Schulter

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Die Schulter ist aufgrund ihrer anatomischen Komplexität eines der faszinierendsten Gelenke des menschlichen Körpers. Durch die kugelförmige Konfiguration und der kleinen Pfanne, sowie dem beweglichen Schulterblatt erlaubt die Schulter einen Bewegungsumfang der nirgendwo sonst im Körper erzielt werden kann. Um diesen Hochleistungsanforderungen gerecht zu werden ist ein exaktes Zusammenspiel von Knochen- und Weichteilstrukturen erforderlich. Eine Vielzahl von Erkrankungen können die Schulterfunktion beeinträchtigen und zu Schmerzen oder Kraftlosigkeit führen.

 

Krankheitsbilder

  • IMPINGEMENT, TENDINOSIS CALCAREA

Bei einem unzureichend zentrierten Humeruskopf werden die Rotatorenmanschette und der Schleimbeutel bei Bewegungen des Armes zwischen Humeruskopf und Schulterdach eingeklemmt. In diesem Fall treten vor allem beim seitlichen Heben und Überkopfarbeiten Schulterschmerzen auf, die sich auch in der Nacht beim Liegen auf der Schulter bemerkbar machen.
Nicht selten ist diese Erkrankung verbunden mit einem Kalkherd im Ansatzbereich der Rotatorenmanschette  (Tendinosis calcarea).

 

  • ROTATORENMANSCHETTENRISSE

Meist auf degenerativer Basis, gelegentlich auch traumatisch, kommt es zu Rissen der Sehnen der Rotatorenmanschette. Der häufigste Muskel, der davon betroffen ist, der M.supraspinatus, ist für das seitliche Heben des Armes in Kombination mit dem Deltamuskel verantwortlich. Kommt es zu einer Mitbeteiligung des M. subscapularis und teres minor, tritt der Oberarmkopf nach oben und es kann zu einem zunehmenden Bewegungsverlust in der Schulter kommen.

 

  • SCHULTERSTEIFE

Spontan, ohne jegliche Ursache, oder nach Stürzen kann es zu einer Entzündung der Schultergelenkskapsel kommen, in deren Zuge es zu einer Vermehrung von festen Bindegewebsfasern kommt, die zu einer zunehmenden Steife der Schulter führen. Am Beginn der Erkrankung stehen Schmerzen, dann bemerkt man das Bewegungsdefizit, welches auch noch nach Abklingen der Schmerzen für viele Monate bestehen kann. Meist kommt es erst langsam wieder zu einer normalen Schulterfunktion.

 

  • BICEPSSEHNENENTZÜNDUNGEN

Nach einer Überlastung der Oberarmmuskulatur kann es bei dem zweiköpfigen  Muskel (Bicepsmuskel) – einer der Köpfe zieht durch das Schultergelenk - zu einer Entzündung kommen, die dem Impingement in der Symptomatik ähnlich ist. Dabei ist  eine Spontanruptur der Sehne möglich, zu erkennen ist dies am kugeligen Muskel nahe  am Ellbogengelenk.

 

  • INSTABILITÄTEN

Nach einer Luxation (Verrenkung) der Schulter kann es zu einer Verletzung der Gelenkskapsel kommen, sodass die Schulter immer wieder luxiert. Es gibt auch Patienten, bei denen ist die Gelenkskapsel von Geburt an  zu locker. In diesem Fall können Luxationen oder Fastluxationen auftreten, sodass vor allem Wurfsportarten  für diese Patienten kontraindiziert sind.

 

  • ARTHROSEN

Wie die Hüfte oder das Knie ist auch die Schulter nicht selten von einer Abnützung betroffen. Eine normale Funktion ist dann durch Schmerzen und Einsteifung der Schulter nicht mehr möglich.

 

Gelenk Schulter

 

DIAGNOSTIK

Die Diagnostik der Schulter fußt auf der klinisch-funktionellen Untersuchung sowie auf  Ultraschall, Röntgen und ev.  Magnetresonanz  oder Computertomographie.

THERAPIE

Bei vielen Schultererkrankungen kann man auf konservativem Weg eine Besserung oder Heilung erzielen. Die Therapie besteht aus Infiltrationen, physiotherapeutischen Behandlungen (Heilgymnastik), Wärme-, Kälte- und Stromanwendungen, Laser, Massagen, Akupunktmassagen, Osteopathie, Stoßwelle und ähnlichem. Bei Therapieversagen sind operative Techniken indiziert. Diese werden zunehmend arthroskopisch (schlüssellochchirurgisch) durchgeführt. Dabei werden die Incisionen auf 0,5 - 1 cm begrenzt. Mit speziellen Werkzeugen kann der Raum beim Impingement durch Abschleifen des Acromions erweitert werden, Kalk kann abgesaugt, die Sehnen- oder Gelenkskapsel am Knochen refixiert werden, auch Arthrosen des Schulterdach-Schlüsselbeingelenkes können damit behandelt werden.

Bei Arthrosen werden Schulterendoprothesen implantiert. 

Operationen der Schulter werden in der Regel mit einer Nervenblockade im Schulterbereich in Kombination mit einer all-gemeinen Narkose durchgeführt. Dabei kann auch ein Katheter an die Nerven gelegt werden, um nach der Schulter OP jederzeit zur Schmerzbekämpfung etwas nachspritzen zu können. Der stationäre Aufenthalt beträgt bei arthroskopischen Eingriffen ungefähr 2 - 5 Tage, bei Endoprothesen 11 - 15 Tage. Nach der Operation wird, bis zur Normalisierung der Schulterfunktion, eine physiotherapeutische Behandlung angeschlossen, ev. auch ein Reha-Aufenthalt.