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15.08.2018

Erstmals in Österreich: Neues Brustbiopsiesystem zur schnelleren Abklärung von Brustkrebsrisiko

Mikrokalk ist eine Vorstufe von Brustkrebs. Werden Mikrokalkeinlagerungen im Rahmen einer Mammographie entdeckt, müssen Gewebsproben zur pathologischen Abklärung aus der Brust entnommen werden.

Während bisher bis zu 20 Proben zur Befundung an ein pathologisches Institut geschickt werden mussten, kann das neue Gerät, das österreichweit erstmals bei den Elisabethinen in Linz zum Einsatz kommt, innerhalb von acht Sekunden selbst eine zuverlässige Erfolgskontrolle über die Biopsie vornehmen. Dies erspart der Patientin unnötige Gewebsentnahmen und führt darüber hinaus zu einer wesentlich rascheren Diagnose.

 

Früherkennung kann Leben retten

Brustkrebs ist die häufigste Tumorerkrankung der Frau. Zirka jede zehnte Frau ist statistisch im Laufe ihres Lebens davon betroffen. Durch die verbesserten Therapieformen und qualitativ bessere Vorsorgeuntersuchungen konnte die Brustkrebssterblichkeit jedoch wesentlich verringert werden. Die Heilungschancen liegen mittlerweile bei 90%.

„Die besten Aussichten auf vollständige Heilung bestehen, je früher der Krebs entdeckt und behandelt wird“, erklärt OÄ Dr. Maria Miesbauer, Radiologin bei den Barmherzigen Schwestern.

Mit der österreichweit modernsten Technologie verfügt das Ordensklinikum Linz Elisabethinen jetzt über die Möglichkeit, Gewebeproben die mittels Biopsie aus der weiblichen Brust entnommen wurden, innerhalb von 8 Sekunden auf Mikrokalk zu überprüfen. Mikrokalk ist eine Vorstufe von Brustkrebs. Bisher brachte erst eine Untersuchung durch den Pathologen Klarheit darüber, ob die Probe Mikrokalk enthielt und damit Gewissheit, ob das Risiko einer Brustkrebserkrankung besteht. Für die Patientin bedeutete diese Prozedur unnötig lange Zeit der Unsicherheit und des Wartens. Die Proben mussten eingeschickt und begutachtet werden und der Befund anschließend in einem weiteren Klinikbesuch der Patientin unterbreitet werden.

 

Mit Hilfe des neuen Mammabiopsiesystems ist eine sofortige Verifizierung und die automatische Probenhandhabung gegeben.

Werden im Rahmen einer Mammographie Auffälligkeiten wie Mikrokalkeinlagerungen entdeckt, müssen diese mittels Gewebeproben abgeklärt werden, weil es sich dabei oft um bösartige Veränderungen in den Milchgängen handelt.

Die entsprechenden Stellen werden durch eine Hohlnadel abgesaugt. Dabei ist aber nicht vorhersehbar, ob das Biopsat auch tatsächlich Mikrokalk enthält. Das neue Vakumbiopsieverfahren ist nun in der Lage, jede einzelne Probe innerhalb weniger Sekunden mittels Röntgenstrahlen auf Mikrokalk zu untersuchen. Ist man erstmals fündig geworden, braucht keine weitere Probe entnommen werden. Somit müssen künftig nicht mehr wie bisher bis zu 20 „Blindproben“ an das Pathologieinstitut geschickt werden, wo überhaupt erst festgestellt werden konnte, ob sie erfolgreich waren.

„Das ist nicht nur eine enorme Zeitersparnis, sondern auch eine wesentliche Erleichterung für unsere Patientinnen“, fasst Prim. Gschwendtner die Vorteile des neuen Systems zusammen.

 

Tomosynthese - bessere Trefferquote

Basis für das neue Mammabiopsiesystem. ist die Tomosynthese, eine Weiterentwicklung der Mammografie. Sowohl Mammografie als auch Tomosynthese basieren auf Röntgenstrahlen. Während die Mammografie aber nur zweidimensionale Ansichten liefert, errechnet der Computer bei der Tomosynthese ein dreidimensionales Bild der Brust. Die Bilder dazu liefert eine sich um die Brust drehende Röntgenquelle, die Bilder aus verschiedenen Winkeln produziert.

OA Dr. Johannes Frei bei der Brustbiopsie

Foto: © Ordensklinikum Linz / Zauner

Der Vorteil liegt auf der Hand: Mittels 3D- Mammograpie, wie die Tomosynthese auch genannt wird, verbessert sich die Entdeckungsrate von Frühformen von Brustkrebs um bis zu 50 Prozent. Bei der herkömmlichen Mammographie können Gewebsüberlagerungen oder sehr dichtes Gewebe dazu führen, dass pathologischen Verkalkungen unentdeckt bleibt.

Röntgendichte oder unregelmäßige Drüsenkörper führen häufiger dazu, dass Tumore in der Mammographie nicht erkannt werden Dem Radiologen bietet sich jetzt die Möglichkeit, das virtuelle Bild der Brust von allen Seiten begutachten und das Brustdrüsengewebe besser beurteilen zu können. Die diagnostische Genauigkeit dieses bildgebenden Verfahrens reduziert die Menge unklarer Befunde und unnötiger Punktionen.

„Unser neues Mammabiopsiesystem ist auf die Rationalisierung des gesamten Biopsieprozesses ausgerichtet und verfügt über eine Echtzeit Bildgebung. Biopsate können sofort verifiziert und automatisiert bearbeitet werden. Der Zeitaufwand wird für uns um etwa 25 Prozent verkürzt“, freut sich der Radiologe Dr. Gerald Haiderer
 

Ansprechpartner für Rückfragen:

Ing. Mag. Günther Kolb 
E-Mail: guenther.kolb@­ordensklinikum.at 
Tel: +43 732 7676 - 2235 
Fax: +43 732 7676 - 2106