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30.06.2017

Brustgesundheitszentrum gespag-Elisabethinen nach höchsten, europäischen Standards zertifiziert

Das Brustgesundheitszentrum gespag-Elisabethinen der beiden gleichnamigen Krankenhausträger erhielt kürzlich – als derzeit einzige Einrichtung in Österreich – die Zertifizierung nach EUSOMA, der Europäischen Gesellschaft für Brustkrebs-Spezialist/innen. Damit erfüllt die träger- und standortübergreifende Organisationseinheit strengste Vorgaben zur Behandlung von Brustkrebs und zählt zu den 29 Zentren in Europa, die diese Bescheinigung erlangt haben. 

Etabliert wurde das Brustgesundheitszentrum gespag-Elisabethinen vor nunmehr zwei Jahren im Rahmen des gemeinsamen Tumorzentrums, das alle neun Spitalsstandorte beider Träger umfasst. Dieses standortübergreifende Konzept ist einzigartig in Europa und bietet den Patientinnen viele Vorteile. Das Leistungsspektrum reicht von der genetischen Beratung über verschiedene Diagnoseverfahren bis hin zu operativen Eingriffen sowie Chemo- und Strahlentherapie.

 

Wohnortnahe Spitzenmedizin: Lokale Brustzentren als Teil des Brustgesundheitszentrums

Das Brustgesundheitszentrum gespag-Elisabethinen behandelt jährlich mehr als 300 neuerkrankte Patientinnen – das sind gut ein Drittel aller Patientinnen in Oberösterreich. „Die Brustzentren an unseren regionalen Spitalsstandorten am Salzkammergut-Klinikum und in den LKH Kirchdorf, Steyr, Rohrbach und Schärding sowie im Zentralraum bei den Elisabethinen Linz, stellen dabei die trägerübergreifende, interdisziplinäre und wohnortnahe Betreuung und Begleitung der Patientinnen sicher. Egal über welchen Standort die Patientin den Weg zu uns findet, sie kann sich sicher sein, bestmöglich – nach internationalen Qualitätsstandards – behandelt zu werden“, erklärt gespag-Vorstand Mag. Karl Lehner. Dieses Brustzentrum stellt den ersten nach „EUSOMA“ zertifizierten trägerübergreifenden Spitalsverbund dar und ist derzeit auch das einzige Brustzentrum Österreichs, das nach den strengen Kriterien von „EUSOMA“ zertifiziert ist. Alle Standorte des Brustgesundheitszentrums wurden mit einheitlichen Videokonferenzsystemen zur Abhaltung der wöchentlichen „Tumorboards“ – einer Konferenz aller Brust-Expert/-innen – ausgestattet. Besonders erwähnenswert ist, dass auch alle Dokumentationsstandards vereinheitlicht wurden. „Eine gemeinsame IT-Infrastruktur garantiert den optimalen Datenaustausch zwischen allen Standorten und allen Expert/-innen“, so Lehner. Dr. Stefan Meusburger, Medizinischer Geschäftsführer des Ordensklinikums Linz unterstreicht die Bedeutung der Zusammenarbeit wie folgt: „Die Patientinnen brauchen die Gewissheit, bestens versorgt zu sein, egal wo sie behandelt werden. Durch die standortübergreifende Kooperation können wir die Kompetenzen unserer Ärztinnen und Ärzte bündeln, optimal für die Patientinnen einsetzen und dadurch die an uns gestellten Erwartungen bestmöglich erfüllen. Die Patientinnen erhalten spitzenmedizinische Leistungen ganz nahe an ihrem Wohnort. Wir setzen alles daran, dieses uns entgegengebrachte Vertrauen in die Kompetenz unserer Spitäler laufend zu bestätigen und zu vertiefen, was durch die Zertifizierung auch regelmäßig einer unabhängigen Prüfung unterzogen wird.“

 

Zertifizierung nach EUSOMA

– einzigartig in Österreich

Diese dezentrale Organisationsform und der Anspruch wohnortnahe Spitzenmedizin zu garantieren, waren der Grund, warum sich die Expert/innen für den herausfordernden Weg der Zertifizierung nach EUSOMA entschieden haben. „Fallzahlen spielen im Kontext mit Qualitätsrichtlinien immer eine Rolle – so hoch wie nach EUSOMA sind sie jedoch nirgends“, gibt Primar Dr. Johannes Berger, Leiter des Brustgesundheitszentrums sowie Leiter der Abteilung für Gynäkologie und Geburtshilfe am Salzkammergut-Klinikum Vöcklabruck,
ein Beispiel für die hohen Ansprüche des Audits.Die Vorbereitungsarbeiten für die EUSOMA-Zertifizierung dauerten insgesamt zwei Jahre. Im Jänner dieses Jahres fand schließlich das Audit statt und mit 7. Juni 2017 folgte die offizielle Akkreditierung. Die wesentlichen Vorteile der Zertifizierung für die Patientinnen

 

Übermittlung der Diagnose – vorgegebene Fristen

Frauen, bei denen Brustkrebs diagnostiziert wurde, sollten innerhalb von fünf Arbeitstagen die Diagnose erhalten – diese muss von den Chirurg/-innen persönlich kommuniziert werden.

 

Enge Kooperation mit niedergelassenen Radiolog/innen

„Unbedingt erwähnt werden muss zudem die enge Zusammenarbeit mit den niedergelassenen Kolleg/innen, insbesondere mit den Radiolog/innen – passend zu den Standorten unserer Brustzentren.

Punktuell werden diese beispielsweise in unseren Tumorboards – übergreifende interdisziplinäre Fallbesprechungen – eingebunden“, erklärt Primar Berger. Dazu konnte mit Univ.-Doz. Dr. Oswald Graf als regionalverantwortlichem Radiologen des Brustkrebs-Screening-programms in Oberösterreich ein Kooperationspartner für die Qualitätssicherung im Bereich der Radiologietechnologie gewonnen werden.

PK Brustgesundheitszentrum gespag-Elisabethinen
v.l.n.r.: Mag. Karl Lehner, Prim. Dr. Johannes Berger, OA Dr. Peter Adelsgruber, Dr. Stefan Meusburger, MSc.

Medizinische Leitlinie „Mammakarzinom“

Das Brustgesundheitszentrum verfügt in punkto Diagnostik, Behandlung und Nachsorge über eine gemeinsame medizinische Leitlinie, die auf internationalen Standards beruht.

 

Verbindliche Fallzahlen zur Erhaltung der Fachkompetenz

Die Mediziner/innen der einzelnen Fachbereiche unterliegen verbindlichen Fallzahlen. Hier einige Beispiele:

  • Die auf Brusterkrankungen spezialisierten Chirurg/innen müssen mindestens 50 neu diagnostizierte Primäroperationen pro Jahr selbst durchführen
  • Die Brustradiolog/innen müssen jährlich mindestens 1.000 Mammographien auswerten

 

„Hierbei gilt es zu erwähnen, dass sich diese Fallzahlen auf benannte Spezialist/innen und nicht auf Hausebene beziehen. Dadurch können unsere Expert/innen auch häuserübergreifend eingesetzt werden. Dies garantiert eine Konzentration der Leistungserbringer/innen und damit eine höhere Expertise“, betont Berger.

 

Häuserübergreifendes Tumorboard

Einmal pro Woche findet häuserübergreifend ein gemeinsames, interdisziplinäres Tumorboard via Videokonferenz statt.

„Hierbei werden alle prä- und postoperativen Fälle besprochen. D.h. jede Patientin kann sich sicher sein, von der Expertise aller Fachdisziplinen zu profitieren“, betont Dr. Peter Adelsgruber, stellvertretender Leiter des Brustgesundheitszentrums und Oberarzt an der Abteilung für Chirurgie des Ordensklinikums Linz Elisabethinen.

 

Breast Care Nurses an allen Brustzentren

Ebenso flächendeckend implementiert wurden im Zuge des Audits speziell ausgebildete Pflegeexpert/innen für Brustgesundheit, auch als „Breast Care Nurses“ bezeichnet. Diese begleiten die Patientinnen an jedem Standort des Brustgesundheitszentrums und leisten wertvolle emotionale und informelle Unterstützung.

 

Standardisierte Dokumentation, internationale Benchmark

Jeder einzelne Brustkrebsfall wird entsprechend dokumentiert und ausgewertet. Die gesammelte, anonymisierte Statistik wird regelmäßig an EUSOMA übermittelt und mit den medizinischen Ergebnissen der übrigen europäischen Brustzentren verglichen. Die EUSOMA-Datenbank umfasst aktuell mehr als 42.000 gespeicherte Fälle und steht den oberösterreichischen Expert/innen jederzeit zur Verfügung.

 

Laufende Überprüfung der Qualitätsstandards

Ein Brustgesundheitszentrum, das sich einer Prüfung durch eine unabhängige Zertifizierungskommission unterzieht, verpflichtet sich zu einer jährlichen Qualitätsprüfung durch ein internationales Expert/-innen-Team. Nur so wird sichergestellt, dass die Qualität der Behandlung den hohen Anforderungen der wissenschaftlichen Fachgesellschaften dauerhaft gerecht wird.

 

Brustkrebs – häufigster Krebs bei Frauen

Brustkrebs ist in Österreich die häufigste Krebserkrankung bei Frauen – ca. jede achte Frau ist im Laufe ihres Lebens davon betroffen.
75 Prozent aller Frauen, die an Brustkrebs erkranken, können auf Dauer geheilt werden. Je früher die Erkrankung erkannt wird, desto besser sind die Heilungschancen.