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Ordensklinikum Linz

Krätze: Altes Leiden wieder aktuell

Krätze ist weder ausgerottet, noch in unseren Breiten unüblich. Prof. Norbert Sepp, Chef der Dermatologischen Abteilung im Ordensklinikum Elisabethinen Linz, spricht über das unterträglich juckende Leiden.

"Auch bei uns erkranken immer wieder Menschen an der juckenden Hautkrankheit", sagt Prof. Norbert Sepp. "Medizinisch heißt die Krätze Scabies. Verursacher sind winzige Spinnentierchen, die so genannten Krätzmilben. Sie sind sehr klein und dringen in die obere Hautschicht des Menschen ein, wo sie in den Hautgängen dann ihre Eier ablegen. Weil das in der Nacht passiert, ist dann der Juckreiz auch besonders groß", erklärt Primar Norbert Sepp. Zur Diagnose kann der Arzt die Milben mit einem Skalpell vorsichtig herauslösen. "Sie sind auch mit einem Auflichtmikroskop sichtbar. Mit freiem Auge sind die rund 0,5 Millimeter großen Milben aber kaum zu erkennen."

Verbreitung in Schulen und Altenheimen

Besonders betroffen sind Regionen des Körpers mit dünner Hautschicht, also die Geschlechtsorgane und die Regionen zwischen den Fingern. Die Ansteckung erfolgt über Hautkontakt und meist an Orten, an denen Menschen eng nebeneinander leben, wie etwa in Kindergärten, Schulen oder Altersheimen. Primar Sepp betont, dass die Wiederkehr der Krätze gar nichts mit Asylanten zu tun habe, wie immer wieder gemutmaßt wird. "Aus meiner 30-jährigen Erfahrung als Hautarzt kann ich sagen, dass die Krätze nie weg war."

Therapie 

Sie kehre offensichtlich in 15-Jahres-Rhythmen verstärkt zurück. Und diese Zeit dürfte jetzt sein, wenn man sich die Verkaufszahlen der Salben Permethrin in den deutschen Apotheken anschaut. "Dort verzeichnet man einen Anstieg um das Vierfache", sagt Sepp. Während man sich im Mittelalter gegen die Krätze nur wundkratzen konnte und es häufig zu massiven Infektionen mit Todesfolge kam, reicht jetzt eine Therapie mit dem Insektizid Permethrin. Dieses muss auf dem ganzen Körper aufgetragen werden und zwölf Stunden einwirken. "Die Salbe muss exakt verwendet werden, sonst können Milben überleben", sagt Sepp.

Ohne Therapie – diese kann auch systemisch sein – verschwindet die Krankheit nämlich nicht. Zusätzlich sollten auch alle Gegenstände, mit denen man zu tun hat, desinfiziert oder für vier Tage weggepackt werden. "Denn ohne Wirt – also ohne Mensch – kann die Milbe nicht überleben."

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