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Ordensklinikum Linz

Sommer, Sonne – Blasenentzündung? Expertin klärt über Risiko, Prävention und Therapie auf

Datum: 04.05.2026

Mit steigenden Temperaturen steht bald die Badesaison vor der Tür. Mit der Erfrischung im kühlen Nass geht aber auch eine sehr unangenehme Begleiterscheinung einher: die Blasenentzündung. Rund 20 Prozent häufiger tritt diese in den Sommermonaten auf, Frauen sind dabei öfter betroffen als Männer. Wie sie vermieden oder im Bedarfsfall behandelt werden kann, erklärt FÄ Dr.in Felicitas Badran-Hochhauser, Gynäkologin am Ordensklinikum Linz und Konventhospital Barmherzige Brüder.

Eine Blasenentzündung entsteht, wenn Bakterien, die meist aus dem Darm kommen, über die Harnröhre in die Blase aufsteigen. Der häufigste Erreger sind Kolibakterien (Escherichia coli/E. coli). Sexuelle Aktivität, eine genetische Vorbelastung sowie wiederkehrende Harnwegsinfekte und Diabetes können das Risiko für eine Harnwegsinfektion erhöhen. Obwohl die Krankheit das ganze Jahr über auftreten kann, steigen die Fallzahlen im Sommer deutlich. „Die Anzahl der Neuerkrankungen ist um 20 Prozent höher als im Winter. Vor allem bei Temperaturen über 25 Grad tritt eine Zystitis vermehrt auf“, sagt FÄ Dr.in Felicitas Badran-Hochhauser. Doch woran liegt das und welche Rolle spielt der nasse Badeanzug?
 

Risikofaktor nasser Badeanzug

„Die Blasenentzündung entsteht nicht durch das Baden an sich, aber es gibt einige Faktoren, die eine Infektion begünstigen. Dazu zählt das feucht-warme Milieu im nassen Badeanzug, welches das Wachstum von Bakterien im Genitalbereich fördert. Die lokale Immunabwehr und das schützende Mikrobiom können durch das feuchte Umfeld beeinträchtigt werden, wodurch die Bakterien leichter überleben“, erklärt die Gynäkologin. Bakterien wachsen generell bei warmen Temperaturen schneller. Um einen Harnwegsinfekt zu vermeiden, sollte daher der Badeanzug oder die Badehose nach dem Schwimmen gewechselt werden, damit der Genitalbereich warm, aber trocken bleibt. „Wenn man anfällig für Infektionen ist, sollte man nach dem Baden gleich duschen gehen, um mögliche Chlor- oder Salzrückstände abzuwaschen“, so FÄ Dr.in Badran-Hochhauser. Außerdem hilft es, viel zu trinken, damit mögliche Bakterien durch den Harn ausgespült werden und sich nicht in der Harnblase festsetzen können.
 

Symptome und Behandlung

Tritt trotz der präventiven Maßnahmen eine Blasenentzündung auf, äußert sich diese typischerweise durch ein Brennen beim Harnlassen, einen gesteigerten Harndrang oder auch Druck im Unterbauch. „Übelriechender Harn kann ebenfalls ein Hinweis auf eine Zystitis sein“, sagt die Gynäkologin. Bei milden Symptomen können pflanzliche Präparate mit dem Einfachzucker D-Mannose helfen, die verhindern, dass sich Bakterien im Harntrakt anheften. „Bei stärkeren Symptomen wird eine antibiotische Therapie empfohlen. Es gibt verschiedene Präparate, die entweder einmal oder über mehrere Tage eingenommen werden. Zusätzlich können Schmerzmittel zur Symptomlinderung verschrieben werden“, so FÄ Dr.in Badran-Hochhauser.

 

Unbehandelt sollte eine Blasenentzündung jedenfalls nicht bleiben. „Wenn die Zystitis nicht richtig therapiert wird, kann es sein, dass die Bakterien nicht ganz verschwinden, selbst wenn die Symptome in den Hintergrund treten. Das kann zu immer wiederkehrenden Harnwegsinfekten oder im schlimmsten Fall zu einer Nierenbeckenentzündung führen“, so FÄ Dr.in Badran-Hochhauser. Die erste Anlaufstelle bei Problemen sind Hausärzt*innen.

Frauen leiden öfter an Blasenentzündung

Frauen sind aufgrund ihrer Anatomie häufiger von Harnwegsinfekten betroffen als Männer. Beim weiblichen Körper liegt die Harnröhre nahe an der Vagina und dem Anus, wodurch die Bakterien nur einen kurzen Weg überwinden müssen. Bei älteren Frauen in der Menopause spielen darüber hinaus der Östrogenmangel, eine Harninkontinenz oder gegebenenfalls eine bestehende Blasensenkung eine Rolle, die die Anfälligkeit für Blasenentzündungen erhöhen.
 

Zur Person

FÄ Dr.in Felicitas Badran-Hochhauser ist Fachärztin für Gynäkologie und Geburtshilfe am Ordensklinikum Linz Barmherzige Schwestern und Konventhospital Barmherzige Brüder. Seit 2018 ist sie in der häuserübergreifenden Abteilung tätig. Ihr Spezialgebiet liegt in der onkologischen Uro-Gynäkologie.