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20.04.2017

Die neue Kooperation im Kampf gegen den Hautkrebs

Das Melanom, der schwarze Hautkrebs, gehört zu den häufigsten Krebsformen und weist zudem mit Steigerungsraten von ca. 2-3% pro Jahr eine nach wie vor dramatische Entwicklung auf.

Aus diesem Grund haben sich der Österreichische Skiverband und das Ordensklinikum Linz, mit seinem medizinischen Schwerpunkt Dermatologie, zu einer Kooperation entschlossen, die die wichtigsten Maßnahmen im Kampf gegen Hautkrebs, die Früherkennung und eine Bewusstseinsänderung in Bezug auf die Gefahren von Sportaktivitäten ohne entsprechenden Sonnenschutz im Visier hat.

 

Früherkennung kann Leben retten

Der Haut, dem größten Organ des Menschen ist einer der elf spitzenmedizinischen Schwerpunkte des Ordensklinikums Linz gewidmet.

„Wir verfolgen eine Strategie, bei der neben einer soliden Grundversorgung kranker Menschen in besonderen Bereichen auch Spitzenmedizin betrieben wird", erklärt Dr. Stefan Meusburger, Geschäftsführer und Ärztlicher Direktor, die Hintergründe der Kooperation mit dem ÖSV.

„Ein Schwerpunkt unserer Tätigkeit liegt in der Diagnose und Behandlung von Hautkrebs. Dabei ist es uns ganz besonders wichtig, nicht nur die modernsten Therapieoptionen anbieten zu können, sondern vor allem auch präventiv tätig zu sein. Die Zusammenarbeit mit dem Österreichischen Skiverband gibt uns die Möglichkeit, mit jungen Menschen in Kontakt zu kommen, für die unsere Skifahrer natürlich Idole und dadurch auch Vorbilder sind."

„Die ÖSV Athleten helfen uns, das Bewusstsein der Bevölkerung gerade für diese Gefahr bei Freizeitaktivitäten im alpinen Bereich zu erhöhen und damit das Hautkrebsrisiko zu verringern", so Meusburger weiter.

Der Präsident des Österreichischen Skiverbandes, Prof. Peter Schröcksnadel, sieht die Sache sehr pragmatisch: „Wir haben eine große Verantwortung für unsere Burschen und Mädchen, die über die Sportförderung hinausgeht. Daher freuen wir uns, dass wir mit dem Ordensklinikum Linz eine Kooperation abschließen können, von der wir überzeugt sind, dass sowohl unsere Spitzensportler, als auch die vielen Hobby- und Freizeitsportler profitieren werden".

„Eine der Aufgaben des Leistungssports ist es ja auch, Begeisterung auszulösen und Breitensport anzuregen. Wir bewegen uns im Trainingsbereich oft auf dem Gletscher, wo bekanntermaßen das Risiko, einen gefährlichen Sonnenbrand zu bekommen, besonders hoch ist. Das wird oft leider recht unterschätzt. Die Folgen können aber dann wirklich dramatisch sein", warnt Schröcksnadel und ergänzt:

„Wir wollen mit dieser Kooperation einen Beitrag leisten für die Gesundheit vor allem der jungen Menschen in unserem Land."

 

Die Kooperation

Mit ihrer Zusammenarbeit verfolgen der ÖSV und das Ordensklinikum Linz vor allem zwei Ziele: Einerseits soll das Bewusstsein geschärft werden, dass Aktivitäten im Freien ohne adäquaten Sonnenschutz leichtsinnig und gesundheitsschädlich sein können und andererseits, dass Früherkennung die einzige Möglichkeit ist, um Hautkrebs zu heilen.

  • Beide Partner versuchen gemeinsam, die Hautkrebsvorsorge in den Fokus von Profi- und Amateurskifahrern zu rücken
  • Die Kooperation sieht regelmäßige Muttermalkontrollen der ÖSV-Nationalmannschaft des Alpin- und Springerkaders durch das Dermatologen-Team von Prim. Norbert Sepp vor.Ein Dermatologen-Team bietet einmal jährlich im
  • Rahmen eines Trainingscamps für die Nationalmannschaften für Athleten und Betreuer eine dermatologische Vorsorgeuntersuchung an.
  • Der ÖSV stellt Vincent Krichmayr als Testimonial für die Bewusstseinsbildung zum Thema Hautkrebsvorsorge zur Verfügung.
  • Der ÖSV wird das Thema Hautkrebsvorsorge in seiner Medieninformation an passender Stelle thematisieren.

 

Schwarzer Hautkrebs

Das Melanom, der schwarze Hautkrebs, gehört zu den häufigsten Krebsformen und weist zudem mit Steigerungsraten von ca. 2-3% pro Jahr eine nach wie vor dramatische Entwicklung auf.

In Österreich erkranken pro Jahr ca. 5000 Personen an einem Melanom, davon werden ca. 2000 in einem Frühstadium diagnostiziert (B.Monshi, 2011). In OÖ erkranken jährlich 500 Personen an einem Melanom (W.Saxinger 2011, H.Kehrer 2007), weitere 400 werden frühzeitig (Melanoma in situ) erkannt und können nach einer Operation als geheilt betrachtet werden.

Dies entspricht einer Inzidenz von ca. 25-30/100 000 Einwohnern, eine wesentlich höhere Zahl als von der Statistik Austria jährlich bekanntgegeben wird, da die Daten nach wie vor in keinem verlässlichen Melanomregister erfasst werden. Dabei ist diese Art von Tumor eine Erkrankung, die sehr viele jüngere Erwachsene betrifft und die häufigste maligne Erkrankung der unter 40-jährigen darstellt.

Glücklicherweise können heute ca. 90% geheilt werden, wobei die Früherkennung der wichtigste Grund ist, dass heute weniger Patienten als noch vor 20 Jahren an dieser Erkrankung sterben. Zwar gibt es heute ungleich bessere Behandlungsmethoden als noch vor wenigen Jahren, eine Heilung dieser Krankheit ist zumindest bisher noch nicht gesichert möglich, auch wenn die neuesten Untersuchungen sehr vielversprechend sind.

Untersuchung

Der weiße Hautkrebs (Basalzellkarzinom und Stachelzellkrebs)

ist prinzipiell eine Erkrankung des höheren Lebensalters, wenngleich Basalzellkarzinome auch zunehmend bei jüngeren Personen diagnostiziert werden. Er metastasiert zwar selten und ist aus diesem Grund selten lebensbedrohlich, allerdings kann es durch das Auftreten multipler und rezidivierender Tumore v.a. im Gesichtsbereich zu einer für den Einzelnen durch die häufigen Operationen bzw. andere Behandlungen sehr beeinträchtigten Lebensqualität kommen.

 

Vorsorge

Der wichtigste Auslöser für alle Hautkrebsarten ist nach wie vor die Sonne, auch wenn andere Faktoren wie z.B. Genetik, Medikamente, etc. eine wesentliche Rolle spielen.

„Der beste Platz an der Sonne ist der Schatten!", rät daher Prim. Univ.-Prof. Dr. Norbert Sepp, Leiter der Abteilung für Dermatologie und Venerologie.

Der Sonnenbrand ist bereits ein Alarmzeichen, die Schädigung der Haut durch UV-Strahlung beginnt bereits viel früher. Aus diesem Grund sollte der bewusste Umgang mit der Sonne die wichtigste Vorsorge darstellen. Freizeitaktivitäten, speziell Sport, sollten nicht zur Mittagszeit erfolgen, hier ist die UV-Einstrahlung am stärksten. Die Zeit zwischen 11.00 und 15.00 sollten Sie lieber im Schatten verbringen.

Kleidung stellt den zweitbesten Schutz dar. Nicht vergessen sollte man auf T-Shirts, möglichst lange Hosen und die richtige Kopfbedeckung insbesondere dann, wenn bei den Herren der Kopfschmuck etwas „dünner" wird.

Bei der Verwendung von Sonnencreme sollten man nicht zu sparsam sein und diese auch regelmäßig neu auftragen (alle 2-3 Stunden), keine Creme schützt den ganzen Tag!

Vor allem Kinder sollten besonders geschützt werden, da ihre Haut noch besonders empfindlich ist und Schäden sich langfristig deutlich negativer auswirken als bei Erwachsenen. Dabei darf man die Vorbildwirkung der Eltern nicht vergessen!

 

Früherkennung ist das Gebot der Stunde.

Personen mit sehr heller Haut, vielen Muttermalen oder familiärer Belastung sollten regelmäßig den Hautarzt aufsuchen. Ebenso wird dies bei der Einnahme bestimmter Medikamente (z.B.Immunsuppressiva) wie sie z.B. bei Autoimmunerkrankungen oder nach Transplantationen verwendet werden, empfohlen. Wenn Muttermale unregelmäßig zu wachsen beginnen, verschiedene Farben entwickeln, jucken oder bluten sollten sie ebenfalls ihren Hautarzt konsultieren.

 

Frühzeitige Erkennung und Operation kann die Betroffenen heilen!

Österreich ist ein Land der Berge. Häufig bewegen sich Menschen in ihrer Freizeit in Höhen über 2000 Meter Seehöhe. Dabei vergessen sie, dass der UV Index ( = international normiertes Maß für die Intensität der im Sonnenlicht enthaltenen UV Strahlung auf der Eroberfläche ) mit der Höhe zunimmt (normalerweise im Sommer in Österreich im Flachland Werte bis zu 8, in den Bergen auch höhere Werte!) Bei Schneelage (50- 80 % Reflektion der UV Strahlung!) über 2000m im März haben wir in Österreich einen UV Index, welcher jenem von Nairobi entspricht bzw Äquatorialafrika!

 

UV-Belastung: Je nach UV Index werden verschiedene Kategorien der UV Belastung unterschieden

  • 0-2 niedrige Belastung: keine besonderen Schutzmaßnahmen erforderlich

  • 3-5 mäßige Belastung: Schutz empfehlenswert bei längerem Aufenthalt in der Sonne, besonders für die empfindlichen Hauttypen I und II

  • 6-7 hohe Belastung: Schutzmaßnahmen erforderlich

  • 8-10 sehr hohe Belastung: Schutzmaßnahmen unbedingt erforderlich, direkte Sonne um die Mittagszeit vermeiden.

  • Über 10 extreme Belastung: Schutzmaßnahmen unbedingt erforderlich, direkte Sonne um die Mittagszeit vermeiden.