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Ordensklinikum Linz

Von A wie Allergie bis Z wie Zerkarien: Sommer, Sonne, Hautstress

Datum: 13.08.2020

Heftiger Juckreiz und Ausschlag: Unsere Haut verträgt ausgedehnte Badetage an warmen Seen oft nicht sehr gut

Die Hitze dieses Sommers beansprucht unsere Haut. Neben Sonnenbränden kann es auch zur "Sonnen-Unverträglichkeit" kommen. Rund 10 bis 20 Prozent der Österreicher sind gegen zu lange Sonnenbäder sogar "allergisch". "Die so genannte ,Polymorphe Lichtdermatose' tritt vorwiegend auf Körperteilen auf, die nicht an die Sonne gewöhnt sind. Die Symptome können individuell verschieden ausfallen und reichen von roten Knötchen bis hin zu Flecken und Quaddeln", sagt Hautärztin Birgit Weindl vom Ordensklinikum Elisabethinen Linz.

Der genaue Grund für diese stark juckende Hautreaktion ist nicht wirklich bekannt. "Klar ist aber, dass das Sonnenlicht, genauer gesagt die UV-Strahlung, ein entscheidender Auslöser ist", sagt die Dermatologin.

Keine Duftstoffe verwenden

Wer zu diesem juckenden Ausschlag neigt, sollte seine Haut nach und nach an die Sonne gewöhnen. Denn wer sich gleich am ersten Urlaubstag mehrere Stunden in die Sonne legt, schadet seiner Haut und löst auf diese Weise vermutlich schneller die genannten Symptome aus. Besser sei es, die Sonnenzeit Tag für Tag um einige Minuten zu steigern. "Bei der Sonnencreme sollten Betroffene zu Produkten greifen, die frei von Duft- und Konservierungsstoffen sind."

Wenn die Haut einige Stunden nach dem Badevergnügen am See heftig juckt und sich ein Ausschlag zeigt, der punktförmig sein kann oder an Gelsenstiche erinnert, könnten Zerkarien der Auslöser sein.

"Gerade im Hochsommer, wenn die Seen so richtig schön warm sind, kommt es häufig zur sogenannten Bade-Dermatitis", sagt die Dermatologin. Auslöser sind in diesem Fall sogenannte Zerkarien. Das sind mikroskopisch kleine Würmer, die sich in unsere Haut bohren. Diese Parasiten befallen eigentlich nur Wasservögel wie Enten und Schwäne. Sie bohren sich in deren Haut, entwickeln sich in ihrem Körper, und ihre Eier werden mit dem Kot der Vögel wieder ausgeschieden. Über Süßwasserschnecken, die als Zwischenwirt dienen, kommen sie schließlich - eigentlich irrtümlich - in die menschliche Haut. "Unser Immunsystem erkennt die Zerkarien sofort und startet eine Abwehrreaktion", erklärt Weindl. Die Mini-Würmer sterben. Die Folgen sind millimetergroße, gerötete Stellen auf der Haut, die weder ansteckend noch gefährlich sind. "Allerdings kann der dadurch ausgelöste Juckreiz heftig sein", sagt die Ärztin.

Lindernde Wirkung haben Antihistaminika. Aber eigentlich müsse man den Juckreiz, der bis zu drei Wochen dauern kann, "aussitzen". Vorbeugen könne man, indem man nach dem Bad im warmen See duscht und die Haut mit einem Handtuch wirklich intensiv abrubbelt. (bar)

"Gerade im Hochsommer, wenn die Seen so schön warm sind, kommt es oft zur Bade-Dermatitis."

 

Quelle: OÖN

Weiter Informationen: Dermatologie 

OA Dr. Birgit Weindl