Journalistenbesuch im OP

Presse

Aktuelle Medieninformationen
09.03.2026

Livebilder im OP: Kegelstrahl-CT am Ordensklinikum Linz

Damit während eines Eingriffs aktuelle Röntgenaufnahmen der Patient*innen verfügbar sind, kommt bei einer Lungenspiegelung im OP eine Computertomographie (CT) zum Einsatz. In der pneumologischen Abteilung am Ordensklinikum Linz wird dafür ein sogenanntes Kegelstrahl-CT verwendet. Die Kombination aus Echtzeit-Bildgebung und Kamerasonde ist derzeit einzigartig in Österreich. Jetzt hat dieses System ein technisches Upgrade erhalten.

Um eine präzise Diagnose bei Verdacht auf Frühformen von Lungentumoren stellen zu können, ist in den meisten Fällen die Entnahme einer Gewebeprobe erforderlich. Diese kann entweder von außen operativ oder durch einen Nadelstich erfolgen. „Ein Eingriff von außen kann mit deutlich mehr Belastungen für Patient*innen verbunden sein und in Ausnahmefällen sogar zu Komplikationen führen“, erklärt Prim. Priv.-Doz. Dr. Christopher Lambers, Leiter der Pneumologischen Abteilung am Ordensklinikum Linz Elisabethinen. Eine deutlich schonendere Methode stellt die Navigationsbronchoskopie, auch Lungenspiegelung genannt, dar. Dabei wird zunächst ein Katheter über ein Bronchoskop an das zuvor geplante Ziel navigiert, das heißt über die Luftröhre zur betroffenen Stelle in der Lunge geführt. Über diesen Arbeitskanal kann dann gezielt Gewebe von besonders kleinen Lungenherden entnommen werden. Voraussetzung dafür ist jedoch die exakte Lokalisierung der betroffenen Region. Hier kommt moderne Computertomographie (CT) zum Einsatz.
 

Livebilder direkt im OP
Im Vorfeld einer Bronchoskopie werden in der Regel herkömmliche CT-Bilder angefertigt, um den Tumor genau zu lokalisieren. „Die Lunge im Brustkorb ist beweglich und kann sich mit jedem Atemzug verändern. Das heißt, es kann passieren, dass sich die Lage des Tumors zwischen der Aufnahme und dem Eingriff leicht verschiebt“, sagt OA Dr. Alexander Kupferthaler, EBIR-ES, Leiter der interventionellen Radiologie am Ordensklinikum Linz Elisabethinen. Deshalb wird die Bronchoskopie mit dem sogenannten Kegelstrahl-CT der radiologischen Angiographie kombiniert. Der Name kommt von der Form der abgegebenen Röntgenstrahlen. Das System ist für die präzise Lokalisierung kleiner Läsionen sehr gut geeignet und durch die Echtzeitkontrolle werden geringere Komplikationen erwartet. Die Kombination beider Verfahren liefert somit 3D-Schnittbilder und 2D-Livebilder während der Bronchoskopie. „So sehen wir in Echtzeit, wo sich das Bronchoskop gerade befindet, und können deutlich präziser zum Tumor navigieren“, erklärt Prim. Priv.-Doz. Dr. Lambers.

Technisches Upgrade bringt neue Möglichkeiten
Die radiologische Angiographie am Ordensklinikum Linz wurde nun technisch aufgerüstet und zählt damit zu den modernsten Geräten Europas. „Im Vergleich zum bisherigen System liefern die neuen Aufnahmen eine deutlich höhere Bildqualität. Außerdem steht uns jetzt eine 3D-Darstellung zur Verfügung, mit der wir aus allen Blickwinkeln in die Lunge sehen können“, so OA Dr. Kupferthaler. Zusätzlich lässt sich der geplante Weg des Bronchoskops digital einzeichnen. Das sorgt für noch mehr Präzision bei der Navigation. Konkret heißt das, dass die exakte Position des Werkzeugs auf wenige Millimeter genau bestimmt werden kann. Diese Kombination aus Echtzeit-Bildgebung und minimalinvasiver Bronchoskopie ist in Österreich bislang einzigartig. Sie verbessert die Patient*innensicherheit maßgeblich und ermöglicht nun auch eine zuverlässige Gewebeentnahme bei kleineren oder schwer erreichbaren Tumoren.
 

Foto © Ordensklinikum Linz
Foto1: Prim. Priv.-Doz. Dr. Christopher Lambers, Leiter der Pneumologischen Abteilung am Ordensklinikum Linz Elisabethinen
Foto 2: OA Dr. Alexander Kupferthaler, EBIR-ES, Leiter der interventionellen Radiologie am Ordensklinikum Linz Elisabethinen
Foto 3: Prim. Priv.-Doz. Dr. Christopher Lambers bei der Durchführung einer Lungenspiegelung
 

Rückfragehinweis für Journalist*innen:
Lena Gattringer, BA BA
lena.gattringer@ordensklinikum.at
+43 732 7677 – 4908
+43 664 88 41 99 88
www.ordensklinikum.at