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Ordensklinikum Linz

Neue Behandlungsmethode von Herzrhythmusstörungen

Im Ordensklinikum Linz Elisabethinen wird eine in Österreich einzigartige Therapie angeboten, bei der komplexe Herzrhythmusstörungen mittels dreidimensionalen Bildern der Patientenherzen besser erkenn- und behandelbar sind.

Während bisher ein Eingriff auf Basis von zwei-dimensionalen CT- bzw. MR-Bildern geplant wurde, steht dem Kardiologen künftig eine dreidimensionale Darstellung des Patientenherzens zur Verfügung. Das Ordensklinikum Linz arbeitet dabei mit weltweit führenden Zentren in den USA und Frankreich zusammen.

Eingriff wird extrem verkürzt

"Von den 500 Eingriffen, die wir derzeit im Jahr durchführen, handelt es sich bei rund 400 um komplexe Rhythmusstörungen, die einer aufwendigeren Behandlung bedürfen", sagt Univ.-Prof. Helmut Pürerfellner, Leiter des Departements Rhythmologie und Elektrophysiologie. Er bezeichnet Herzrhythmusstörungen als "Volkskrankheit". Der Großteil der Patienten sei älter als 70. "Aber wir behandeln auch viele Betroffene zwischen 50 und 70 Jahren", sagt Pürerfellner, der wöchentlich viel mehr als zehn bis zwölf Patienten behandeln könnte. "Wir haben momentan leider mehrere Monate Wartezeit". Die "Störherde", die das Herz aus dem Takt bringen, wurden von den Ärzten bisher mittels Sonden im Herzen ertastet. Diese Prozedur konnte oft viele Stunden dauern. Zwei neue Bildgebungssysteme kombinieren jetzt die Computertomografie (CT) und Magnetresonanztomografie (MRT) und errechnen ein dreidimensionales Bild vom Herzen – alles ohne Eingriff.

Störungen in den Herzkammern genau lokalisieren

Weil dadurch schon vor dem Eingriff klar ist, wo die Störherde liegen, werden die Eingriffe kürzer, somit schonender und Erfolg versprechender. Das Ordensklinikum Linz arbeitet dazu als einziges in Österreich im Rahmen einer wissenschaftlichen Studie mit einer Universitätsklinik in Salt Lake City in Utah zusammen und kooperiert mit einer Universitätsklinik in Bordeaux. Dort hat man acht Jahre lang an der Entwicklung eines komplexen Computerprogrammes gearbeitet, das Störungen in den Herzkammern ganz genau lokalisieren kann. Die in Linz angefertigten CT- und MRT-Aufnahmen werden dazu über sichere Leitungen in die USA beziehungsweise nach Frankreich geschickt und kurz danach als 3D-Bilder retourniert. 

Pürerfellner

 

Herz-Rhythmusstörung

Mit einem Elektrokardiogramm (EKG) kann der Arzt erkennen, ob das Herz aus seinem normalen Rhythmus geraten ist und zu unregelmäßig und/oder zu schnell oder zu langsam schlägt. Wichtig ist es, die Ursache der Herzrhythmusstörung herauszufinden und diese auch zu beheben, weil sie unbehandelt zu einem Schlaganfall führen kann. Rhythmusstörungen können mit Symptomen wie Herzklopfen, Atemnot und zum Beispiel Schwindel einhergehen.

Nähere Informationen: Kardiologie

 

Beitrag der OÖN