Das Ordensklinikum Linz führt als erstes Spital in Oberösterreich erfolgreich die ambulante Hüftgelenksersatz-Operation ein. Damit baut das Krankenhaus das Angebot einer Fast-Track-Chirurgie in der Hüftendoprothetik für die Patient*innen weiter aus. Patient*innen kommen morgens in die orthopädische Abteilung, werden operiert und gehen noch am gleichen Tag nach Hause.
Wer vor Jahren eine neue Hüftprothese bekommen hat, war bis zu zehn Tage stationär im Krankenhaus. Durch moderne und minimalinvasive Operationsmethoden mit muskelschonenden Zugängen sieht die Zukunft der Endoprothetik nun deutlich anders aus. „Die ambulante Hüftprothese zeigt, was moderne Medizin heute möglich macht: Eingriffe werden schonender und die Menschen können schneller wieder in ihren Alltag zurückkehren. Dass wir diese innovative Behandlung nun nach Oberösterreich bringen, ist ein wichtiger Schritt für unseren Gesundheitsstandort. Mir ist wichtig, dass die Menschen in Oberösterreich auf eine hochwertige medizinische Versorgung vertrauen können – und dass wir gleichzeitig offen für neue Wege und Innovationen sind, die den Patientinnen und Patienten zugutekommen“, so Gesundheitslandesrätin LH-Stv.in Mag.a Christine Haberlander.
Ein Meilenstein für die orthopädische Versorgung in Oberösterreich
Mit der ersten ambulanten Hüftgelenksersatz-Operation in Oberösterreich setzt das Ordensklinikum Linz neue Maßstäbe in der orthopädischen Versorgung. „Die ambulante Hüftprothese ist das Ergebnis einer kontinuierlichen Weiterentwicklung moderner Operations- und Behandlungskonzepte. Dieser tagesklinische Eingriff ermöglicht Patient*innen eine sichere OP-Methode, eine schnelle Mobilisierung und die Genesung in den eigenen vier Wänden. Entscheidend ist dabei die sorgfältige Auswahl von geeigneten Patient*innen sowie die enge interdisziplinäre Betreuung vor, während und nach der Operation. Damit bringen wir ein international bewährtes Behandlungskonzept erstmals nach Oberösterreich“, sagt Primar Prof. DDr. Reinhold Ortmaier, Leiter der Orthopädie am Ordensklinikum Linz Barmherzige Schwestern, der den Eingriff durchgeführt hat.
Wer kommt für eine ambulante Hüftgelenksersatz-OP infrage?
Nicht alle Patient*innen eignen sich für eine ambulante Hüftprothese. Voraussetzung ist ein insgesamt guter Gesundheitszustand. „Geeignet sind vor allem Menschen ohne schwere Herz-, Lungen- oder Stoffwechselerkrankungen sowie ohne andere relevante chronische Vorerkrankungen. Auch hohes Alter oder starkes Übergewicht können ein Ausschlusskriterium sein“, so OA Dr. Lukas Pichler, Orthopäde und Teil des Operationsteams der ersten ambulanten Hüftendoprothetik. „Entscheidend ist zudem, dass Patient*innen nach dem Eingriff rasch mobilisiert werden können und alle Entlassungskriterien erfüllen. Dazu zählen unter anderem sicheres Gehen, das Bewältigen von Stufen sowie ein insgesamt stabiler Allgemeinzustand“, so Pichler weiter. Eine weitere wichtige Voraussetzung ist, dass Betroffene in den ersten 24 Stunden nach dem Eingriff zu Hause von einer Betreuungsperson versorgt werden können.
Fakten zur ambulanten Hüftgelenksersatz-OP
Die ambulante Operation der Hüftprothese dauert in der Regel etwa 30-40 Minuten und erfolgt entweder in Kurznarkose oder mittels kurzwirksamer Spinalanästhesie (Kreuzstich). „Der Hautschnitt am Oberschenkel ist mit acht bis zehn Zentimetern deutlich kleiner als noch vor einigen Jahren. Der verschlissene Hüftkopf wird entfernt und anschließend die Prothese eingesetzt. Dank moderner, muskelschonender Operationsmethoden können Patient*innen bereits 30 bis 60 Minuten nach dem Eingriff wieder aufstehen und noch am selben Tag mit Krücken gehen und Stiegen steigen“, erklärt Prim. Prof. DDr. Reinhold Ortmaier. Verläuft alles ohne Komplikationen, können die Patient*innen mit ihrem neuen Hüftgelenk am Abend nach Hause entlassen werden.
Nach der Operation: Rasch wieder in Bewegung
Bereits am Tag nach der Operation erfolgt eine erste Kontrolluntersuchung im Ordensklinikum Linz. In den ersten vier Wochen nach dem Eingriff werden zur Sicherheit Stützkrücken verwendet. Bewegung ist ausdrücklich erwünscht, da sie die Genesung unterstützt und den Heilungsprozess fördert. „Bewegung ist ein wesentlicher Bestandteil des Fast-Track-Behandlungskonzepts. Je schneller Patient*innen sicher mobil werden, desto rascher können sie in ihren Alltag zurückkehren. Gleichzeitig sollten aber übermäßige Belastungen und lange Spaziergänge in der ersten Zeit vermieden werden“, sagt Prim. Prof. DDr. Reinhold Ortmaier. In den darauffolgenden Wochen wird die Belastung durch Rehabilitationsmaßnahmen schrittweise gesteigert. Viele Alltagsaktivitäten sind schon nach kurzer Zeit wieder möglich. Mit Radfahren kann in der Regel schon früh begonnen werden, leichtes Lauftraining ist meist nach rund drei Monaten möglich. Für Sportarten mit höherem Verletzungsrisiko sollten Patient*innen hingegen eine Erholungszeit von sechs bis neun Monaten einhalten.

Foto © Ordensklinikum Linz: v.l. OA Dr. Lukas Pichler, Patient Mirzet Hurem, Primar Prof. DDr. Reinhold Ortmaier beim Kontrolltermin am Folgetag
OP-Team und Patient der ersten ambulanten Hüftprothese
Die erste ambulante Hüftgelenksersatz-Operation im Ordensklinikum Linz war ein voller Erfolg. Der 41-jährige Patient, Herr Mirzet Hurem aus Dietach, wurde Anfang Oktober von Primar Prof. DDr. Reinhold Ortmaier operiert. Dank der engen interdisziplinären Zusammenarbeit von Anästhesie, Pflege, Physiotherapie sowie dem Team der orthopädischen Ambulanz konnte das neue Fast-Track-Konzept für die ambulante Hüftprothese reibungslos umgesetzt werden. Bereits wenige Stunden nach dem Eingriff konnte Herr Hurem sicher mobilisiert werden und das Krankenhaus noch am selben Tag verlassen. Auch die Kontrolluntersuchung am darauffolgenden Tag verlief erfreulich. „Die gelungene Premiere zeigt, wie moderne Operationsverfahren und das abgestimmte Zusammenspiel aller beteiligten Berufsgruppen im Ordensklinikum Linz eine sichere ambulante Versorgung ermöglichen. Gemeinsam mit unserem Patienten freut sich das gesamte Behandlungsteam über diesen Meilenstein, ab jetzt folgen weitere Eingriffe“, so Primar Prof. DDr. Reinhold Ortmaier.
Ausbau der Fast-Track-Chirurgie im Ordensklinikum
Mit der ersten ambulanten Hüftgelenksersatz-Operation in Oberösterreich setzt das Ordensklinikum Linz die Weichen für den weiteren Ausbau der Fast-Track-Chirurgie. „Unser Ziel ist es, unseren Patient*innen die bestmögliche Behandlung auf höchstem medizinischem Niveau zu bieten und gleichzeitig den Krankenhausaufenthalt so kurz und angenehm wie möglich zu gestalten. Wir freuen uns sehr über den erfolgreichen Verlauf dieser ersten Operation und danken dem gesamten interdisziplinären Team für sein großes Engagement. Die ambulante Hüftprothesen-OP ist Teil unserer Fast-Track-Strategie, die wir in den kommenden Jahren mit weiteren innovativen Behandlungskonzepten konsequent ausbauen werden“, so die Geschäftsführer des Ordensklinikum Linz, MMag. Walter Kneidinger und Dr. Stefan Meusburger, MSc.