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Ordensklinikum Linz

Voller Einsatz im Namen der Humanität

Schwester Tarcisia leitet das Vinzenzstüberl, das seit 1998 Bedürftigen hilft

Zu helfen, heißt nicht wegzuschauen. Schwester Tarcisia Valtingoer tut beides. Sie schaut hin, hilft, unterstützt, ist der „Mission Mensch“ verpflichtet. Die 68-Jährige Ordensfrau bei den Barmherzigen Schwestern in Linz ist für Menschen da, die in ihrem Leben nicht auf die Sonnenseite gefallen sind.

Seit 16 Jahren ist Schwester Tarzisia in Linz im Dienst der Bedürftigen. Seit 2011 leitet sie das Vinzenzstüberl für Wohnungslose und Bedürftige, das sein 20-jähriges Bestehen feiert.

„Eine Einrichtung für Wohnungslose und Bedürftige muss in Haltung und Handeln mehr bieten als ein warmes Mittagessen.“ Dieser Grundsatz war schon zum Zeitpunkt der Gründung des Vinzenzstüberls 1998 durch Schwester Benildis gültig. Ihm fühlt sich das Team um ihre Nachfolgerin Schwester Tarcisia bis heute verpflichtet.

70 bis 80 Gäste kamen schon im Gründungsjahr pro Tag ins Vinzenzstüberl. Heute sind es rund hundert Menschen mehr, die hier Essen, Kleidung und medizinische Hilfe bekommen. Manche von ihnen suchen aber auch ein gutes Gespräch, Trost und Rat.

Schwester Tarcisia, die gebürtige Burgenländerin, kennt fast jeden ihrer Klienten persönlich. „Es sind auch schwierige Zeitgenossen darunter. Aber jeder hat ein Recht auf jemanden, der ihm zuhört, Mut macht, ihn als Person akzeptiert. Diese Würde macht uns erst vom Lebewesen zum Menschen“, sagt die Ordensschwester. So verbinden sie mit so manchem Obdachlosen berührende Erlebnisse oder langjährige Beziehungen. Ein offenes Ohr hat sie für jeden.

Einer ganzen Reihe ihrer Schützlinge haben sie und die Helfer im Stüberl letztendlich auch die letzte Ehre erwiesen, als diese verstarben. Einige von meist nur wenigen Menschen, die einem unglücklichen Leben zumindest beim Abschied einen Rest Würde gaben. Die 2016 eingeführte Begräbnisbegleitung gemeinsam mit Obdachlosenseelsorger Helmut Eder ist ebenfalls auf Initiative von Schwester Tarcisia entstanden. Weil es um die Würde des Menschen geht. 

 

Quelle: OÖN, 8. Mai 2018; zum Artikel

Sr. Tarcisia