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Ordensklinikum Linz

Südafrikanerin lernt in Linz, wie man Herzen rettet

Vor 51 Jahren führte Christiaan Barnard im südafrikanischen Kapstadt die erste Herztransplantation der Welt durch. Ein halbes Jahrhundert später sieht die Situation für Herzpatienten in diesem Land richtig trist aus. Während Reiche und die Mittelschicht dank Privatversicherungen eine Arztpraxis aufsuchen können, bleibt dem Großteil der Bevölkerung in Südafrika nur der Besuch eines staatlichen Krankenhauses.

"Für Herzrhythmusstörungen gibt es im ganzen Land für 55 Millionen Einwohner nur 16 Spezialisten, nur ein einziger von ihnen arbeitet im öffentlichen Sektor", sagt Kgomotso Nontsikelelo Moroka, die seit einem halben Jahr im Ordensklinikum Elisabethinen in Linz die Ausbildung zur "Elektrophysiologin" macht.

Die Südafrikanerin lernt hier von Prof. Helmut Pürerfellner höchstpersönlich, wie Herzrhythmusstörungen professionell behandelt werden können.

"Wir sind sehr bemüht, sie zu einem echten Profi zu machen. Immerhin geht es darum, sehr, sehr vielen Menschen zu helfen", sagt Pürerfellner, der als erster Österreicher im Führungsgremium der Europäischen Herzrhythmus-Gesellschaft sitzt und dafür bekannt ist, immer wieder neue Behandlungsmethoden für das gefürchtete Vorhofflimmern nach Österreich zu bringen.

Kgomotso Nontsikelelo Moroka hat große Pläne. Nach ihrer Ausbildung in Österreich will sie in Südafrika ihre Kollegen in den öffentlichen Spitälern in die Kunst der Rhythmologie und Elektrophysiologie einführen. Wenn sie derzeit nicht im Katheterlabor steht, übt sich die begeisterte Marathonläuferin auf den Laufstrecken von Linz. Zu schaffen macht ihr dabei lediglich die winterliche Kälte,, der sie zu Weihnachten entfliehen wird. "Ich erfülle mir einen Herzenswunsch und flieg nach Südafrika zu meiner Familie."

Text: OÖN

OA Dr. Helmuth Pürerfellner und Kgomotso Nontsikelelo Moroka

Nähere Informationen:

Kardiologie Elisabethinen