Seit fünf Jahren gibt es am Ordensklinikum Linz den Servicebereich Gesundheits- und Pflegeberatung. DGKP Petra Hochleitner MSc, BScN leitet diesen Bereich im Ordensklinikum Linz Elisabethinen.
AM PULS: Wie lange sind Sie bereits im Ordensklinikum Linz beschäftigt? Wie verlief Ihr beruflicher Werdegang?
DGKP Petra Hochleitner MSc, BScN: Ich bin mit einer kurzen Unterbrechung seit 2012 im Haus tätig. Zunächst arbeitete ich als Intensivpflegekraft bei den Barmherzigen Brüdern in Linz. Nach einigen Jahren Praxis habe ich Pflegewissenschaften und Krankenhausmanagement studiert und war anschließend als Lehrende in der Gesundheits- und Krankenpflegeschule bei den Elisabethinen tätig. Seit 2018 verantworte ich die Organisation und Koordination der Pflegeberatung durch Expert*innen.
Was sind Ihre Aufgaben?
Hochleitner: Der Servicebereich Gesundheits- und Pflegeberatung ist standortübergreifend tätig. Er wird von Dipl. PflWin (FH) Babette Dörr MBA, Ordensklinikum Linz Barmherzige Schwestern, und mir geleitet. Bei Neuerungen achten wir auf häuserübergreifende Lösungen und stimmen uns bei der Umsetzung ab. Aufgrund des unterschiedlichen Leistungsspektrums der beiden Häuser werden an den einzelnen Standorten unterschiedliche pflegerische Expertisen benötigt. Die Pflegeexpertise ist die Beratung und Begleitung der Patient* innen durch speziell geschulte Pflegekräfte. In den letzten Jahren hat sich im Bereich Pflegequalität viel verändert – etwa durch die Akademisierung des gehobenen Pflegedienstes. Aber auch die Patient*innen haben sich verändert: Sie werden immer älter, sind häufig multimorbid und durch die Zuwanderung gibt es oft sprachliche Barrieren. Aufgrund der Personalsituation bleibt oft wenig Zeit, sich intensiv mit diesen Patient*innen zu beschäftigen. Qualität und Personalressourcen sind eng miteinander verknüpft.
Gibt es Konzepte, um die Pflegequalität zu sichern?
Hochleitner: Wissensvermittlung über ein breites internes Fortbildungsangebot, interne Pflegeaudits, Weiterbildungen und Förderung von Fachkarrieren in der Pflege unterstützen uns dabei, die gewohnt gute Qualität aufrechtzuerhalten.
Welche Rolle spielen Pflegeexpert* innen wie „Cancer Nurses“ im Ordensklinikum Linz?
Hochleitner: Die Pflegeexpert*innen übernehmen die Rolle von Lots*innen. Sie begleiten die Patient*innen durch das Behandlungssystem. Die Spitzenmedizin hat in allen Fächern Einzug gehalten: Die Therapien werden immer komplexer, gehen mit vielfältigen Nebenwirkungen einher und stellen hohe Anforderungen an die Pflege und die Patient*innen. Wenn sich die Medizin weiterentwickelt, muss auch die Pflege mithalten. Spezialisierungen wie Breast Care Nurses, Wundexpert* innen, Stomaexpert*innen, Liver Care Nurses usw. werden entsprechend der medizinischen Entwicklung laufend erweitert. Ein Beispiel ist die periTRACK-Nurse (siehe Artikel Seite 6).
Wie erfolgt die Betreuung durch spezialisierte Pflegekräfte?
Hochleitner: Wenn möglich, ist die Pflegekraft bereits beim ersten Ambulanztermin anwesend, wenn die*der Patient*in die Krebsdiagnose erhält. Die Patient*innen lernen sie kennen und erfahren, dass sie sich mit Fragen an die Pflegekraft wenden können. Darüber hinaus werden Fixtermine vereinbart und bei Bedarf kann die spezialisierte Pflegekraft angefordert werden..
Was sind die Aufgaben des Entlassungsmanagements?
Hochleitner: Im Entlassungsmanagement arbeiten DGKP mit der Zusatzausbildung Case- und Care-Management sowie Sozialarbeiter* innen. In einem gemeinsamen Gespräch erheben sie den Pflege- und Unterstützungsbedarf und organisieren anschließend alles Notwendige für die Zeit nach der Entlassung.

DGKP Petra Hochleitner MSc, BScN, Leiterin des Servicebereich Gesundheits- und Pflegeberatung im Ordensklinikum Linz Elisabethinen.
Gemeinsam mit den Patient*innen, ihren Angehörigen und/ oder dem Behandlungsteam stellen sie ein individuelles Versorgungspaket zusammen und lotsen sie durch das Gesundheits- und Sozialsystem. In der Regel kümmert sich das Behandlungsteam darum, dass das Entlassungsmanagement kontaktiert wird. Angehörige oder Patient*innen können das Angebot allerdings auch selbst nachfragen.
Gibt es Unterstützungsmaßnahmen nach der Entlassung?
Hochleitner: Sollte es passieren, dass nach der Entlassung Probleme in der Pflege und Betreuung auftreten, gibt es auch im niedergelassenen Bereich ein breites Angebot an Unterstützung und Beratungsleistungen. Beispielsweise Sozialberatungsstellen in den Bezirken, Community Nurses, Sozialarbeiter* innen in Primärversorgungszentren usw.
Können Zuweiser*innen zu supportiven Angeboten des Ordensklinikum Linz wie Cancer Nurse zuweisen?
Hochleitner: Sollte es passieren, dass nach der Entlassung Probleme in der Pflege und Betreuung auftreten, gibt es auch im niedergelassenen Bereich ein breites Angebot an Unterstützung und Beratungsleistungen. Beispielsweise Sozialberatungsstellen in den Bezirken, Community Nurses, Sozialarbeiter* innen in Primärversorgungszentren usw. Können Zuweiser*innen zu supportiven Angeboten des Ordensklinikum Linz wie Cancer Nurse zuweisen?
Wie finden Sie in Ihrer Freizeit Entspannung?
Ich lese gerne, vor allem Krimis, und betreibe seit zwei Jahren begeistert Triathlon.