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Ordensklinikum Linz

Zertifiziertes Hautkrebszentrum am Ordensklinikum Linz

Datum: 07.06.2021

Das Hautkrebszentrum des Ordensklinikum Linz wurde im vergangenen Jahr erstmalig von der Deutschen Krebsgesellschaft (DKG) nach OnkoZert zertifiziert. Es ist somit das erste Zentrum dieser Art in Oberösterreich, das diesen internationalen Vorgaben entspricht. Im medizinischen Zentrum am Ordensklinikum Linz Elisabethinen werden jährlich etwa 1.100 Fälle des invasiven (weißen) Hautkrebses neu diagnostiziert und rund 3.600 Operationen durchgeführt.

Als Teil des oö. Tumorzentrums unterzieht es sich – wie alle derartigen Zentren – regelmäßigen Qualitätskontrollen, um die Patientenversorgung konsequent zu optimieren. Dabei werden die Prozesse durch die unabhängige Expertenkommission jährlich nach OnkoZert überwacht. So wird eine Verbesserung in der Qualität der Früherkennung, der Diagnostik, der Therapie und der Nachsorge von Hautkrebspatienten gewährleistet.

Tumorboards sichern Behandlungsqualität und fördern fachlichen Austausch

Die Behandlungen am Hautkrebszentrum erfolgen nach evidenzbasierten internationalen Leitlinien. Im Rahmen des wöchentlich stattfindenden interdisziplinären Tumorboards – bei dem sich ein standort- und abteilungsübergreifendes Team aus Fachärzten zu Patientenfällen berät – werden bestmögliche Therapiepläne für die Patienten erarbeitet. So wird eine gleichwertige und qualitätsgesicherte Behandlung in allen Spitälern des Tumorzentrums ermöglicht und der fachliche Austausch intensiviert.

„Für die Abteilung selbst ist es wichtig, im Tumorzentrum Oberösterreich vertreten zu sein, außerdem zeugt es von unserer Qualität, da wir als erstes Zentrum in OÖ und als vierte Abteilung in Österreich nach OnkoZert zertifiziert werden konnten“, sagt OA Dr. Helmut Kehrer, Leiter des Hautkrebszentrums am Ordensklinikum Linz Elisabethinen. Er und sein Team wollen in Zukunft vermehrt an Studien teilnehmen und die nationale wie internationale Zusammenarbeit vertiefen.

Steigende Relevanz der Dermatoonkologie

Das Ordensklinikum Linz ist das Onkologische Leitspital in OÖ. Aus diesem Grund hat die Dermatoonkologie eine große Bedeutung innerhalb der dermatologischen Abteilung. Die Bedeutung dieses Fachbereichs hat in den vergangenen 25 Jahren stetig zugenommen. Während es am Ordensklinikum Linz im Jahr 1995 zirka 15 Patienten mit einem neu diagnostizierten Melanom gab, so sind es heute bereits um die 140 pro Jahr. Dazu kommt eine Reihe von extern zugewiesenen Patienten mit neu aufgetretenen Metastasen. Insbesondere in den vergangenen drei Jahren hat sich die Immuntherapie zur Behandlung von Melanomen stetig weiterentwickelt. „Wir behandeln pro Jahr etwa 200 neue Melanompatienten. Die Zulassung der neuen Therapien im adjuvanten Setting, aber auch die gute Wirksamkeit im fortgeschrittenen Stadium führen zu einer jährlichen Steigerung der Anzahl unserer Patienten unter Therapie. So konnten im Jahr 2020 über 624 Immuntherapien verabreicht werden“, erklärt OA Kehrer.

Aufruf zur Vorsorgeuntersuchung

Aufgrund der Corona-Pandemie blieben viele Patienten den Vorsorgeuntersuchungen fern. 2020 wurden aus diesem Grund bis zu 15 % weniger Krebserkrankungen neu diagnostiziert. Mit den daraus resultierenden verspäteten Diagnosen steigt jedoch das Risiko, eine bereits fortgeschrittene onkologische Erkrankung nicht mehr heilen zu können. Vorsorgeuntersuchungen der Haut – die vor allem bei Risikogruppen zumindest jährlich durchgeführt werden sollten – helfen dabei, Melanome und andere Arten des Hautkrebses frühzeitig zu erkennen. Das dermatologische Team des Ordensklinikum Linz ruft Patienten deshalb aktiv dazu auf, diese präventive Vorsorgemaßnahme trotz der Corona-Pandemie zu ergreifen.

„Niedergelassenen Kollegen kommt hierbei ein besonders hoher Stellenwert zu. Sie können positiv auf ihre Patienten einwirken, aktiv auf Vorsorgeuntersuchungen hinweisen und an einen Facharzt überweisen. Die Wintermonate eignen sich übrigens ideal für einen Hautkrebscheck, denn dann ist die Haut etwas blasser und Veränderungen lassen sich besser erkennen“, so OA Kehrer.

Team Hautkrebszentrum
Das Team rund um das Hautkrebszentrum am Ordensklinikum Linz (v. l. n. r.): Prim. Univ.-Prof. Dr. Norbert Sepp, OA Dr. Helmut Kehrer, OA Dr. Michael Wipplinger

 

DAS ANGEBOT DES HAUTKREBSZENTRUMS

  • Diagnostik von hellem und schwarzem Hautkrebs sowie von seltenen Hauttumoren
  • Operative Therapie (Primärexzision, plastische Defektdeckung)
  • Schildwächterlymphknotenexstirpation (in Zusammenarbeit mit der Abteilung für Allgemeinchirurgie und der Abteilung für plastische und rekonstruktive Chirurgie)
  • Tumornachsorge von hellem und schwarzem Hautkrebs
  • Medikamentöse Therapie (zielgerichtete Therapie, Immuntherapie, Chemotherapie)
  • Elektrochemotherapie
  • Photodynamische Therapie
  • Onkolytische Therapie mit Herpesviren (T-VEC) Talimogen laherparepvec

 

Dermatoonkologische Sprechstunde in der Ambulanz (mit Überweisung vom Fach- oder Hausarzt)
Do & Fr 07.45 – 12.00 Uhr
Terminvereinbarung unter: 0732 7676 - 4500 (Mo – Fr, 07.30 – 12.00 Uhr & 14.00 – 15.30 Uhr)
www.ordensklinikum.at/de/patienten/abteilungen/dermatologie

Für Ihre Hautkrebs-Patienten
Die Selbsthilfegruppe „Melanom Austria“ widmet sich dem Austausch von Betroffenen und bietet gegenseitige Unterstützung. Interessierte Personen sind eingeladen, eine Anfrage an die geschlossene Facebook-Gruppe „Melanom Austria“ zu richten: melanomaustria@gmail.com

Mehr zum Thema
www.ordensklinikum.at/de/patienten/medizinische-zentren/hautkrebszentrum
Hier finden sich nicht nur informative Inhalte zum Krankheitsbild, sondern auch FAQ und ein Video von Dr. Kehrer zur „Therapie des schwarzen Hautkrebses“.