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Ordensklinikum Linz

Wo Implantate ihre Träger finden

Datum: 29.10.2021

Die Orthopädische Abteilung am Ordensklinikum Linz Barmherzige Schwestern wurde im Jahr 1928 gegründet. Sie ist damit die älteste orthopädische Abteilung in Oberösterreich – und auch die größte. Ihr Schwerpunkt liegt in der Endoprothetik. Bereits 1965 wurde hier die erste Hüfttotalendoprothese implantiert. Seitdem ist die Abteilung stetig gewachsen und umfasst aktuell 70 Betten. 22 Ärzte sind an der Abteilung tätig.

 

Hohe, zertifizierte Qualität

Von Beginn an setzte die Orthopädische Abteilung auf eine hohe Qualität der Patientenversorgung, die durch externe Prüfer regelmäßig bestätigt wurde und weiterhin wird. Ein Höhepunkt war im Jahr 2015, als die Abteilung erstmals als EndoProthetik- Zentrum (EPZ) und als EndoProthetikZentrum der Maximalversorgung (EPZmax) zertifiziert wurde. Dies geschah durch EndoCert, das weltweit erste Zertifizierungssystem in der Endoprothetik. „Bereits vor der Zertifizierung haben wir pro Jahr rund 1.000 Endoprothesen implantiert und hatten Qualitätssicherungssysteme SCHWERPUNKT ENDOPROTHETIK Wo Implantate ihre Träger finden implementiert. Die seit 2012 mögliche EndoCert-Zertifizierung sichert einen noch höheren Qualitätsstandard. Heuer wird die zweite Rezertifizierung stattfinden“, schildert Prim. Priv.-Doz. Dr. Josef Hochreiter, Leiter des Zentrums sowie der Abteilung für Orthopädie.

 

Breite Versorgung

Das EndoProthetikZentrum umfasst als EPZmax aktuell elf Hauptoperateure, zwei davon sind Seniors mit langjähriger Erfahrung. „Ein Hauptoperateur muss jährlich mindestens 50 Endoprothesen selbständig implantieren, ein Senior-Hauptoperateur zumindest 100. Derzeit setzen wir pro Jahr circa 1.000 Implantate an Hüft- und Kniegelenk und etwa 100 Implantate im Bereich der Schulter. 3.500 Patienten werden stationär behandelt, ein Drittel davon sind Endoprothetik-Patienten, ein weiteres Drittel wird im Bereich der gelenkerhaltenden Chirurgie versorgt (bspw. Geraderichtungen und Schulterrekonstruktionen) und das letzte Drittel umfasst Patienten mit Revisions- und Tumoreingriffen, Frakturen und dergleichen“, beziffert Prim. Hochreiter die Kennzahlen des Zentrums. Einzugsgebiete sind die Stadt Linz und die umliegenden Regionen, die gesamt über 600.000 Einwohner umfassen.

 

Interprofessionelle Zusammenarbeit nach innen …

Wie in anderen hochspezialisierten Bereichen der Medizin ist die Bündelung von Kompetenzen von Experten aus unterschiedlichen Bereichen auch ein Grundpfeiler der Endoprothetik. „Kooperationspartner des Zentrums sind unter anderem die Abteilungen für Radiologie, Gefäßchirurgie, Nuklearmedizin und Physikalische Medizin sowie die Orthopädietechnik und die Rehabilitation. Mit diesen haben wir spezifische Vereinbarungen getroffen, bspw. mit der Radiologie, wie ein Röntgen durchgeführt werden muss“, so Prim. Hochreiter.

 

… und nach außen

Das EndoProthetikZentrum pflegt zudem einen intensiven und niederschwelligen Kontakt mit Zuweisern, sowohl mit Oberösterreichs Allgemeinmedizinern als auch mit Fachärzten. „Gemeinsam mit der Oberösterreichischen Gesellschaft für Allgemeinmedizin (OBGAM) organisieren wir seit Jahren ein Symposium, das sich gezielt mit den Fragen der Allgemeinmediziner auseinandersetzt. Fachärzten bieten wir neben den Orthopädietagen in Linz (siehe unten) auch Problemfallbesprechungen an“, sagt Prim. Hochreiter. Letztere finden drei- bis viermal im Jahr an unterschiedlichen Abteilungen in Oberösterreich statt, in Linz alle zwei Jahre. Im Zuge dieses Treffens werden ausgewählte – zumeist schwierige oder „ausgerissene“ – Fälle präsentiert und Lösungsvorschläge diskutiert. „In nächster Zukunft möchten wir – zusätzlich zum bestehenden persönlichen und telefonischen Kontakt − eine Sprechstunde für niedergelassene Fachärzte etablieren“, kündigt Prim. Hochreiter an und bittet Zuweiser gleichzeitig darum, ihren Patienten die Informationsveranstaltungen des EndoProthetikZentrums ans Herz zu legen. Diese finden vierteljährlich statt und bereiten Patienten auf den Eingriff vor.

 

Endoprothetischer Eingriff

 

Medizinische Neuigkeiten in der Endoprothetik

Die minimalinvasive Endoprothetik gewinnt an Bedeutung. Sie bezieht sich nicht nur auf den chirurgischen Zugang, sondern auch auf die Auswahl der Implantate.
Knieendoprothetik: Das mechanische wurde durch das kinematische Alignment abgelöst. Implantate werden so gesetzt, dass sie den anatomischen und physiologischen Gegebenheiten des Patienten gerecht werden. Ein Beispiel: Ein Patient mit leichten O-Beinen behält nach der Implantation einen Restvarus.
Die Schulterendoprothetik ist ein großes Entwicklungsfeld. Am Ordensklinikum Linz Barmherzige Schwestern werden unterschiedliche Modelle implantiert.

 

 

Kontakt:

EndoProthetikZentrum am Ordensklinikum Linz

www.endoprothetik-zentrum.at