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Ordensklinikum Linz

Entfernung von Frühkarzinomen in Speiseröhre, Magen und Darm

Mithilfe einer neuen japanischen Technik – der sog. Endoskopischen Submukosa-Dissektion (ESD) können bei den Elisabethinen Speiseröhren-, Magen- und Dickdarmkarzinome, die auf die Schleimhaut und die darunterliegende Bindegewebsschicht beschränkt sind, ohne chirurgischen Eingriff entfernt werden.

Dabei wird mithilfe weniger Millimeter großer Elektromesserchen, die an einem Endoskop angebracht sind, das erkrankte Schleimhautareal in einem Stück herausgeschnitten und mikroskopisch untersucht. Werden dabei sämtliche Kriterien einer erfolgreichen Entfernung erfüllt, sind diese Patienten anschließend von ihrer Krebserkrankung geheilt. Die Erfolgsquote ist enorm. Bisher wurden damit über 90 Prozent der Patienten geheilt.

Know-how Import aus Japan
Eingeführt hat die neue endoskopische Technik der Gastroenterologe Dr. Alexander Ziachehabi. Er war einer der ersten Ärzte, der diese Methode nach Österreich gebracht hat, als in Europa bekannt wurde, dass japanische Mediziner diese Behandlungstechnik bereits seit vielen Jahren erfolgreich anwenden.

OA Dr. Ziachehabi: „Primarius Schöfl und sein damaliger Stellvertreter Dr. Schneider hatten die Idee die ESD bei uns einzuführen und so durfte ich 2009 im National Cancer Center in Tokyo diese Behandlungsmethode vom damaligen Leiter und Mitentwickler Prof. Takuji Gotoda, erlernen. Dort wurden schon damals täglich mehrere derartige Eingriffe durchgeführt.“

Sein Aufenthalt war der Startschuss für ein mehrjähriges Trainingsprogramm in Straßburg, Hamburg und Salzburg. „Zuerst trainierte ich die Technik an Schweinemägen. Danach ging es ins Labor zu lebenden, narkotisierten Schweinen. Die Lernkurve begann mit ersten leichten pathologischen Veränderungen im Magen. Erste Eingriffe in Dickdarm und Speiseröhre habe ich unter Supervision von Prof. Yahagi sowie Prof. Oyama in Salzburg durchgeführt.  Beide haben Erfahrung mit über 1 000 ESDs.“

Mittlerweile hat der stellvertretende Abteilungsleiter der Internen 4 es geschafft diese neue Methode auch im Ordensklinikum Linz zu etablieren. Dr. Ziachehabi: „Das hat dazu geführt, dass wir in Österreich das Zentrum mit der höchsten Fallzahl sind, in das Patienten aus ganz Österreich zugewiesen werden. Fast 200 Patienten wurden bisher mithilfe dieser neuen Methode erfolgreich behandelt. Die höhere Fallzahl erlaubt uns jetzt, dass mit OA Dr. Friedrich Wewalka ein zweiter Endoskopiker in diese Technik eingeführt wird.“

Das große Plus für geeignete Patienten ist, dass sie sich große chirurgische Eingriffe ersparen, wie zum Beispiel die Entfernung von Speiseröhren-, Magen- oder Darmabschnitten und sie mit Organerhalt von ihrer bösartigen Erkrankung geheilt werden können. In Frage kommen dafür aber nur Frühkarzinome, die so gut wie nie Beschwerden machen. Dies zeigt die große Bedeutung von Vorsorgeuntersuchungen, da nur dann eine Krebserkrankung verhindert oder geheilt werden kann, wenn sie in einem Frühstadium entdeckt wird.

Nähere Informationen:

Gastroenterologie Elisabethinen

OA Dr. Alex Ziachehabi (Bildmitte) mit Prof. Gotoda  (rechts) am National Cancer Center in Tokyo.
OA Dr. Alex Ziachehabi (Bildmitte) mit Prof. Gotoda (rechts) am National Cancer Center in Tokyo.