Ethikberatungsdienst (EBD)

Ethik in der Medizin unterstützt Mitarbeiter*innen, Patient*innen und Angehörige bei ethischen Fragen und schwierigen Entscheidungen. ​​​​​​Die vier medizinethischen Prinzipien Patientenwille (Autonomie), Nichtschaden, Wohltun und Gerechtigkeit dienen dabei als Orientierungshilfe.

 

Die ethische Fallbesprechung auf der Station ist ein systematischer Versuch, im Rahmen eines strukturierten, von einem*einer Ethikberater*in geleiteten Gesprächs, mit einem multiprofessionellen Team innerhalb eines begrenzten Zeitraumes zu der ethisch am besten begründbaren Entscheidung zu gelangen.

Prinzipienethik

Eskalationsmodell der Ethikberatung nach METAP

Im Sinne der Kulturarbeit ist es primäres Ziel der Ethikarbeit, ethisches Reasoning als selbstverständlichen Teil der der klinischen Denk-, Handlungs- und Entscheidungsprozesse zu verankern. Möglichst jede*r Mitarbeiter*in im klinischen Bereich sollte in der Lage sein, ethische Fragestellungen als solche zu erkennen, zu reflektieren und im Idealfall zu einer guten Lösung zu kommen (Stufe 1).

Ethikberatung für Patient*innen und gesetzliche Vertreter*innen 

​Eine Kontaktaufnahme erfolgt idealerweise über den/die behandelnde*n Ärzt*in, der/die eine Zuweisung zum EBD veranlassen kann. Alternativ ist auch die direkte Kontaktaufnahme mit dem/der EKo möglich, beispielsweise, um sich hinsichtlich einer anstehenden Entscheidung in der Rolle eines*r Erwachsenenvertreter*in beraten zu lassen. Nutzen Sie dazu die unter „Kontakt“ angeführte Mailadresse.

Ein wesentlicher Aspekt der Kompetenz ist sicherlich der, zu erkennen, wenn die eigene Perspektive zur Lösung der Problematik nicht ausreicht und sich in solchen Fällen Rat zu holen (Stufe 2). Ansprechpartner*innen können dabei sowohl Kolleg*innen sein, als auch die Mitglieder*innen des KEK oder EBD. Durch Ihre regelmäßige Auseinandersetzung mit ethischen Fragestellungen können diese bspw. in der Strukturierung der Situation, dem Auffinden relevanter Perspektiven oder dem Abwägen unterschiedlicher Argumente hilfreich sein und somit die Entscheidung des Behandlers erleichtern.

 

In manchen Fällen wird eine solche Reflexion dazu führen, sich zusätzliche Argumente von anderen Disziplinen, Professionen, Patient*innen oder Angehörigen einholen zu müssen und die Fallbesprechung wird im Rahmen einer interprofessionellen Regelbesprechung durch- oder weitergeführt (Stufe 3). Sollte eine solche nicht existieren oder andere Gründe dagegensprechen, kann die Ethikberatung im Rahmen eines Ethikkonsils unter Moderation eines*einer Ethikberater*in durch- oder weitergeführt werden (Stufe 4).

Eskalationsmodell