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Ordensklinikum Linz

Warnzeichen erkennen: Harnwegsinfektionen bei Kindern und die möglichen Folgeschäden

Datum: 26.01.2022

Harnwegsinfektionen gehören bei Kindern mitunter zu den häufigsten bakteriellen Infektionserkrankungen. Mehr als zehn Prozent der Mädchen und drei Prozent der Jungen erkranken vor dem Schuleintrittsalter mindestens einmal an einer Harnwegsinfektion.

Allerdings äußert sich die Erkrankung bei Kindern aber oft nur durch sehr unspezifische Symptome und wird daher oft zu spät erkannt. Dazu zählen etwa:

  • eine fahle Hautfarbe
  • Trinkschwäche
  • Fieber
     

"Bei diesen Symptomen sollte unbedingt ein Arzt aufgesucht werden", warnt Prim. Univ.-Doz. Dr. Josef Oswald, Abteilungsleiter der Kinderurologie am Ordensklinikum Linz Barmherzige Schwestern. Erst ältere Kinder zeigen die typischen Symptome einer Blasenentzündung wie Brennen beim Harnlassen, ständigen Harndrang sowie hohes Fieber, wenn die Nieren ebenfalls betroffen sind. Insbesondere bei Babys und Kleinkindern können diese allerdings völlig fehlen. Daher ist es umso wichtiger, bei Allgemeinsymptomen wie hohem Fieber, Übelkeit, Erbrechen und Mattigkeit einen Arzt aufzusuchen.

 

Infektionen rechtzeitig erkennen

Wird die Entzündung vom Haus- oder Kinderarzt durch eine Harnanalyse und Anlegen einer Kultur diagnostiziert, muss unbedingt mit einem Antibiotikum behandelt werden, da der Infekt ansonsten zu den Nieren aufsteigen, und dort Narben verursachen kann, welche dauerhafte Schäden nach sich ziehen. „Dazu zählt ein Bluthochdruck bereits im Kindesalter wie bei weiterer Nichtbehandlung eine Einschränkung der Nierenfunktion, Erkrankungen während der Schwangerschaft bis hin zur Niereninsuffizienz im späteren Leben“, erklärt Primar Oswald. Leiden kleine Kinder häufiger an Harnwegsinfekten, sollte auf jeden Fall die Ursache abgeklärt werden, um eventuelle Fehlbildungen des Genitaltraktes auszuschließen.

Krankenschwester mit Kleinkind und Primar Oswald in Behandlungszimmer
Harnwegsinfektionen sind bei früher Diagnose durch einen Haus- oder Kinderarzt einfach zu behandeln.

 

Auslöser: Bakterien

In den meisten Fällen sind für eine Harnröhren- oder Blasenentzündung aufsteigende Bakterien verantwortlich. Normalerweise sind diese Organe nur von wenigen Bakterien besiedelt, da der ständig durchfließende Urin die Harnwege auswäscht und der Blasenschließmuskel eine Barriere für aufsteigende Keime bildet. Bei einem übermäßigen Eindringen der Krankheitserreger in die Harnröhre können diese Reinigungsmechanismen versagen - und die Bakterien breiten sich in der Blase aus. Ein Symptom des Harnwegsinfekts ist bei älteren Kindern das Brennen beim Wasserlassen. Außerdem müssen Betroffene öfter als sonst auf die Toilette. Ein weiteres Symptom bei Kindern kann ein unbeabsichtigtes Einnässen sein. Die Diagnose erfolgt, indem der Harn auf Bakterien und weiße Blutkörperchen untersucht wird.    

 

Blasenschule

Kinder, hier insbesondere Mädchen, neigen oftmals dazu, die Blase beim Gang auf die Toilette nicht vollständig zu entleeren. Im Restharn, der in der Harnblase verbleibt, können sich die Bakterien vermehren. In der Blasenschule im Ordensklinikum Linz Barmherzigen Schwestern lernen betroffene Mädchen, dass sie ihr Verhalten verändern. Die Kinder werden angehalten, ein "Blasentagebuch" zu führen, in dem sie eintragen, wie viel getrunken und uriniert wird. Auch die richtige Sitzposition auf der Toilette kann verhindern, dass Restharn in der Harnblase zurückbleibt und Probleme bereitet.

 

Europäisches Aushängeschild

Die Kinderurologie am Ordensklinikum Linz ist die einzige Abteilung dieser Art in Österreich und bereits seit mehr als 30 Jahren auf kinderurologische Fehlbildungen spezialisiert. Mehr als 3.000 Kinder werden jährlich stationär an der Abteilung aufgenommen. Die Spezialabteilung ist über die Grenzen Österreichs bekannt und zählt heute zu den größten kinderurologischen Zentren in Europa. Aufgrund ihrer einzigartigen Expertise wurde sie 2019 als nationales Referenzzentrum für seltene kinderurologische Erkrankungen ausgezeichnet.

Nähere Informationen zur Kinderurologischen Abteilung des Ordensklinikum Linz Barmherzige Schwestern


„Haben Kinder eine fahle Hautfarbe, entwickeln eine Trinkschwäche und leiden unter Fieber, sollte man auf jeden Fall einen Arzt aufsuchen“
Prim. Univ.-Doz. Dr. Josef Oswald, FEAPU