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Ordensklinikum Linz

Das Herzinfarkt-Risiko auf Knopfdruck errechnen

Datum: 06.10.2021

Unter www.heartscore.org kann man sich mit seinem betreuenden Arzt gesunde Ziele setzen.

Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems sind in Österreich nach wie vor Todesursache Nummer eins, viel häufiger als Krebserkrankungen. Laut Statistik Austria verstarben 2020 in Österreich rund 92.000 Personen. 35,7 Prozent der Todesfälle wurden durch Herz-Kreislauf-Krankheiten und 22,9 Prozent durch Krebs verursacht.

Herz

Der Herzinfarkt - die Verstopfung von Herzkranzgefäßen - wird durch unterschiedliche Risikofaktoren begünstigt. "Neben solchen, die uns mitgegeben sind, wie Alter, Geschlecht oder genetische Disposition, können wir etwa das Rauchen, hohen Blutdruck, Diabetes mellitus oder auch hohe Blutfette beeinflussen", sagt Regina Mascherbauer, Kardiologin am Ordensklinikum Elisabethinen in Linz.

Risiko-Rechner im Internet

Laut den neuen Richtlinien der "European Society of Cardiology" (ESC) sollen sich Arzt und Patient künftig gemeinsam abstimmen und stufenweise vorgehen. Auch Therapieentscheidungen sollten einvernehmlich getroffen werden. "Damit können die Ziele besser und auch nachhaltiger erreicht werden", sagt die Oberärztin. Ein einfacher Risikorechner zeigt dabei anschaulich und in Sekundenschnelle, durch welche Maßnahmen sich das Risiko minimieren lässt.

"Wenn man eventuelle Rauchgewohnheiten, Cholesterin- und Blutdruckwerte, Alter und Geschlecht bekanntgibt, wird auf Knopfdruck errechnet, welches Risiko der Betroffene hat, einen Herzinfarkt, Schlaganfall oder andere Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu erleiden. Und es wird anschaulich gezeigt, dass Änderungen des Lebensstils auch das Risiko verringern können - und das individuelle Gefäßalter schon nach wenigen Jahren wieder herabsetzen können", so Regina Mascherbauer.

Die Einbeziehung der Psyche sei für Patienten aber ebenso wichtig wie "Herzsport" zur Förderung der Gesundheit und ein gesunder Lebensstil. "Die psychosoziale Gesundheit darf keinesfalls vernachlässigt werden. Arzt und Patient sollten auch über Stressoren sprechen", sagt Regina Mascherbauer.

 

Richtlinie für Herzgesundheit

  • Rauchen: Vermeidung von Tabakkonsum in jeglicher Form.
  • Ernährung: Eine abwechslungsreiche Ernährung mit geringem Anteil an gesättigten Fetten (enthalten in Butter, Fleisch und Milch), mit möglichst vielen Vollkornprodukten, Gemüse, Obst und Fisch.
  • Körperliche Aktivität: 2,5 bis fünf Stunden mäßig intensive körperliche Aktivität pro Woche oder 30 bis 60 Minuten an den meisten Tagen.
  • Körpergewicht: Body-Mass-Index (BMI) von 20 bis 25. Bauchumfang: weniger als 94 Zentimeter bei Männern, weniger als 80 bei Frauen.
  • Blutdruck: Blutdruckwerte unter 140/90 mmHg
  • Blutfette: Mittels Blutuntersuchung werden die Cholesterinwerte und damit auch das Risiko ermittelt.
  • Blutzucker: Diabeteskontrolle ebenfalls mittels Blut-Check.

 

Quelle: OÖN

 

Links:


"Wenn man eventuelle Risikofaktoren bekannt gibt, wird auf Knopfdruck errechnet, welches Risiko der Betroffene hat, einen Herzinfarkt, Schlaganfall oder andere Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu erleiden."
OÄ Dr.in Regina Steringer-Mascherbauer