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11.08.2026

Lungenhochdruck frühzeitig erkennen

Seltene Erkrankung, große Gefahr: So erkennt man Lungenhochdruck frühzeitig

Atemnot beim Treppensteigen oder schnelle Erschöpfung im Alltag – oft werden diese Symptome als mangelnde Fitness abgetan. Doch hinter der vermeintlichen Schwäche kann eine ernste Erkrankung stecken: der Lungenhochdruck (pulmo-nale arterielle Hypertonie). Am Ordensklinikum Linz Elisabethinen widmet sich OÄ Dr.in Regina Steringer-Mascherbauer als Leiterin des Referenzzentrums für Pulmonale Hypertension der Diagnose und Therapie dieser oft unterschätzten Gefahr.

Die Erkrankung beginnt mit „unspezifischen Symptomen“, die überwiegend weiblichen Patient*innen sind müde und schnell erschöpft: Da weltweit nur ein Prozent der Bevölkerung unter Lungenhochdruck leidet, vergeht bis zur Diagnosestellung und Behandlung oft viel Zeit. Dabei ist eine rasche Behandlung für die Patient*innen überlebenswichtig.

So ging es auch der Linzerin Manuela Hauser. Die heute 46-Jährige konnte vor rund fünf Jahren plötzlich nicht Treppensteigen, ohne Herzstolpern zu bekommen, auch leichte Tätigkeiten oder spielen mit den Kindern war nicht mehr möglich. An ihrem Arbeitsplatz hatte sich Hauser ohnehin krank melden müssen. Mit ihren Beschwerden fühlte sie sich lange Zeit nicht ernst genommen. „Ich war beim Hausarzt, bei Lungenfachärzt*innen, bei Kardiolog*innen, aber niemand konnte mir helfen. Im Gegenteil, es hieß, ich würde an Stress leiden, solle mir als Mutter von vier Kindern mehr Zeit für mich nehmen“, erzählt Hauser.

Alarmzeichen: Atemnot und Leistungsabfall
Erst eine Untersuchung am Ordensklinikum Linz Elisabethinen bei OÄ Dr.in Mascherbauer brachte Klarheit und die Diagnose Lungenhochdruck. „Von dieser speziellen Art der pulmonalen Hypertonie der Gruppe I ist nur ein Prozent der Weltbevölkerung betroffen, deshalb dauert die Abklärung oft lange oder Betroffene werden falsch behandelt. Die deutlichsten Alarmzeichen für eine Hypertonie sind meist ungeklärte Atemnot einhergehend mit einem deutlichen Leistungsabfall“, so OÄ Dr.in Mascherbauer. Dabei ist eine rasche Behandlung sehr dringend. „Die Krankheit ist zwar nicht heilbar, aber man kann den Verlauf mit Medikamenten beeinflussen. Wie gut das möglich ist, hängt davon ab, wie fortgeschritten die Erkrankung bereits ist. Die Lebensqualität bleibt zwar eingeschränkt, aber in manchen Fällen können die Patient*innen sogar wieder arbeiten gehen“, so OÄ Dr.in Mascherbauer.

Rund 500 Patient*innen mit unterschiedlichen Formen der pulmonalen arteriellen Hypertonie hat OÄ Dr.in Mascherbauer im Referenzzentrum am Ordensklinikum Linz Elisabethinen bereits behandelt.

Seit 20 Jahren besteht das Zentrum, die Kardiologin hat es mit aufgebaut. Aus Erfahrung weiß sie, dass die Patient*innen nicht nur unter ihren körperlichen Symptomen leiden: „Viele Betroffene entwickeln Depressionen, wir behandeln unsere Patient*innen deshalb ganzheitlich.“ Neben psychologischer Unterstützung oder Beratung zu richtiger Ernährung und Bewegung gibt es auch die „PH Austria – Initiative Lungenhochdruck“ oder Selbsthilfegruppen wie etwa „Lebensfreude mit Lungenhochdruck“.

Psychischen Halt findet Manuela Hauser vor allem in der Familie: „Meine Kinder und mein Mann sind mein Anker.“ Sie will mit ihrer Geschichte auf die „unsichtbare Erkrankung“ aufmerksam machen und anderen Patient*innen dadurch vielleicht den langen Weg bis zur Diagnose ersparen.

Pulmonale arterielle Hypertonie (PAH)
Die pulmonale arterielle Hypertonie (PAH) ist eine seltene Erkrankung der Lungengefäße. Dabei verengen sich die Arterien, die das Blut vom Herzen in die Lunge transportieren. Dadurch steigt der Blutdruck in diesen Gefäßen an, und das Herz muss deutlich mehr Arbeit leisten.

Was sind typische Beschwerden?

  • Atemnot, besonders bei körperlicher Belastung
  • Schnelle Erschöpfung und Müdigkeit
  • Schwindel oder Ohnmachtsanfälle
  • Brustschmerzen
  • Wassereinlagerungen in Beinen oder Knöcheln

Warum ist PAH gefährlich?
Wird die Erkrankung nicht behandelt, kann sie das Herz langfristig schädigen und die Lebensqualität erheblich einschränken oder tödlich enden.

Wie wird PAH behandelt?
Da die Beschwerden oft unspezifisch sind, wird PAH häufig erst spät erkannt. Moderne Medikamente können die Blutgefäße erweitern, Symptome lindern und den Krankheitsverlauf positiv beeinflussen.

 

Informationen zur Abteilung Kardiologie:
Kardiologie | Elisabethinen | Ordensklinikum Linz

Foto © Markus Hauser:
Portraitfoto: OÄ Dr.in Regina Steringer-Mascherbauer, Leiterin des Referenzzentrums für Pulmonale Hypertension am Ordensklinikum Linz Elisabethinen.
Foto Untersuchung: OÄ Dr.in Regina Steringer-Mascherbauer untersucht Patientin Manuela Hauser.

Rückfragehinweis für Journalist*innen: 
Karin Mühlberger 
karin.muehlberger@ordensklinikum.at 
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