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26.05.2026

Neue Forschungsergebnisse aus dem Ordensklinikum Linz helfen bei der Einschätzung der Prognose von schwarzem Hautkrebs

Ein seit September 2018 laufendes Forschungsprojekt am Ordensklinikum Linz liefert vielversprechende neue Ansätze zur frühzeitigen Risikoabschätzung bei Patient*innen mit schwarzem Hautkrebs (Melanom). Das Kooperationsprojekt zwischen der Abteilung für Dermatologie und dem Labor für molekulargenetische Diagnostik erreichte nun einen weiteren bedeutenden Meilenstein: Die aktuellen Forschungsergebnisse wurden in der renommierten Fachzeitschrift Scientific Reports (s41598-026-40072-x.pdf) veröffentlicht.

 

Im Zentrum des Projekts stehen sogenannte zirkulierende Tumorzellen (CTCs). Dabei handelt es sich um einzelne Krebszellen, die sich vom Primärtumor ablösen und über die Blutbahn im Körper zirkulieren. Sie gelten als früher Hinweis auf eine mögliche Ausbreitung der Erkrankung, häufig lange bevor Metastasen klinisch nachweisbar sind.
 

Innovativer Ansatz durch internationale Kooperation

Die Entdeckung dieser seltenen Tumorzellen ist beim Melanom technisch besonders anspruchsvoll und bislang nicht flächendeckend etabliert. Durch die internationale Zusammenarbeit mit Forscherteams aus Kopenhagen und Vancouver konnte jedoch ein innovativer Ansatz umgesetzt werden: Ein patentiertes rekombinantes Protein (ein durch Gentechnik hergestelltes Eiweiß, dessen Herstellungsprozess, Struktur oder Anwendung durch ein Patent geschützt ist) namens VAR2CSA des Malaria-Erregers Plasmodium falciparum wird gezielt zur Anreicherung der Tumorzellen eingesetzt.

In Kombination mit spezifischen Färbemethoden ermöglicht dieses Verfahren erstmals, CTCs zuverlässig aus einer einfachen Blutprobe – einer sogenannten Liquid Biopsy – zu isolieren und anschließend detailliert zu analysieren.

 

Neue Erkenntnisse für frühe Melanomstadien

Die nun veröffentlichte Studie liefert insbesondere für frühe Melanomstadien wichtige neue Daten. Die Ergebnisse zeigen, dass zirkulierende Tumorzellen bereits in frühen Krankheitsstadien nachweisbar sind und ihr Auftreten mit einer ungünstigeren Prognose einhergeht.

„Diese Publikation bestätigt, dass zirkulierende Tumorzellen einen vielversprechenden zusätzlichen minimalinvasiven Biomarker darstellen. Gleichzeitig liefern die Daten weitere Hinweise darauf, dass die Metastasierung bereits lange vor der klinischen Manifestation beginnt“, erklärt Projektleiter und Primar der Abteilung für Dermatologie, Univ.-Prof. Dr. Norbert Sepp.

Ein wesentlicher Aspekt der Forschung liegt darin, Hochrisikopatient*innen künftig früher identifizieren zu können, als dies mit klassischen diagnostischen Verfahren bislang möglich ist.

Großes Potenzial für die personalisierte Medizin

Die Ergebnisse unterstreichen das Potenzial moderner Liquid-Biopsy-Verfahren. Während zirkulierende Tumor-DNA (ctDNA) bereits heute wertvolle Hinweise auf Krankheitsverlauf und Therapieansprechen liefert, könnten zirkulierende Tumorzellen künftig dazu beitragen, individuelle Risikoprofile präziser zu bestimmen und Therapieentscheidungen frühzeitig zu optimieren.

Damit eröffnen sich neue Möglichkeiten für eine noch stärker personalisierte Behandlung von Melanompatient*innen.

Das interdisziplinäre Forschungsteam arbeitet bereits an weiterführenden Fragestellungen, um die Rolle zirkulierender Tumorzellen als klinisch relevanten Biomarker weiter zu untersuchen.
 

Über das Forschungsprojekt

Das Forschungsprojekt wurde in Linz im September 2018 von Prof. Peter Schröcksnadel, langjähriger Präsident des Österreichischen Skiverbandes, initiiert sowie finanziell unterstützt. Im Rahmen des Forschungsprojektes werden zirkulierende Tumorzellen sowie zirkulierende Tumor-DNA untersucht, als Biomarker zur Verbesserung der Krebsdiagnostik und Prognoseabschätzung beim Melanom. Ziel ist es, durch minimalinvasive Liquid-Biopsy-Verfahren eine frühere und individuellere Behandlung zu ermöglichen.

Die aktuelle Veröffentlichung ist das Ergebnis intensiver Datenerhebung, fundierter Analysen und internationaler Zusammenarbeit.

„Als familiär medizinisch ‚vorbelastet‘ sowie grundsätzlich als medizinisch Interessierter hat die Krebsforschung, die ich in Vancouver und Kopenhagen schon seit 2013 unterstütze, große Fortschritte in den letzten Jahren gezeigt. Besonders freut mich, dass Teilbereiche auch in Österreich, konkret in Linz und Innsbruck, durchgeführt werden“, so Initiator Prof. Schröcksnadel.

 

Foto © Ordensklinikum 
Prof. Peter Schröcksnadel (2. V. r.) bei einem Besuch im Forschungslabor (mit v.l.: Leonhard Stöckl, MSc, Prim. Univ.-Prof. Dr. Nobert Sepp, Dr.in Melanie Rammer, MSc und Dr. Gerald Webersinke)

 

Rückfragehinweis für Journalist*innen:
Karin Mühlberger
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