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03.02.2026

Integrative Onkologie: Mehr Selbstwirksamkeit für Krebspatient*innen

Eine Krebsdiagnose verändert das Leben schlagartig. Viele Betroffene fühlen sich machtlos, denn der Krebs lässt sich nur mit medizinischer Hilfe therapieren. Zusätzlich sorgen die Nebenwirkungen einer Krebsbehandlung für noch mehr psychische Belastung. Die integrative Onkologie bietet einen Ansatz, der klassische Krebstherapien mit wissenschaftlich fundierten komplementären Methoden kombiniert und den Patient*innen dabei die Möglichkeit gibt, selbst aktiv zu werden, um ihre Handlungsfähigkeit zurückzugewinnen.

 

Schwindel, Erschöpfung oder gar Übelkeit – und das über Tage. Beschwerden, die viele Menschen aus dem Alltag kennen und meist gut behandeln können. Treten solche Symptome jedoch infolge einer Krebserkrankung oder während einer Therapie auf, halten sie oft länger an und werden zur erheblichen Belastung. „Krebspatient*innen verlieren während ihrer Behandlung oft das Gefühl der Kontrolle über ihren Körper und ihre Gesundheit, besonders wenn solche Begleiterscheinungen auftreten“, sagt Prim. Priv.-Doz. Dr. Holger Rumpold, Leiter der Abteilung für Hämatologie und Onkologie am Ordensklinikum Linz. Um dieses Gefühl der Ohnmacht zu überwinden, wenden sich viele alternativen Angeboten zu – also Methoden, die nicht zur klassischen Schulmedizin zählen. Viele davon haben keine erwiesene Wirkung oder können dem Therapieerfolg schaden. Die integrative Onkologie greift daher den Wunsch auf Selbstwirksamkeit bewusst auf und setzt wissenschaftlich fundierte Komplementärmaßnahmen in einem medizinisch kontrollierten Rahmen ein, um Wechselwirkungen oder Risiken zu vermeiden.

 

Machen was mir guttut

Viele der Komplementärtherapien sind nicht aufwändig und können eigenständig vollzogen werden. Bei Übelkeit kann das eine einfache Aromatherapie oder Akupressur sein. Bei Depression oder Stress helfen spezielle Techniken wie die Achtsamkeitsmeditation, bei der die eigenen Gedanken und Gefühle bewusst beobachtet werden, oder Yoga. Gegen chronische Erschöpfung helfen körperliche Aktivitäten wie Radfahren, Spaziergehen und moderates Krafttraining. Auch Musiktherapien finden immer häufiger Anwendung. „Manche Begleitsymptome haben eine psychosomatische Ursache und sind nicht rein körperlich bedingt. Dennoch können komplementäre Behandlungsmethoden wirksam sein, denn die neu gewonnene Eigenständigkeit stärkt den Optimismus der Patient*innen und fördert damit den Heilungsprozess“, sagt Prim. Rumpold. Ergänzend dazu gibt es die psychoonkologische Betreuung, bei der Psycholog*innen Patient*innen während des gesamten Behandlungsverlaufs begleiten und bei der Krankheitsbewältigung unterstützen.

Unterstützung durch komplementäre Therapien

Viele komplementäre Behandlungen sind zeitlich flexibel einsetzbar und können über längere Phasen parallel zur Krebstherapie angewendet werden. „Das Schöne daran ist, dass es so viele Möglichkeiten gibt, sich wieder in die eigene Heilung einzubringen. Oft hören Patient*innen von Angehörigen oder Zimmernachbarn davon. Teilweise bin ich auch die erste Ansprechpartnerin, da manche Hemmungen haben, die Mediziner*innen zu fragen“, sagt Alexandra Holzer BScN, Cancer Nurse auf der Abteilung für Urologie am Ordensklinikum Linz Elisabethinen. Bevor eine komplementärmedizinische Maßnahme angewendet wird, prüfen die behandelnden Ärzt*innen deren Verträglichkeit. Nur wenn keine zusätzliche Belastung oder unerwünschte Wechselwirkungen zu erwarten sind, kommt sie zum Einsatz.

 

Medizinisch fundierte Begleitbehandlungen

Eine Krebserkrankung bedeutet Ausnahmezustand für Körper und Psyche. Der Wunsch, alles Erdenkliche zur Genesung beizutragen, ist daher nachvollziehbar. „Gerade im Internet stößt man schnell auf alternative Heilmethoden. Wenn Patient*innen mich darauf ansprechen, versuche ich zu erklären, dass man zusätzlich zur klassischen Schulmedizin komplementäre Therapiemaßnahmen ergänzen kann. Rate jedoch von Alternativmedizin ab“, sagt Holzer. Eine unkritische oder falsche Anwendung kann den Therapieerfolg beeinträchtigen oder Beschwerden sogar verstärken. „Es gibt eine klare Abgrenzung zwischen integrativer Onkologie und Alternativmedizin. Zum Einsatz kommen ausschließlich Methoden mit wissenschaftlich nachgewiesener Wirkung“, betont Prim. Rumpold.

 

Fotos © Ordensklinikum Linz:
Bild Prim. Rumpold: Prim. Priv.-Doz. Dr. Holger Rumpold, Leiter der Abteilung für Hämatologie & Onkologie am Ordensklinikum Linz
Bild Holzer: Alexandra Holzer, BScN, Cancer Nurse auf der Abteilung für Urologie am Ordensklinikum Linz Elisabethinen

 

Rückfragehinweis für Journalist*innen:
Lena Gattringer, BA BA
lena.gattringer@ordensklinikum.at
+43 732 7677 – 4908
+43 664 88 41 99 88
www.ordensklinikum.at