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Ordensklinikum Linz

“Genau hier möchte ich arbeiten” – Comeback zur Pflege

Datum: 08.04.2026

„Gute Pflege beginnt dort, wo Menschen gerne miteinander arbeiten – das ist meine feste Überzeugung“, verrät Pflegerin Susanne Falzeder. Eine Zeit lang kehrte sie ihrem Beruf den Rücken und verabschiedete sich für fünf Jahre aus der Pflege. Doch die Leidenschaft für ihre Tätigkeit ließ sie nicht los – schließlich entschied sie sich für ein Comeback in ihren Beruf. Seit Oktober 2025 arbeitet sie nun wieder mit Patient*innen am Ordensklinikum Linz. Was sie zu diesem Schritt bewogen hat, welche Hemmschwellen sie überwinden musste und wie es sich anfühlte, erstmals wieder in ihrer Dienstkleidung auf Station zu stehen, erzählt sie nun.

 

Warum hast du deinen Beruf als Pflegekraft aufgegeben und was hat dich dann letztlich zum Umdenken gebracht?
Ich habe meinen Beruf immer mit großer Leidenschaft ausgeübt. Nach einiger Zeit habe ich jedoch bemerkt, dass sich meine Bedürfnisse verändert hatten und ich eine Phase der Neuorientierung brauchte. Warum ich zurückgekehrt bin? Mir hat die unmittelbare Arbeit mit den Patient*innen gefehlt. Für mich ist Pflege weit mehr als nur ein Beruf – sie stiftet Sinn. Während meiner Auszeit habe ich selbst einen gesundheitlichen Schicksalsschlag erlebt. Durch diese persönliche Erfahrung wurde mir noch bewusster, wie entscheidend eine aufmerksame, präsente und menschliche Pflege ist. Nach dieser Zeit wusste ich ganz klar: Ich möchte in meinen Beruf zurückkehren. Für meinen Wiedereinstieg war mir wichtig, in einem Umfeld zu arbeiten, in dem Zusammenarbeit und Wertschätzung tatsächlich gelebt werden. Zum Glück habe ich genau das nun gefunden.

 

Wie groß war die Hemmschwelle nach 5 Jahren?
Im Vorfeld macht man sich natürlich viele Gedanken – fünf Jahre sind schließlich eine lange Zeit, und auch persönlich entwickelt man sich weiter. Durch meine eigenen Erfahrungen wusste ich zwar, dass ich wieder mit ganzem Herzen einsteigen möchte, trotzdem tauchen Fragen auf wie: „Kann ich das überhaupt noch?“ oder „Was hat sich in der Zwischenzeit alles verändert?“

 

Für interessierte Wiedereinsteiger*innen veranstaltet das Ordensklinikum Linz einen Informationstag, welchen Du auch besucht hast – wie ist das abgelaufen?
Es war eigentlich ein richtig lustiger Zufall: Genau in dem Moment, als ich schon darüber nachgedacht habe, wieder in die Pflege zurückzukehren, wurde mir auf Facebook diese Infoveranstaltung angezeigt. Für mich war das wie ein Zeichen – jetzt ist der richtige Zeitpunkt. Zu der Veranstaltung habe ich bewusst eine Begleitperson mitgenommen. Mir war wichtig, eine zweite Perspektive dabeizuhaben. Vor Ort habe ich mir alles in Ruhe angehört und die Atmosphäre auf mich wirken lassen. Besonders in Erinnerung geblieben ist mir das Gespräch mit der Pflegedirektorin. Sie hat sich zu mir gesetzt und ganz offen gefragt, welche Zweifel ich habe, was mich beschäftigt und welche Fragen zu Abläufen bestehen. Ich konnte meine Unsicherheiten ehrlich ansprechen – und habe auf alles klare Antworten bekommen. Dieses Gefühl von „Alles ist gut, du bist herzlich willkommen“ hat mir viel Sicherheit gegeben. Sie hat mich auch gefragt, welche Bereiche mich besonders interessieren – und zufällig war meine potenzielle Bereichsleitung ebenfalls vor Ort. Das Gespräch entwickelte sich sehr intensiv. Dabei wurde sofort spürbar, wie offen und wertschätzend die Gesprächskultur ist. Nach dieser Veranstaltung konnte ich mir wirklich vorstellen, den Schritt zurück in die Pflege zu wagen.

 

Nach dieser Veranstaltung gibt es für Interessierte die Möglichkeit eines sogenannten „Pflegedates“ – also die Möglichkeit, ein paar Stunden auf der zukünftigen Station mitzuarbeiten – wie ging es dir dabei?
Das war wirklich großartig. Als ich auf die Station kam, war ich von Anfang an mitten im Geschehen. Ich durfte gleich mitgehen, Fragen stellen und erste Eindrücke sammeln. Auch mit meinen heutigen Kolleginnen und Kollegen kam ich sofort ins Gespräch. Ich habe mich über die Abläufe auf der Station informiert und versucht, ein Gefühl für das Team und die Zusammenarbeit zu bekommen. Wieder in Dienstkleidung im Stationsalltag zu stehen, fühlte sich zunächst fast surreal an – und gleichzeitig richtig cool. Ich war sofort wieder Teil des Geschehens, konnte mich hineinspüren und anknüpfen. Auch das Team hatte die Möglichkeit, mich kennenzulernen und sich ein Bild von mir zu machen. Dadurch war der weitere Entscheidungsprozess für beide Seiten schnell und stimmig. Am Ende war für mich klar: Genau hier möchte ich arbeiten. Ich hatte nicht das Bedürfnis, mir noch eine andere Station anzusehen. Zwar gab es offiziell noch eine Bedenkzeit, aber innerlich war meine Entscheidung längst gefallen.

 

Der letzte Schritt war dann das Bewerbungsgespräch – war zu diesem Zeitpunkt für dich schon alles klar?
Im Grunde waren die wichtigsten Punkte bereits geklärt, dennoch haben wir ein abschließendes Gespräch geführt, um alles noch einmal in Ruhe zu besprechen und offene Fragen zu klären.

 

Das Ordensklinikum Linz versucht die Einschulungszeit individuell an die Bedürfnisse der Wiedereinsteiger*innen anzupassen. Wie lief das bei dir ab?
Zu Beginn erhält man einen strukturierten Einschulungsbogen, in dem alle relevanten Inhalte und Kompetenzen aufgelistet sind. Diese Punkte werden Schritt für Schritt gemeinsam durchgearbeitet. Während meiner Einschulungszeit war ich in einem Rahmen eingesetzt, der ausreichend Raum für Fragen ließ und in dem mir Abläufe geduldig erklärt wurden. Dabei wurde individuell darauf geachtet, welche Erfahrungen ich bereits mitbringe und wo noch Vertiefung nötig ist. Zusätzlich gibt es. Insgesamt habe ich die Einschulungsphase als intensiv, aber sehr achtsam gestaltet erlebt.

Könnte man den Pflegeberuf mit Radfahren vergleichen? Etwas, dass man nicht verlernen kann?
Es ist tatsächlich ein bisschen wie Radfahren: Anfangs glaubt man kaum, dass man so schnell wieder hineinkommt – aber genauso ist es. Natürlich gibt es in jedem Bereich Neuerungen, doch die eignet man sich rasch an. Viele Abläufe und Handgriffe, die man über Jahre gelernt und praktiziert hat, sind nicht einfach weg. Dieses Wissen bleibt und man knüpft rasch wieder daran an. Und den Umgang mit Menschen und die Empathie bzw. die Fähigkeit, in Situationen richtig zu reagieren, das verlernt man auch nicht – das hat man einfach.

 

Und das lässt einen vermutlich auch nie richtig los?
Ja, durchaus. Ich war überzeugt, dass ich die Pflege hinter mir gelassen hatte. Aber im Rückblick habe ich gemerkt: Ganz losgelassen habe ich sie nie – ich habe nur einen Abstand gebraucht, um sie schließlich wiederzufinden.

 

Abschließend: Wie gefällt Dir deine Arbeit jetzt am Ordensklinikum Linz?
Besonders ist für mich die positive Atmosphäre im Team und die strukturierte, wertschätzende Einschulung. Von Anfang an hatte ich das Gefühl, wirklich willkommen zu sein. Ich wurde von allen offen aufgenommen – und genau das hat mir viele Ängste und innere Hemmschwellen genommen. Eine so gelebte Offenheit und gegenseitige Unterstützung habe ich bisher selten erlebt. Dieses Miteinander im Haus gibt mir große Sicherheit – und genau dadurch konnte ich mich rasch einfinden, dazulernen und wieder voll in meine Rolle hineinwachsen.
 

Wiedereinsteigerin Falzeder

Fotos © Ordensklinikum Linz

 

 

Informationsveranstaltung für Wieder-, Quer- und Neueinsteiger*innen in die Pflege
Datum:
07.05.2026 ab 16 Uhr
Wo: Restaurant Kulinario, Herrenstraße 54, 4020 Linz
Zur besseren Planbarkeit bitten wir um Anmeldung über folgenden Link: https://forms.office.com/e/0uWbsjMFNr  

Alle Infos zur Veranstaltung hier: Informationsveranstaltung für Wieder-, Quer- und Neueinsteiger*innen in die Pflege | Ordensklinikum Linz
 

Informationen zu einem Pflegedate mit dem #teamordensklinikum
Anmeldung:
jederzeit möglich
Dauer: Max. 4 Stunden

Alle Informationen hier: https://www.ordensklinikum.at/de/karriere/karriere-in-der-pflege/quer-und-wiedereinstieg/