“

Ivana instrumentiert im Plastischen OP unter anderem bei Rekonstruktionen nach Tumoren oder Fehlbildungen und bei mikrochirurgischen Eingriffen. „Ich sehe was die Medizin schon alles machen kann, und ich bin ein Teil davon. Das gibt mir Energie, wenn ich weiß, dass ich etwas Gutes getan habe.“

 

Weitere Informationen: