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19.08.2020

Trotz Covid-19 brauchen Kinder weiter soziale Kontakte

Eine Sommergrippe ist für Kinder unangenehm, aber meist harmlos. Was diesen Sommer natürlich bei den Eltern immer im Hinterkopf mitschwingt, ist der Gedanke an eine Covid-19-Infektion. Tatsächlich ruft eine Sommergrippe einige Symptome hervor, die auch bei einer Infektion mit dem Coronavirus auftreten. Eine besondere Herausforderung, speziell im Hinblick auf den bevorstehenden Schulbeginn. Bei aller berechtigten Sorge vor Ansteckungen ist es wichtig, dass Kinder nicht isoliert werden und weiter ihre sozialen Kontakte pflegen können.

„Eine Covid-19-Infektion, eine Sommergrippe und später im Herbst auch die grippalen Infekte, können sehr ähnliche Verläufe haben”, betont Prim. Dr. Martin Henkel, Abteilungsvorstand Kinderheilkunde Ordensklinikum Linz Barmherzige Schwestern. Alleine aufgrund der klinischen Symptome und des Krankheitsverlaufes auf Covid-19 zu schließen, ist nicht möglich. „Viel eher können aufgrund des Kontaktmanagements und der Anamnese Rückschlüsse gezogen werden worum es sich wahrscheinlich handelt“, erklärt Prim. Henkel.

Wenn nach einer Urlaubsreise oder nach engem Kontakt mit einer größeren Ansammlung von Menschen Symptome auftreten, ist eine Infektion mit dem Coronavirus natürlich möglich. Andererseits gibt es anamnestische Hinweise, die eher auf eine Sommergrippe sprechen: Klassischerweise wird die Sommergrippe über Schmierinfektionen übertragen, aber auch längeres Baden im kalten Wasser oder Aufenthalt in kühler, windiger Umgebung (Klimaanlage) können eine Sommergrippe bedingen. Andererseits zeigt sich ein Sonnenstich, welcher durch allzu intensive Sonneneinstrahlung verursacht wird, durch Kopfschmerzen und Erbrechen.

Man kann also manchmal eher aufgrund der Vorgeschichte als aufgrund der Symptome Rückschlüsse auf die Erkrankung ziehen. Primar Henkel rät den Eltern, deren Kinder über Symptome wie Husten und Halsschmerzen klagen, Ruhe zu bewahren, aber aufmerksam zu sein und das weitere Krankheitsgeschehen genau zu beobachten. Unnötiger Kontakt zu Außenstehenden sollte vermieden werden.

Herausforderung Schulstart

Eine größere Herausforderung sieht Prim. Henkel für den Herbst. Kinder leiden zu dieser Jahreszeit schnell an ein wenig Halsweh, Bauchweh und erhöhter Temperatur. „Banaler Schnupfen ohne Fieber ist für mich kein Drama. Wichtig ist aber bei aller Vorsicht, dass man Kinder, die symptomfrei sind, nicht isoliert und sie lange Zeit aus Angst vor dem Corona-Virus nicht zur Schule oder in den Kindergarten gehen lässt. Für Kinder ist der soziale Kontakt sehr wichtig“, so der Kinderarzt.

Meist milde Verläufe bei Kindern

Das Gute ist, dass sowohl Sommergrippe als auch Covid-19 in der Regel bei Kindern ohne Komplikationen verlaufen. Auch gelten Kinder nicht als primärer Treiber bei der Verbreitung des Virus. „Üblicherweise verlaufen die Covid-19-bedingten Infekte bei Kindern deutlich milder als bei Erwachsenen“.

Auch spezielle Risikofaktoren aufgrund schwerer Grunderkrankungen sind bei den Kindern sehr selten und sollten nur in Ausnahmefällen zur Schulabstinenz führen. Umso wichtiger gelten die Grundregeln des Abstandhaltens, der Händehygiene und des Tragens einer Maske. 

Prim. Dr. Henkel

Weitere Informationen zur Kinder- und Jugendheilkunde am Ordensklinikum Linz:

https://www.ordensklinikum.at/de/patienten/abteilungen/kinder-jugendheilkunde/

Foto: Prim. Dr. Martin Henkel, Abteilungsvorstand Kinder- und Jugendheilkunde,
Ordensklinikum Linz Barmherzige Schwestern (© Ordensklinikum)

 

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Mag. Wolfgang Schobesberger
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