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Ordensklinikum Linz

Größtes Schlaflabor in Oberösterreich am Ordensklinikum Linz

Datum: 27.04.2026

Das Schlaflabor am Ordensklinikum Linz wurde modernisiert und auf sechs Patient*innenzimmer erweitert. Es ist damit das größte Schlaflabor in Oberösterreich, in dem unter anderem Menschen mit Schlafapnoe behandelt werden. Für die Qualität auf höchstem Niveau spricht die Zertifizierung durch die Österreichische Gesellschaft für Schlafmedizin und Schlafforschung (ÖGSM).

 

Das Schlaflabor am Ordensklinikum Linz Elisabethinen, das erste seiner Art in Österreich, bietet seit rund 35 Jahren Diagnostik und Therapie schlafassoziierter Atmungsstörungen mit Schwerpunkt auf der obstruktiven Schlafapnoe (OSA) an. Im Zuge baulicher Veränderungen konnten die verschiedenen Bereiche der Pneumologie räumlich  zusammengelegt und auch das Schlaflabor dort neu angesiedelt, erweitert und modernisiert werden. Es verfügt nun über sechs Überwachungsbetten in komfortablen Einzelzimmern mit eigenem Bad und ist damit das größte Schlaflabor in Oberösterreich. Bei der Segnungsfeier wurden die neuen Räumlichkeiten nun feierlich eröffnet.

 

Zertifizierte Qualität

Das Schlaflabor wurde durch die ÖGSM zertifiziert. „Entsprechend dem hohen Qualitätsanspruch unseres Hauses haben wir die Zertifizierung unseres Schlaflabors angestrebt und auch erfolgreich abgeschlossen“, erklärt Prim. Priv.-Doz. Dr. Christopher Lambers, Leiter der Abteilung für Pneumologie am Ordensklinikum Linz Elisabethinen, der auch für das Schlaflabor zuständig ist. Im Rahmen des Zertifizierungsprozesses erfolgte eine technische Aufrüstung des Schlaflabors nach international höchstem Standard und die Prozessabläufe wurden ebenfalls optimiert. Außerdem erweiterten die Mitarbeiter*innen ihre Qualifikationen: Es sind nun sechs diplomierte Gesundheits- und Krankenpfleger*innen mit einer Sonderausbildung in Schlafmedizin im Einsatz. Und auch das ärztliche Personal absolvierte eine Fortbildung, die seine Kompetenz für die optimale Versorgung der Patient*innen vertiefte.

 

Breites Leistungsangebot

Das Leistungsspektrum des Schlaflabors der pneumologischen Abteilung umfasst unter anderem die umfassende schlafmedizinische Untersuchung zur Diagnose von Schlafstörungen wie Apnoe (Atemaussetzer), Narkolepsie (plötzliche Schlafattacken) oder Parasomnien (Schlafwandeln, Alpträume etc.). Bei komplexen Erkrankungen werden auch Verlaufsmessungen durchgeführt. Besteht ein Bedarf, werden individuelle Atemhilfen angepasst. Die unterschiedlichen Masken unterstützen mittels verschiedener Druckniveaus bei der Atmung und verhindern nächtliche Atemstillstände, verringern damit einhergehenden Sauerstoffmangel und in weiterer Folge Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

 

Das Pflegeteam betreut die Patient*innen von der Aufnahme bis zur Entlassung im Schlaflabor. Abgestimmt auf die Schlafgewohnheiten der Patient*innen nehmen sie vor der Nachtruhe die Verkabelung vor bzw. unterstützen Patient*innen, die auf eine Atemhilfe eingestellt werden, dabei, die passende Maske zu finden. Martina Märzinger, Koordinatorin des Pflegeteams, erläutert: „Wir nehmen uns hierfür viel Zeit, denn für einen erholsamen Schlaf muss die Maske gut sitzen und sollte keinen Druck ausüben.“ Die Pflegekräfte überwachen an den Monitoren den Schlaf der Patient*innen und intervenieren bei Bedarf. Für die Einstellung ist sehr viel Fingerspitzengefühl gefragt. Am Morgen werden die aufgezeichneten Daten ausgewertet. Im Anschluss erstellen die Ärzt*innen einen Befund und besprechen vor der Entlassung mit den Patient*innen die Therapieempfehlung und das weitere Vorgehen.

Fotos © Ordensklinikum Linz: DGKP Martina Märzinger, Prim. Priv.-Doz. Dr. Christopher Lambers und OA Dr. Gerhard Kos sind Teil des Teams des Schlaflabors

Schwerpunkt obstruktive Schlafapnoe

Die obstruktive Schlafapnoe (OSA), worauf die Pneumologie des Ordensklinikum Linz Elisabethinen unter anderem spezialisiert ist, ist eine häufige Erkrankung und kommt bei Männern zwei- bis dreimal so oft vor wie bei Frauen. Sie entsteht im Schlaf durch Verlust der Muskelspannung im Rachenraum. Dies führt zur Einengung oder zum Verschluss der Atemwege. Betroffene schlafen schlecht, wachen häufig auf und sind tagsüber sehr müde, wodurch ein erhöhtes Unfallrisiko besteht. Außerdem kommt es zu lautem, explosionsartigem Schnarchen, welches am Ende eines Atemstillstandes auftritt und worunter auch die Schlafqualität der Partner*innen leiden kann. Weitere Anzeichen einer OSA sind Unkonzentriertheit, depressive Verstimmung und morgendlicher Kopfschmerz. Die OSA geht häufig mit Erkrankungen wie Bluthochdruck, Herzrhythmusstörungen, Diabetes mellitus Typ 2, Erschöpfung, kognitiver Beeinträchtigung und einem erhöhten Schlaganfallrisiko einher und kann die Lebensqualität der Betroffenen stark beeinträchtigen.

 

Behandlung der Schlafapnoe

Die obstruktive Schlafapnoe wird mithilfe der nächtlichen Atemhilfen behandelt, die nach einer abklärenden Nacht im Schlaflabor angepasst werden. Die Nasenmasken halten durch positiven Atemwegsdruck die oberen Atemwege im Schlaf offen und verhindern das Verschließen. OA Dr. Gerhard Kos, Abteilung für Pneumologie am Ordensklinikum Linz Elisabethinen, betont: „Diese rein mechanische Therapie wirkt innerhalb weniger Tage, oft schon nach der Einstellungsnacht. Die Patient*innen sollten die Nasenmaske täglich mehr als vier Stunden verwenden.“ Darüber hinaus werden die Patient*innen in ihrer Schlafhygiene geschult. Dazu zählen die Vermeidung von Alkohol und üppigem Essen am Abend, Stressreduktion, Verzicht auf Schlafmittel sowie Seitenlage beim Schlafen. Nach der Ersteinstellung erfolgen die Verlaufskontrollen im niedergelassenen Bereich bei Lungen- oder HNO-Fachärzt*innen.

 

Wenn Patient*innen die Atemmasken nicht vertragen, kann die Implantation eines Zungenschrittmachers eine Alternative darstellen. Die Abteilung für Pneumologie arbeitet in diesem Fall interdisziplinär mit der Abteilung für HNO, Kopf- und Halschirurgie am Ordensklinikum Linz Barmherzige Schwestern zusammen.