Hüftdysplasie-Patientin ist nach Operationen am Ordensklinikum Linz schmerzfrei
Jung, sportlich und trotzdem irgendwann so geplagt von starken Schmerzen, dass selbst Sitzen nicht mehr möglich war. Und das ohne vorhergehende Verletzung. Mit 21 Jahren und nach unzähligen Arztbesuchen war endlich klar, woran Patientin Lisa Eisner leidet – an einer Hüftdysplasie, einer angeborenen Fehlbildung der Gelenkpfanne. Dank Operationen an beiden Hüften an der Orthopädie am Ordensklinikum Linz Barmherzige Schwestern kann die heute 22-Jährige wieder schmerzfrei leben und ihrem größten Hobby nachgehen, dem Fußballspielen.
„Der Großteil dieser Hüft-Fehlstellungen wird dank Sonographie im Säuglingsalter erkannt und lässt sich meist innerhalb von ein paar Wochen korrigieren, ohne dass die Betroffenen anschließend weitere Beschwerden haben“, erklärt der behandelnde Mediziner, OA Dr. Lukas Pichler, Orthopäde am Ordensklinikum Linz Barmherzige Schwestern. Bei einigen wenigen Prozent gibt es hingegen entweder im Säuglingsalter keinen auffälligen Befund oder kann die Dysplasie nicht behandelt werden, sodass im jungen Erwachsenenalter zwischen 15 und 35 Jahren oft massive Beschwerden auftreten. So wie bei Patientin Lisa Eisner. Jahrelanges nächtliches Stechen in der Leistengegend, schwere Schmerzen beim Gehen und irgendwann auch beim Sitzen - so intensiv, dass sie sogar Übelkeit verursachten.
Oft lange Zeit bis zur Diagnosestellung
Unterschiedliche Untersuchungen bei verschiedenen Ärzt*innen brachten kein Ergebnis. Erst ein Check auf der Orthopädie am Ordensklinikum Linz sorgte für Klarheit und die Diagnose „Hüftdysplasie“. Dass die Abklärung so lange dauert, ist laut OA Dr. Pichler nicht ungewöhnlich: „Meist braucht es vier bis fünf Facharztbesuche, bis die Diagnose gestellt ist.“ Und dann heißt es schnell handeln. Denn neben der Tatsache, dass die Fehlstellung nur bis zu einem Alter von etwa 35 Jahren operiert werden kann, spielt es auch eine Rolle, wie rasch die Behandlung erfolgt, um das eigene Gelenk erhalten zu können. Dabei wird ein „künstlicher Beckenbruch“ herbeigeführt und die Hüftpfanne so angepasst, dass sie das Gelenk umschließt und sich der Hüftkopf nicht mehr aus der Pfanne bewegt. Schrauben halten die Pfanne in der richtigen Position. Der Eingriff dauert etwa 1 ½ bis zwei Stunden, ca. fünf Tage verbringen die Patient*innen anschließend auf der Station.
Sechs Wochen lang dürfen sie die Hüfte beziehungsweise den Fuß gar nicht belasten, weitere sechs Wochen dauert es bis zur Vollbelastung. Nach ca. sechs Monaten und begleitenden Reha-Maßnahmen ist grundsätzlich wieder alles möglich, was auch zuvor möglich war. „Nach dem Eingriff entspricht die Biomechanik des Gelenks einem normalen Gelenk, vergleichbar mit einem geheilten Knochenbruch. Die Patient*innen haben eine ‚normale‘ Hüftpfanne“, so OA Dr. Pichler. „Natürlich kann es sein, dass auch diese jungen Patient*innen irgendwann ein künstliches Gelenk benötigen, grundsätzlich haben sie allerdings eine ganz normale ‚Lebenserwartung‘ ihres Hüftgelenks.“
Da die Fehlstellung vor allem Frauen betrifft, räumt der Mediziner auch mit einem immer noch verbreiteten Vorurteil auf: „Der Eingriff hat keinen Einfluss auf eine Geburt. Laut Studien sind auch bei diesen Patient*innen Spontangeburten genau so möglich wie bei Patient*innen ohne behandelte Fehlstellung.“
Wieder bei Pflichtspielen auf dem Fußballplatz im Einsatz
Für Lisa Eisner hat sich durch den Eingriff das ganze Leben geändert. In einem liebevoll geführten Tagebuch schildert sie detailliert die Zeit ab den Operationen und danach, dokumentiert Fortschritte und hält fest, wie sie gelernt hat, Geduld zu haben bis zur Heilung und aus welchen kleinen Schritten sie Kraft schöpfen konnte. Sie will anderen jungen Menschen mit der gleichen Erkrankung Mut machen, sich frühzeitig für einen Eingriff zu entscheiden. Derzeit studiert die St. Marienerin Biomedizinische Analytik in Steyr. Und sie steht bei der Spielgemeinschaft Kematen/Piberbach/Rohr/Neuhofen seit Mitte August auch wieder bei Pflichtspielen auf dem Fußballplatz.
Zufrieden zieht sie Resümee: „Dank der Operationen, aber auch dank der Unterstützung meines privaten Umfelds, meiner Familie, meiner Freund*innen und auch meines Physiotherapeuten, der sich immer viel Zeit für mich genommen hat, kann ich mich schmerzfrei bewegen, ich kann schmerzfrei sitzen, ich kann meinen Bachelor machen. Ich habe die beste Zeit meines Lebens.“
Informationen zur Abteilung Orthopädie:
Orthopädie | Ordensklinikum Linz
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Ordensklinikum Linz (Arzt-Patientin-Foto)
Daniel Hofer/frames by daniel (Fußballfoto)
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