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05.10.2026

20 Jahre Brust-Gesundheitszentrum am Ordensklinikum Linz: Zwei Jahrzehnte Kompetenz, Qualität und Innovation

Das Brust-Gesundheitszentrum am Ordensklinikum Linz blickt auf 20 Jahre erfolgreiche Arbeit zurück. Seit seiner Gründung im Februar 2006 hat sich das Zentrum zu einer der führenden Einrichtungen für die Diagnose und Behandlung von Brustkrebs entwickelt – geprägt von hoher medizinischer Qualität, interdisziplinärer Zusammenarbeit und einer konsequenten Ausrichtung auf die Bedürfnisse der Patient*innen.

In den vergangenen zwei Jahrzehnten wurden die Patient*innenzahlen kontinuierlich ausgebaut: „Wurden im Jahr 2006 rund 200 Neuerkrankungen diagnostiziert, waren es zuletzt mehr als 400 pro Jahr. Insgesamt wurden in diesem Zeitraum auch knapp 80 Männer mit Brustkrebs behandelt“, sagt OÄ Dr.in Ruth Helfgott, Leiterin des Brust-Gesundheitszentrums am Ordensklinikum Linz und aktuelle Leiterin des OÖ. Brust-Gesundheitszentrums des Tumorzentrum OÖ.

„20 Jahre Brust-Gesundheitszentrum am Ordensklinikum Linz stehen für zwei Jahrzehnte medizinische Kompetenz, engagierte Teams und vor allem für eine Versorgung, die den Menschen ins Zentrum rückt. Gerade bei einer so häufigen Erkrankung wie Brustkrebs sind Früherkennung, moderne Behandlungsmöglichkeiten und eine enge interdisziplinäre Zusammenarbeit entscheidend. In Oberösterreich arbeiten wir für ein großes Ziel: Die Menschen in unserem Land sollen heute und bis ins hohe Alter gut und gesund leben können Dafür brauchen wir eine starke Gesundheitsversorgung, auf die sich die Menschen im Fall der Fälle verlassen können. Das Brust-Gesundheitszentrum am Ordensklinikum Linz leistet dazu seit 20 Jahren einen wichtigen Beitrag. Mein großer Dank gilt allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die mit ihrem täglichen Einsatz für höchste Qualität und bestmögliche Betreuung sorgen“, betont LH-Stv.in Mag.a Christine Haberlander.

Brustkrebs ist nach wie vor die häufigste Krebserkrankung bei Frauen – etwa jede neunte bis zehnte Frau erkrankt im Laufe ihres Lebens daran. „Das Brust-Gesundheitszentrum am Ordensklinikum Linz betreut rund ein Drittel aller Brustkrebspatient*innen in Oberösterreich und leistet damit einen bedeutenden Beitrag zur regionalen Versorgung. Als Onkologisches Leitspital für Oberösterreich verfolgen wir seit Jahren konsequent die Strategie, zertifizierte Zentren für die Behandlung von Krebspatient*innen aufzubauen und kontinuierlich weiterzuentwickeln. Diese Zentren gewährleisten durch die enge Zusammenarbeit aller für das jeweilige Krankheitsbild relevanten Fachdisziplinen und Berufsgruppen eine Behandlung auf höchstem medizinischem Niveau und bieten unseren Patient*innen die bestmögliche Versorgung. Durch die Weiterentwicklung der Therapien und verbesserte Früherkennung konnten die Prognosen der Patient*innen erheblich verbessert und die Sterblichkeit signifikant gesenkt werden“, sagt Dr. Stefan Beyerlein, Ärztlicher Direktor des Ordensklinikum Linz Barmherzige Schwestern.
 

Zertifizierte Qualität als entscheidender Vorteil
Ein zentrales Qualitätsmerkmal des Zentrums ist seine internationale Zertifizierung. Das Brust-Gesundheitszentrum ist sowohl nach den Standards der EUSOMA (European Society of Mastology) als auch durch die Zertifizierungsgesellschaft OnkoZert der Deutschen Krebsgesellschaft ausgezeichnet.

„Zertifizierung bedeutet, dass sämtliche Abläufe, Ergebnisse und Strukturen regelmäßig überprüft werden“, erklärt OÄ Dr.in Ruth Helfgott. „Einmal jährlich wird unser Zentrum extern evaluiert. Für Patient*innen bedeutet das höchste Behandlungsqualität, Transparenz und Sicherheit.“

Bereits 2006 wurde das Zentrum unter der Leitung von Dr.in Sabine Pöstlberger als erstes Zentrum in Österreich außerhalb Deutschlands nach OnkoZert zertifiziert und gleichzeitig als erstes zertifiziertes Organzentrum am Ordensklinikum Linz etabliert. Den Grundstein für diese Entwicklung legte Priv.-Doz. Dr. Christoph Tausch. (Anmerkung: Die Zertifizierungen OnkoZert und EUSOMA bestehen seit 2003 – in Europa gab es zuvor keine vergleichbaren zertifizierten Zentren.)
 

Gebündelte Expertise unter einem Dach
Ein wesentliches Erfolgsgeheimnis ist die enge Zusammenarbeit unterschiedlichster Fachbereiche und Berufsgruppen. Von Chirurgie über Onkologie, Radiologie, Radioonkologie und Nuklearmedizin bis hin zu Pathologie, Strahlentherapie sowie Plastischer Chirurgie, Klinischer Psychologie und Palliativmedizin sind alle relevanten Disziplinen vor Ort vereint.

Diese Struktur ermöglicht nicht nur kurze Wege, sondern auch rasche Diagnosen und individuell abgestimmte Therapien. Modernste bildgebende Verfahren – etwa der gezielte Einsatz der Magnetresonanztomographie (MRT) – tragen zusätzlich zur hohen diagnostischen und therapeutischen Qualität bei.

Bessere Prognosen durch Fortschritt und Zusammenarbeit
In den vergangenen 20 Jahren konnten durch kontinuierliche Weiterentwicklung der Therapien und verbesserte Früherkennung deutliche Fortschritte erzielt werden. Ein entscheidender Faktor dafür ist die intensiv gelebte interdisziplinäre und berufsgruppenübergreifende Zusammenarbeit: In regelmäßig stattfindenden Tumorboards werden individuelle, maßgeschneiderte Therapiekonzepte entwickelt.

Zudem nimmt das Zentrum aktiv an nationalen und internationalen klinischen Studien teil. Aktuell werden rund 210 Patient*innen im Rahmen solcher Studien betreut. „Dadurch können wir Patient*innen oft frühzeitig Zugang zu innovativen Therapien verschaffen“, so OÄ Dr.in Helfgott.
 

Kontinuierliche Weiterentwicklung
Qualität ist kein Zustand, sondern ein fortlaufender Prozess: Regelmäßige Qualitätszirkel, kontinuierliche Fort- und Weiterbildungen des Personals sowie die aktive Einbindung von Patient*innen in Verbesserungsprozesse sichern die stetige Weiterentwicklung des Zentrums.

Zu den therapeutischen Meilensteinen der vergangenen Jahre zählen unter anderem:

  • Fortschritte in der radiologischen Diagnostik, etwa MR-gezielte Biopsien und kontrastmittelverstärkte Mammographien
  • Einführung neuer Markierungs- und Lokalisationssysteme, die schonendere Operationen der Achsellymphknoten ermöglichen
  • Ausbau der Brustrekonstruktion mit Eigengewebe als Alternative zu Implantaten
  • Einführung der endoskopisch assistierten, nippelsparenden Mastektomie
  • Implementierung verkürzter Bestrahlungsschemata, die heute in ausgewählten Fällen nur noch fünf Sitzungen erfordern
  • Etablierung zahlreicher zielgerichteter Therapien mit zunehmender Individualisierung der Behandlung
  • Deutlicher Ausbau der molekulargenetischen Diagnostik sowohl zur Einschätzung des genetischen Erkrankungsrisikos bei familiärer Belastung als auch zur Therapieplanung und Präzisionsmedizin
     

Der Mensch im Mittelpunkt
Neben der medizinischen Behandlung legt das Brust-Gesundheitszentrum großen Wert auf eine ganzheitliche Betreuung. Speziell ausgebildete Breast Care Nurses begleiten die Patient*innen während des gesamten Behandlungsprozesses – von der Diagnose über die Therapie bis zur Nachsorge. „Als Breast Care Nurse sehe ich mich als Bindeglied zwischen den behandelnden Ärzt*innen, der Pflege und anderen Berufsgruppen. Wir begleiten die Patient*innen während ihrer gesamten Erkrankung – vom ersten Diagnosegespräch bis hin zur Behandlung und darüber hinaus. Dabei sind wir eine wichtige Ansprechperson für alle Fragen und Anliegen, die im Laufe der Therapie entstehen können – von der Wundversorgung und möglichen Nebenwirkungen, über soziale Themen bis hin zu Fragen rund um den Haarersatz“ sagt Brigitte Kurz, Breast Care Nurse am Brust-Gesundheitszentrum Ordensklinikum Linz. Ergänzt wird das Angebot durch Klinische Psychologie, komplementärmedizinische Verfahren sowie unterstützende Maßnahmen wie Akupunktur oder Qi Gong. Auch Angehörige werden aktiv in die Betreuung miteinbezogen, um eine umfassende Unterstützung im gesamten Krankheitsverlauf zu gewährleisten.
 

Blick in die Zukunft
Nach zwei Jahrzehnten erfolgreicher Arbeit bleibt das Ziel unverändert: die bestmögliche Versorgung für Brustkrebspatient*innen auf höchstem medizinischem Niveau und mit größtmöglicher persönlicher Zuwendung. „Unser Anspruch ist es, allen Patient*innen eine individuell optimale Behandlung zu ermöglichen – getragen von Fachkompetenz, Innovation und Menschlichkeit“, betont OÄ Dr.in Ruth Helfgott.
 

Fotos © Ordensklinikum Linz:
Foto 1: 
(v.l.n.r.): LH-Stv.in Mag.a Christine Haberlander, Gesundheitslandesrätin, Patientin Karina Cansiz, Dr. Stefan Beyerlein, Ärztlicher Direktor des Ordensklinikum Linz Barmherzige Schwestern, OÄ Dr.in Ruth Helfgott, Leiterin des Brust-Gesundheitszentrums am Ordensklinikum Linz und Brigitte Kurz, Breast Care Nurse am Brust-Gesundheitszentrum.
Foto 2: OÄ Dr.in Ruth Helfgott, Leiterin des Brust-Gesundheitszentrums am Ordensklinikum Linz
 

Rückfragehinweis für Journalist*innen:
Andrea Fürtauer-Mann
andrea.fuertauer-mann@ordensklinikum.at
+43 664 8854 1564
www.ordensklinikum.at