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Ordensklinikum Linz

Unsichtbare Gefahr – So schützen Sie sich vor HPV

Datum: 05.10.2020

Im Verlauf ihres Lebens infizieren sich 80 bis 90 Prozent der Menschen mit Humanen Papilloma Viren (HPV), ohne dies zu bemerken. Bestimmte Virentypen können zu infektiösen, stark wachsenden Hautveränderungen im Genitalbereich (Kondylome/Feigwarzen) führen. Andere, sogenannte „Hochrisiko Typen“, sind für die Entstehung einer Reihe von Krebserkrankungen verantwortlich: Schamlippen-, Penis- und Enddarmkrebs, Krebserkrankungen im Mund- und Rachenraum sowie Gebärmutterhalskrebs -  die weltweit zweithäufigste Krebserkrankung bei Frauen.

„Die rechtzeitige Impfung gegen HPV im Kindes- oder Jugendalter bietet einen nahezu 100-prozentigen Schutz gegen diese Erkrankungen“, so Primarius Univ.- Prof. Dr. Lukas Hefler, Vorstand der Abteilung Gynäkologie am Ordensklinikum Linz Barmherzige Schwestern und am Konventhospital der Barmherzigen Brüder. Um Aufmerksamkeit auf dieses wichtige Thema zu lenken hat er die Kampagne „Petrol Ribbon“ initiiert - mit dem längerfristigen Ziel die Durchimpfungsrate zu erhöhen. Mit Herbst 2020 wurde die kostenlose HPV-Impfung für Kinder von der 4. in die 5. Schulstufe verlegt. Allerdings ist die Impfung nicht nur für Kinder im Schulalter empfehlenswert: „Das optimale Alter ist vom neunten bis zum zwölften Geburtstag. Frühes impfen ist wichtig, weil die Immunlage bei Kindern anders ist als im Erwachsenenalter und sie dadurch besser auf die Impfung ansprechen“, erklärt Prim. Dr. Hefler. Bei Mädchen bis zu 15 Jahren sind nur zwei Impfdosen im Mindestabstand von sechs Monaten nötig, danach drei. „Es gibt aber kein oberes Alterslimit. Eine HPV-Impfung ist bis zum 30. Lebensjahr auf jeden Fall zu empfehlen.“ Danach sei eine Impfung sinnvoll, etwa wenn die Frau bereits eine HPV-basierte Erkrankung hatte, oder eine Konisation – Entnahme von Gewebe am Gebärmutterhals - durchgeführt wurde, sagt der Experte.

HPV-Test als wichtige Krebsvorsorge

Humane Papilloma Viren sind oft stille Begleiter im Leben vieler Frauen. Die meisten HPV-Infektionen klingen nach ein bis zwei Jahren von selbst wieder ab. Bleibt eine Infektion, etwa mit einem Hochrisikotyp aber bestehen, kann dies nach mehreren Jahren zu Zellveränderungen und in weiterer Folge zu einer Krebsmutation führen. Vor allem das bei Frauen dominierende Zervixkarzinom wird zu nahezu 100 Prozent durch HPV verursacht. Umso wichtiger ist es, mögliche Infektionen mittels HPV-Test rechtzeitig zu erkennen. Während beim PAP-Abstrich bereits Zellveränderungen nachgewiesen werden, gibt der HPV-Test Auskunft über eine Infektion mit Humanen Papilloma Viren und kann als Ergänzung zum PAP-Abstrich durchgeführt werden. „Ist der Test negativ, dann kann mit sehr großer Wahrscheinlichkeit davon ausgegangen werden, dass die Frau in den nächsten zwei bis fünf Jahren keine Zellveränderungen, also eine Krebsvorstufe entwickeln wird. Das ist quasi eine Risikoeinschätzung“, erklärt Prim. Hefler die Vorteile des HPV-Tests. Er empfiehlt: „Grundsätzlich sollten sich Frauen ab dem 30. Lebensjahr im Abstand von drei bis fünf Jahren auf HPV testen lassen, um das Risiko einer Krebserkrankung so gering wie möglich zu halten.“

HPV Impfung

"Das optimale Alter ist vom neunten bis zum zwölften Geburtstag. Es gibt aber kein oberes Alterslimit. Eine HPV-Impfung ist bis zum 30. Lebensjahr auf jeden Fall zu empfehlen"
Prim. Univ.-Prof. Dr. Lukas Hefler