Am Morgen zur Herzbehandlung, am Nachmittag wieder nach Hause: Die neue Kardiologische Tagesklinik am Ordensklinikum Linz Elisabethinen macht das für geeignete Patient*innen möglich. Herzkatheteruntersuchungen, die Behandlung bestimmter Herzrhythmusstörungen und kleinere Eingriffe benötigen nicht immer einen stationären Aufenthalt. Für diese bislang auf der Station durchgeführten Behandlungen stehen jetzt eigene Räumlichkeiten zur Verfügung. Voraussetzung für die Entlassung am selben Tag ist ein guter Gesundheitszustand nach dem Eingriff.
Ein implantierbarer Herzmonitor hilft, Auffälligkeiten beim Rhythmus zu klären. Der Eingriff dafür dauert rund eine halbe Stunde. Bei bestimmten Herzrhythmusstörungen kann eine sogenannte Kardioversion den regelmäßigen Herzschlag wiederherstellen. Dabei wird das Herz mit gezielten Stromstößen behandelt. Einschließlich Vor- und Nachsorge dauert die Behandlung etwa zwei bis vier Stunden. Für solche Eingriffe ist nicht zwingend eine stationäre Aufnahme erforderlich. „Mit der Eröffnung der Kardiologischen Tagesklinik bündeln wir kleinere Eingriffe, die bisher auf der Station durchgeführt wurden, in eigenen Räumlichkeiten. Dadurch schaffen wir zusätzliche Möglichkeiten für eine moderne und qualitativ hochwertige Herzdiagnostik. Das klare Ziel ist es, medizinische Expertise, effizientere Abläufe und persönliche Betreuung optimal miteinander zu verbinden“, sagt Prim. Priv.-Doz. DDr. Martin Martinek MBA, FHRS, FESC, Leiter der Abteilung für Kardiologie, Angiologie und Intensivmedizin am Ordensklinikum Linz Elisabethinen.
Drei Schwerpunkte
Das Angebot der neuen Tagesklinik umfasst drei Schwerpunkte. Dazu zählt die Koronarangiographie, eine spezielle Röntgenuntersuchung der Herzkranzgefäße. Dabei lässt sich mithilfe eines Herzkatheters feststellen, ob die Gefäße verengt oder verschlossen sind. Auch die Behandlung von Gefäßverengungen, etwa durch das Einsetzen eines Stents, wird tagesklinisch angeboten. Ein weiterer Schwerpunkt ist die Kardioversion zur Behandlung von Herzrhythmusstörungen wie Vorhofflimmern. Hinzu kommen kleinere Eingriffe rund um implantierbare Geräte, die den Herzrhythmus überwachen. „Wir bieten an der Tagesklinik die Implantation von kleinen Elektrokardiogramm-Geräten an, die den Herzschlag über einen längeren Zeitraum aufzeichnen und etwa zur Diagnose von Rhythmusstörungen eingesetzt werden“, sagt OA Dr. Martin Schmid, Leiter des Herzkatheterlabors am Ordensklinikum Linz Elisabethinen.
Morgens kommen, nachmittags gehen
Die Aufnahme in der Tagesklinik beginnt um sieben Uhr früh. Ob eine tagesklinische Behandlung infrage kommt, wird bereits vorab anhand der Befunde geprüft, die die zuweisenden Stellen übermitteln. Eine eigene Aufklärungsambulanz soll die Vorbereitung und Auswahl der Patient*innen unterstützen. Kann die Aufklärung für den Eingriff nicht im niedergelassenen Bereich erfolgen, findet sie ebenfalls in der Aufklärungsambulanz statt. Anschließend wird der Behandlungstermin vereinbart. Geeignet ist das Angebot vor allem für Patient*innen, die mobil und kognitiv uneingeschränkt sind, sich selbst versorgen können und keine besonders komplexen Erkrankungen haben.

Für die ersten 24 Stunden nach dem Eingriff muss außerdem zu Hause eine Betreuungsperson zur Verfügung stehen – auch bei alleinlebenden Personen. Ist ein besonders aufwendiger Eingriff oder eine längere Überwachung absehbar, erfolgt die Behandlung weiterhin stationär. „Nach dem Eingriff bleiben die Patient*innen noch vier bis sechs Stunden zur Beobachtung in der Tagesklinik. Bei Bedarf können sie auf die Station verlegt werden. Treten keine Komplikationen auf, werden sie am Nachmittag desselben Tages entlassen. Weil die Patient*innen schneller wieder mobil sind, finden sie leichter in ihren gewohnten Lebensrhythmus zurück und gewinnen an Selbstbestimmung“, sagt OÄ Dr.in Christine Lemeš, Kardiologin am Ordensklinikum Linz Elisabethinen.