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23.02.2026

Erfolgreiche Organtransplantation: 310 Lebendnierenspenden am Ordensklinikum Linz

Organspenden retten Leben – eine simple, aber nicht selbstverständliche Tatsache, die am Ordensklinikum Linz seit mehr als 50 Jahren Teil der medizinischen Versorgung der Patient*innen ist. Trotz steigenden Organmangels konnte bis zum Jahreswechsel die 310. Nierentransplantation von Lebendspender*innen durchgeführt werden, insgesamt waren davon 50 sogar blutgruppeninkompatibel.

 

Seit 1974 werden Patient*innen mit chronischem Nierenversagen im Ordensklinikum Linz Elisabethinen nierentransplantiert. Ein Spenderorgan erhöht nicht nur die Lebensqualität, sondern auch die Lebenserwartung der Betroffenen massiv. Mit der Dialyse – der „Blutwäsche“ – als Nierenersatztherapie können Patient*innen zwar durchschnittlich acht Jahre leben, durch die Transplantation wird diese Zeit aber verdoppelt oder verdreifacht. Auch 25 bis 30 gute Lebensjahre sind mit einem Spender*innenorgan möglich.

 

„Organspende ist gelebte Solidarität – und eine der verantwortungsvollsten Formen medizinischer Versorgung. Dass am Ordensklinikum Linz seit Jahrzehnten auf höchstem Niveau transplantiert wird, zeigt: In Oberösterreich verbinden wir medizinischen Fortschritt mit einem klaren öffentlichen Versorgungsauftrag. Unser Ziel ist es, Menschen nicht nur zu behandeln, sondern ihnen echte Lebensperspektiven zu eröffnen“, betont Gesundheitslandesrätin LH-Stellvertreterin Mag.a Christine Haberlander.

 

„Wir sehen einen enormen medizinischen Fortschritt in den Versorgungsmöglichkeiten für unsere Patient*innen. Vor 50 Jahren war eine Nierentransplantation noch eine Seltenheit. Mittlerweile können wir aber auch Organe von Spender*innen an Empfänger*innen übertragen, die nicht die gleiche Blutgruppe haben. Am Ordensklinikum Linz Elisabethinen konnten wir heuer bereits die 50. dieser blutgruppeninkompatiblen Transplantationen durchführen“, sagt Prim. Priv.-Doz. Dr. Daniel Cejka, Leiter der Nephrologie und Transplantationsmedizin am Ordensklinikum Linz Elisabethinen. Diese Art des Verfahrens ist deutlich komplexer und bedarf einer aufwändigen Vor- und Nachsorge der Empfänger*innen, damit das Organ nach der Operation nicht abgestoßen wird. Der große Vorteil besteht darin, dass akut kein*e Organspender*in mit der passenden Blutgruppe zur Verfügung stehen muss und beispielsweise auch nicht-verwandte Angehörige spenden können.

 

Ordensklinikum Linz national führend

Das nephrologische Transplantationszentrum in Linz ist neben Wien, Graz und Innsbruck eines von vieren in Österreich und nimmt national eine führende Rolle ein, insbesondere was die Lebendspenden betrifft. Im Jahr 2024 wurden in Österreich insgesamt 637 Organe von lebenden und verstorbenen Spender*innen transplantiert, dabei war die Niere mit 319 das am häufigsten transplantierte Organ. „14 der 68 Nieren, die 2025 bei uns im Haus transplantiert wurden, stammen von Lebendspender*innen“, sagt Prim. Prof. Dr. Matthias Biebl, Abteilungsleiter der Chirurgie am Ordensklinikum Linz. Dabei wird jedoch genau auf das Wohlergehen der Spender*innen geachtet. „Drei von vier potenziellen Spender*innen müssen wir leider ablehnen, weil der Eingriff negative Auswirkungen auf ihre Gesundheit haben könnte. Für die Erst- und Aufklärungsgespräche nehmen wir uns jedes Mal viel Zeit“, so der Chirurg.

 

„Geschenkte Jahre“ für die Betroffenen

In ganz Österreich spenden jedes Jahr zwischen 150 und 200 Menschen ihre Organe und retten damit das Leben von chronisch kranken Patient*innen. Der Großteil der Organspenden geschieht nach dem Tod der Spender*innen. Grundsätzlich gibt es dabei keine Altersgrenze. Transplantationen von 70-jährigen Spender*innen sind beispielsweise insbesondere bei Lunge, Leber und Nieren keine Seltenheit. Es zählt die individuelle Organqualität. Damit die Organe nach der Entnahme auch über längere Transportstrecken ihre Qualität behalten, werden am Ordensklinikum Linz modernste Perfusionsmaschinen eingesetzt. „Die Maschine pumpt eine gekühlte, konservierende Flüssigkeit durch die Niere, um sie mit Nährstoffen zu versorgen. Dadurch minimieren sich Schäden, die durch fehlende Durchblutung während des Transports entstehen können“, sagt Prof. Biebl. „Außerdem kann das Organ während der Perfusion zum Beispiel mit einem erhöhten Sauerstoffgehalt durchspült werden, was wiederum zu einer besseren Nierenfunktion nach der Transplantation führen kann“, erklärt Prof. Matthias Biebl. Die Konservierung des Organs ist auch deswegen wichtig, weil der Prozess über die Stiftung Eurotransplant abgewickelt wird, die in acht europäischen Ländern – Belgien, Deutschland, Kroatien, Luxemburg, Niederlande, Slowenien, Ungarn und Österreich – für die Zuteilung verantwortlich ist. Das Spender*innenorgan wird jenem Transplantationszentrum angeboten, das die oder den am höchsten gelistete*n Patient*in betreut.

Sinkende Organspendenzahlen

Eine Organtransplantation kann für schwerkranke Menschen die einzige Chance auf Heilung oder eine Verbesserung der Lebensqualität sein. Während der Bedarf an Organen steigt, sinkt jedoch die Zahl der Organspenden von Verstorbenen, obwohl in Österreich die Widerspruchslösung gilt. Derzeit stehen bundesweit mehr als 800 Patient*innen auf der Warteliste für ein Spender*innenorgan, jährlich versterben etwa 50 bis 70 von ihnen. „Die Ursachen für die sinkenden Organspendenzahlen sind vielfältig. Einerseits spielen die Personalressourcen, die für eine Transplantation gebraucht werden, eine Rolle. Andererseits nehmen die Einsprüche der Angehörigen von verstorbenen potenziellen Spender*innen zu, weil generell eine gewisse Skepsis oder Vorurteile herrschen“, sagt Prim. Daniel Cejka, der als Präsident die Österreichische Gesellschaft für Transplantation, Transfusion und Genetik – kurz Austrotransplant (ATx) – leitet. Entscheidend, ob nach dem Tod ein Organ entnommen wird, ist jedoch ausschließlich der mutmaßliche oder dokumentierte Patient*innenwille.

 

„Es ist aber gelebte gute Praxis, Einvernehmen mit den Angehörigen herzustellen und sie dahingehend aufzuklären, welchen positiven Einfluss die gespendeten Organe gleich für mehrere chronisch kranke Patient*innen haben können“, sagt OA Dr. Stefan Eccher, Anästhesist und lokaler Organspendenbeauftragter am Ordensklinikum Linz Barmherzige Schwestern. Sobald der Hirntod der Patient*innen eindeutig feststeht, wird im Widerspruchsregister geprüft, ob ein entsprechender Eintrag vorliegt. Danach leiten die Koordinator*innen des jeweiligen Transplantationszentrums gemeinsam mit Eurotransplant den Prozess ein. „Die Verstorbenen werden auch während der Organentnahme zu jeder Zeit pietätvoll behandelt und die Angehörigen bekommen genügend Zeit, um sich zu verabschieden“, so OA Eccher.

 

Trägerübergreifende Bewusstseinskampagne

Um das Bewusstsein für die Thematik auch bei den Mitarbeiter*innen im Gesundheitswesen zu erhöhen, wurde auf Initiative des Ordensklinikum Linz im Frühjahr eine trägerübergreifende Kampagne unter dem Slogan „Ich bin für Organspende! Denn Organspende rettet Leben.“ gestartet. Besonders in der Anästhesie und Intensivmedizin kann die Zahl der Organspenden wesentlich beeinflusst werden. „Das oberste Ziel ist immer, schwerkranke Patient*innen zu retten. Wenn ein Mensch aber trotz aller Bemühungen verstirbt, ist es wichtig, dass die Intensivmediziner*innen an die Möglichkeit der Organspende nach dem Tod denken. Der essenzielle Beitrag zur Förderung der Organspende besteht darin, diese Möglichkeit im Behandlungsteam zu thematisieren“, sagt Prim. Daniel Cejka. Die Kampagne, bei der Organtransplantierte ihre bewegenden Geschichten erzählten und sich Mitarbeiter*innen des Ordensklinikum Linz und der OÖ Gesundheitsholding in den Sozialen Medien öffentlich zur Organspende bekannten, zeigte erste Erfolge. „Wenngleich nicht alle Spenden realisiert werden konnten, melden Kolleg*innen nun vermehrt potenzielle Spender*innen bei der Transplantationskoordination. Dafür sind wir im Namen der Patient*innen auf der Warteliste sehr dankbar“, so Prim. Cejka.

 

Stammzellentransplantation und Nachsorge

Nicht nur in Bezug auf Nierentransplantationen nimmt das Ordensklinikum Linz eine führende Rolle ein. „Wir bauen die Bettenkapazitäten für die Knochenmarkstransplantationen aus, um noch mehr Patient*innen versorgen zu können. Außerdem befindet sich das nationale Stammzelltransplantationsregister seit 2024 bei uns im Haus. Seither laufen sämtliche Daten aller in Österreich erfolgten Stammzelltransplantationen in Linz zusammen“, sagt der Ärztliche Direktor des Ordensklinikum Linz Elisabethinen, Dr. Michael Girschikofsky. Neben der Nephrologie sind unter anderem auch die Pneumologie (Lunge), die Gastroenterologie (Bauch/Leber) und die Kardiologie (Herz) mit der Versorgung von Transplantpatient*innen betraut. „Obwohl die Transplantationen dieser soliden Organe in anderen spezialisierten Zentren durchgeführt werden, kommen die Patient*innen zu uns zur Nachsorge“, so Dr. Girschikofsky.

Nähere Informationen zur Organspende in Österreich: www.austrotransplant.at

Fotos © Ordensklinikum Linz:

Foto 4723: Die Teilnehmer*innen der Pressekonferenz v.l.: OA Dr. Stefan Eccher, Anästhesist und lokaler Organspendenbeauftragter am Ordensklinikum Linz Barmherzige Schwestern, Prim. Priv.-Doz. Dr. Daniel Cejka, Leiter der Nephrologie und Transplantationsmedizin am Ordensklinikum Linz Elisabethinen, Gesundheitslandesrätin LH-Stv.in Mag.a Christine Haberlander, Prim. Prof. Dr. Matthias Biebl, Abteilungsleiter der Chirurgie am Ordensklinikum Linz und Dr. Michael Girschikofsky, Ärztliche Direktor des Ordensklinikum Linz Elisabethinen

Foto 4716: Das Podium bei der Pressekonferenz

 

Rückfragehinweis für Journalist*innen:
Lena Gattringer, BA BA
lena.gattringer@ordensklinikum.at
+43 732 7677 – 4908
+43 664 88 41 99 88
www.ordensklinikum.at