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Ordensklinikum Linz

Krebs-Therapie: So hilft die Genetik

Wirksam und gleichzeitig schonend soll die Tumorbehandlung sein. Genanalysen ermöglichen ein "maßgeschneidertes Therapeutikum".

Jeder Tumor ist eine genetische Erkrankung – egal ob es sich um erblichen oder spontanen Krebs handelt", sagt Gerald Webersinke. Der Fachhumangenetiker vom Ordensklinikum der Barmherzigen Schwestern in Linz ist auf Tumordiagnostik spezialisiert. Dabei helfen heutzutage immer öfter Gentests.

 

Wucherung durch UV-Strahlung

Innerhalb von ein bis drei Wochen können Mediziner ermitteln, welche Therapie am besten geeignet ist. Bei erblichen Erkrankungen dienen Blutproben als Basis für die Analyse, bei spontanen Tumoren wandern Gewebeproben ins Labor. Meist sind mehrere genetische Ereignisse für die Entstehung von Krebs verantwortlich. Zellwucherungen im Körper können durch äußere Einflüsse wie UV-Strahlung oder Gifte, aber auch durch Fehler in der Zellteilung ausgelöst werden.

Je nachdem, wo der Defekt genau sitzt, kann ein maßgeschneidertes Therapeutikum ansetzen. Früher, bei klassischen Chemotherapien, wurde ein breites Spektrum von sich teilenden Zellen angegriffen. Dadurch kam es häufig zu Nebenwirkungen wie Haarausfall oder Veränderungen im Darm, denn Haar- und Darmzellen teilen sich besonders schnell. "Die moderne, zielgerichtete Therapie wirkt nicht nur besser, sie wird auch deutlich seltener von den belastenden Nebenwirkungen begleitet", sagt Webersinke. Besonders gut wirken nach der Genetik ausgewählte Mittel etwa bei Darm- oder Lungenkrebs. Falls Resistenzen auftauchen, kann ein neuer Gentest helfen, trotzdem ein geeignetes Mittel zu finden.

 

Vernetzt arbeiten

Rasante Fortschritte in der Medizin machen eine Zusammenarbeit der einzelnen Fächer notwendig. "Beteiligt sind Fachärzte für Humangenetik und medizinische Genetik, für Innere Medizin und Pädiatrie mit Schwerpunkt Hämatologie/Onkologie, für alle anderen Fächer mit onkologischen Fragestellungen und für die Pathologie sowie Fachhumangenetiker. Sie alle arbeiten in einem engmaschigen Netzwerk zum Wohle der Tumorpatienten", sagt Primar Hans-Christoph Duba vom Kepler Universitätsklinikum Linz.

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Text: Dietlind Hebestreit | OÖN

 

Nähere Informationen:

Labor für Molekularbiologie und Tumorzytogenetik