Journalistenbesuch im OP

Presse

Aktuelle Medieninformationen
02.06.2026

5 Jahre Spezialambulanz: Wohnortnahe Versorgung von 100 Lungentransplantations-Patient*innen

Seit fünf Jahren müssen rund 100 Oberösterreicher*innen, die mit einer transplantierten Lunge leben, nicht mehr zur Nachsorge nach Innsbruck oder Wien pendeln. Die Spezialambulanz am Ordensklinikum Linz Elisabethinen ermöglicht seit ihrer Gründung wohnortnahe spitzenmedizinische Betreuung und entlastet die Patient*innen, die oft schon einen langen Leidensweg hinter sich haben. Die enge Zusammenarbeit mit dem Transplantationszentrum der Universitätsklinik für Thoraxchirurgie der MedUni Wien trägt dabei wesentlich zur Versorgung auf höchstem Niveau bei.

 

Eine Lungentransplantation ist die letzte Therapieoption, die schwer lungenkranken Menschen zur Verfügung steht. Für diesen Eingriff sind zwar spezialisierte Kliniken in Wien und Innsbruck zuständig, doch sowohl in der Vorbereitung auf eine Transplantation als auch danach brauchen die oberösterreichischen Patient*innen ihr Leben lang spitzenmedizinische Versorgung. Um die dauerhafte Nachsorge kümmern sich nun seit fünf Jahren unter der Leitung von Prim. Priv.-Doz. Dr. Christopher Lambers die Mitarbeiter*innen der Spezialambulanz am Ordensklinikum Linz Elisabethinen. „Nach einer Transplantation werden die Betroffenen engmaschig betreut. Vor der Gründung der Ambulanz bedeutete das, dass die Patient*innen wöchentlich beziehungsweise monatlich nach Wien oder Innsbruck pendeln mussten. Seit fünf Jahren ist die Nachsorge auf gleich hohem Niveau auch in Linz möglich“, so Prim. Lambers, Leiter der Pneumologie am Ordensklinikum Linz Elisabethinen, der die Spezialambulanz initiierte. Das Team der Lungentransplantations-Ambulanz ist seither zentraler Ansprechpartner in Oberösterreich, sowohl für mittlerweile rund 100 lungentransplantierte Patient*innen als auch Expert*innen aus anderen Krankenhäusern im Bundesland.

 

„Die Spezialambulanz für lungentransplantierte Patientinnen und Patienten am Ordensklinikum Linz Elisabethinen ist ein gutes Beispiel dafür, wie wohnortnahe Spitzenmedizin in Oberösterreich gelebt wird. Für die Betroffenen bedeutet das nicht nur kürzere Wege und weniger belastende Fahrten nach Wien oder Innsbruck, sondern vor allem mehr Lebensqualität und Sicherheit in einer besonders sensiblen Lebensphase“, sagt Gesundheitslandesrätin LH-Stv.in Mag.a Christine Haberlander.

 

Pneumologische Expertise in Oberösterreich

Pro Jahr werden österreichweit etwa 120 Lungentransplantationen durchgeführt, etwa 15 davon an chronisch kranken Oberösterreicher*innen. Im internationalen Vergleich ist die Wartezeit relativ kurz und beträgt im Durchschnitt etwa drei bis sechs Monate. Welche Patient*innengruppe lungentransplantiert wird, hat sich im Laufe der Jahre jedoch verändert. Aufgrund von verbesserten Therapiekonzepten, beispielsweise für Cystische Fibrose oder Lungenhochdruck, führen diese Erkrankungen seltener zu einer Lungentransplantation. Typische Krankheitsbilder sind hingegen Interstitielle Lungenerkrankungen (ILD) oder COPD (Chronic Obstructive Pulmonary Disease), bei denen komplexe Strukturveränderungen die Funktion des Organs so weit schädigen, dass in den schweren Fällen eine Transplantation unumgänglich ist. Das Alter der zu behandelnden Patient*innen nimmt ebenfalls kontinuierlich zu.

 

„Durch den medizinischen Fortschritt leben die Menschen generell länger – auch jene mit transplantierter Lunge. Dadurch gewinnt eine wohnortnahe Versorgung noch größere Bedeutung. Die Überlebenswahrscheinlichkeit nach fünf Jahren beträgt 70 Prozent. Es gibt aber auch Betroffene, die mehr als 20 Jahre mit einer transplantierten Lunge leben und in dieser Zeitspanne dank der Spezialambulanz immer kompetente Ansprechpartner*innen für ihre medizinische Behandlung in ihrer Nähe haben“, so Prim. Priv.-Doz. Dr. Lambers. Durch die Betreuung auf der Lungentransplantations-Ambulanz in Linz kann die Behandlung der oberösterreichischen Patient*innen ohne Zeitverlust stattfinden. „Akute Notfälle wie ein Infekt oder eine akute Abstoßung, die für Menschen mit transplantierten Organen aufgrund der eingenommenen Immunsuppressiva lebensgefährlich werden kann, können rasch behandelt und so abgefangen werden“, beschreibt der Pneumologe.

 

Enge fachliche Zusammenarbeit mit nationalen Zentren

Das Team der Lungentransplantations-Ambulanz des Ordensklinikum Linz arbeitet eng mit der Universitätsklinik für Thoraxchirurgie der MedUni Wien – AKH Wien zusammen, die von dem gebürtigen Oberösterreicher Univ.-Prof. Dr. Clemens Aigner, MBA FETCS geleitet wird. „Es ist sinnvoll und wichtig, dass die standardisierte Behandlung in der gleichen Qualität an verschiedenen Standorten möglich ist. Die strategische Partnerschaft zwischen unseren Krankenhäusern garantiert, dass für jede*n Patient*in die höchste Expertise zur Verfügung steht, egal, wo sie vor und nach der Lungentransplantation betreut werden“, so Univ.-Prof. Dr. Aigner. Durch die Nachbetreuung in Oberösterreich werden die Wiener Ambulanzen merklich entlastet, ohne dass die Patient*innen einen Qualitätsverlust in Kauf nehmen müssten.

 

In Telekonferenzen tauschen sich die Linzer und Wiener Expert*innen regelmäßig über Behandlungen, wissenschaftliche Erkenntnisse und medizinische Neuerungen aus. Dieser Zusammenarbeit kommt auch Prim. Lambers’ persönliche Erfahrung entgegen. Er war vor seiner Tätigkeit als Leiter der pneumologischen Abteilung am Ordensklinikum Linz Elisabethinen sieben Jahre lang als Oberarzt an der Universitätsklinik für Thoraxchirurgie tätig und wirkte dort im Lungentransplantationsprogramm mit. Auch für die wissenschaftliche Betätigung der Mitarbeiter*innen der pneumologischen Abteilung ist die Kooperation von Vorteil. „Master- oder Diplomarbeiten rund um das Thema der Lungentransplantation können von unseren Studierenden verfasst werden. In Linz versorgen wir auch hochkomplexe Fälle, die für wissenschaftliche Arbeiten interessant sind“, so Prim. Priv.-Doz. Dr. Lambers. Darüber hinaus werden Informationen untereinander ausgetauscht, was insbesondere für Studien zum Langzeitüberleben aufgrund der größeren Datenlage eine höhere Aussagekraft verspricht. Durch die zentralisierte Qualitätskontrolle können außerdem die Ergebnisse noch genauer überprüft werden.

 

Transplantationszentrum für Oberösterreich

Als Transplantationszentrum für Oberösterreich werden im Ordensklinikum Linz Nierentransplantationen und Transplantationen von Knochenmarksstammzellen durchgeführt. Patient*innen mit Lungen-, Leber- und Herzerkrankungen werden vor und nach der Transplantation betreut und optimal behandelt. „Mit dieser Spezialambulanz bietet das Ordensklinikum Linz als Transplantationszentrum seit nunmehr fünf Jahren eine weitere spitzenmedizinische Leistung für unsere Patient*innen an“, sagt Prim. Dr. Matthias Kölbl, stv. Ärztlicher Direktor des Ordensklinikum Linz Elisabethinen.

 

Fotos © Ordensklinikum Linz:

Foto 1: Die Teilnehmer*innen der Pressekonferenz (v.l.): Univ.-Prof. Dr. Clemens Aigner, MBA FETCS (Leitung Universitätsklinik für Thoraxchirurgie an der Medizinischen Universität Wien – AKH Wien), Prim. Priv.-Doz. Dr. Christopher Lambers (Leitung Pneumologie am Ordensklinikum Linz Elisabethinen), LH-Stv.in Gesundheitslandesrätin Mag.a Christine Haberlander und Prim. Dr. Matthias Kölbl (stv. Ärztlicher Direktor am Ordensklinikum Linz Elisabethinen)

Foto 2: Prim. Priv.-Doz. Dr. Christopher Lambers (Mitte) und das Team der Lungentransplantations-Ambulanz am Ordensklinikum Linz Elisabethinen

 

Rückfragehinweis für Journalist*innen:
Lena Gattringer, BA BA
lena.gattringer@ordensklinikum.at
+43 732 7677 – 4908
+43 664 88 41 99 88
www.ordensklinikum.at