Postmenopausale Blutungen: Frühes Warnzeichen für Gebärmutterschleimhautkrebs erkennen
Ordensklinikum Linz erhält erste ESGO-Zertifizierung Österreichs für Endometriumkarzinom-Chirurgie
Gebärmutterschleimhautkrebs (Endometriumkarzinom) zählt zu den häufigsten bösartigen Erkrankungen der weiblichen Geschlechtsorgane. Die Erkrankung tritt überwiegend nach der Menopause auf und macht sich in rund 90 Prozent der Fälle bereits im Frühstadium durch eine Blutung bemerkbar. Um das Bewusstsein für dieses wichtige Warnzeichen zu stärken, rückt die Initiative „Petrol Ribbon“, initiiert vonPrim. Univ.-Prof. Dr. Lukas Hefler,das Thema verstärkt in den Fokus der Öffentlichkeit.
Einen bedeutenden Meilenstein stellt die Zertifizierung des Gynäkologischen Tumorzentrums am Ordensklinikum Linz durch die European Society of Gynaecological Oncology (ESGO) dar. Als erstes und bislang einziges Zentrum Österreichs wurde es für die chirurgische Behandlung des Endometriumkarzinoms ausgezeichnet. Damit reiht sich das Ordensklinikum Linz in die Gruppe renommierter europäischer Zentren ein, die beispielsweise an der Charité – Universitätsmedizin Berlin, dem European Institute of Oncology, dem Policlinico Universitario Fondazione Agostino Gemelli, dem General University Hospital of Valencia, der Semmelweis University oder dem University Hospital Bern etabliert sind.
„Nach unseren Schwerpunkten zu erblich bedingtem Brust- und Eierstockkrebs sowie zur HPV-Impfung möchten wir nun verstärkt über Gebärmutterschleimhautkrebs informieren. Besonders wichtig ist dabei die Aufklärung über die postmenopausale Blutung als häufiges Frühwarnzeichen“, sagt Prim. Univ.-Prof. Dr. Lukas Hefler, Leiter der Abteilung für Gynäkologie und Geburtshilfe am Ordensklinikum Linz und dem Krankenhaus Barmherzige Brüder Linz. In Österreich erkranken jährlich rund 950 Frauen neu an einem Endometriumkarzinom, etwa drei Viertel davon nach der Menopause. Dennoch werden Blutungen nach den Wechseljahren häufig unterschätzt oder verharmlost. Gleichzeitig führen Veränderungen im Ultraschall nicht selten zu unnötiger Verunsicherung.
Die Initiative „Petrol Ribbon“ setzt daher auf sachliche und fundierte Information über Warnzeichen, moderne Diagnoseverfahren und zeitgemäße Behandlungsmöglichkeiten. Dazu zählen standardisierte Abklärungsalgorithmen, Schleimhautbiopsien, Eingriffe in Lokalanästhesie sowie moderne operative Verfahren.
Wissenschaftliche Studien zeigen, dass die Behandlung gynäkologischer Tumorerkrankungen an spezialisierten Zentren zu besseren Ergebnissen führt. Die ESGO-Zertifizierung bestätigt die Erfüllung hoher Qualitätsstandards, darunter ausreichende Fallzahlen, spezialisierte Operateur*innen, strukturierte Qualitätssicherung und interdisziplinäre Zusammenarbeit. „Frauen mit Blutungen nach der Menopause möchten wir eine rasche und unkomplizierte Abklärung ermöglichen. In den meisten Fällen steckt keine bösartige Erkrankung dahinter. Sollte dennoch ein Endometriumkarzinom festgestellt werden, ist dieses heute in den allermeisten Fällen sehr gut behandelbar und meist nicht mit einer Einschränkung der Lebenserwartung verbunden“, betont Prim. Hefler.
Über Petrol Ribbon
Die Initiative „Petrol Ribbon“ engagiert sich seit fast 15 Jahren für die Aufklärung über gynäkologische Krebserkrankungen. Nach langjähriger Arbeit zu erblich bedingtem Brust- und Eierstockkrebs sowie zahlreichen Aktivitäten zur Förderung der HPV-Impfung widmet sie sich nun verstärkt dem Thema Gebärmutterschleimhautkrebs und dessen Früherkennung.
Foto © Ordensklinikum Linz:
Prim. Univ.-Prof. Dr. Lukas Hefler
Rückfragehinweis für Journalist*innen:
Andrea Fürtauer-Mann
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