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Ordensklinikum Linz

Tabuthema Erektionsstörung und Impotenz

Die Begriffe Impotenz und Unfruchtbarkeit gehen oft Hand in Hand und sind für viele Menschen gleichbedeutend. Dabei ist es für impotente Männer dank moderner Therapien durchaus möglich, auf natürlichem Wege Kinder zu zeugen. Doch auch wenn einem die eigene Potenz oder Zeugungsfähigkeit gar nicht so wichtig ist, kann es lebensrettend sein, sich bei Erektionsstörungen untersuchen zu lassen.

Haben Sie Erektionsstörungen? Die wenigsten Männer werden darauf ehrlich antworten. Sobald es ihre Männlichkeit betrifft, werden Männer schweigsam. Impotenz gilt nach wie vor als Tabu-Thema. Diese Erfahrung macht auch Walter Costamoling, Facharzt an der Abteilung Urologie im Ordensklinikum Barmherzige Schwestern Linz, immer wieder. "Dabei kann ich Männern nur empfehlen, zum Urologen zu gehen. Das ist auch dann empfehlenswert, wenn einem die Potenz vielleicht gar nicht so wichtig ist", so Costamoling. Denn Erektionsstörungen können Vorboten für ernsthafte Erkrankungen sein. "Potenz-Probleme sind oft das erste Anzeichen für eine Gefäßkrankheit, die später zu einem Herzinfarkt führen kann", warnt der Experte.

Impotent bedeutet nicht unfruchtbar

Grundsätzlich bedeutet Impotenz, dass ein Mann Probleme hat, eine Erektion zu bekommen oder zu halten. Der medizinische Begriff dafür ist "erektile Dysfunktion". Im Volksmund wird Impotenz jedoch häufig mit Unfruchtbarkeit gleichgesetzt. "Das sind zwei komplett verschiedene Krankheitsbilder", klärt Costamoling auf. Bekommt ein Mann keine Erektion, kann er zwar ebenfalls keine Kinder zeugen – "ohne Erektion hilft die beste Samenqualität nichts", so Costamoling. Allerdings ist die Impotenz heute sehr gut behandelbar. Bei ausreichender Qualität des Spermas kann der Betroffene seine Partnerin anschließend erfolgreich auf natürlichem Wege schwängern.
 

Vielfältige Ursachen

Ursachen für Potenz-Störungen sind oft organischer Natur. "Grundsätzlich können alle Krankheitsbilder, die eine Durchblutungsstörung fördern, zu Erektionsproblemen führen. Dazu gehören etwa Diabetes oder Bluthochdruck. Auch manche Medikamente, wie etwa Psychopharmaka, können zu sexuellen Störungen führen", sagt der Facharzt. Auch ein zu niedriger Testosteron-Spiegel kann die Ursachen sein. Ungesunde Ernährung, Übergewicht, Rauchen und zu viel Alkohol können sich ebenfalls schlecht auf die Manneskraft auswirken. Oft vermischen sich bei Impotenz auch körperliche und psychische Probleme. "Wird keine körperliche Ursache gefunden, ist der Verdacht groß, dass sich etwas im Kopf abspielt – etwa dass etwas im Umfeld oder in der Partnerschaft nicht passt. Die Potenz ist ein sehr zartes Pflänzchen. Ein Psychologe kann helfen, die Angst vor dem Versagen zu durchbrechen. Auch Medikamente können hier Sicherheit geben."
 

Costamoling Beratungsszene

Maßgeschneiderte Therapie

Um das richtige, maßgeschneiderte Therapiekonzept entwickeln zu können, ist eine genaue Diagnose erforderlich. Erster Ansprechpartner ist der niedergelassene Facharzt. Dieser wird in einem ausführlichen Gespräch sowie anhand verschiedener Untersuchungen Ursachenforschung betreiben. Sind etwa Medikamenten-Nebenwirkungen die Ursache, kann etwa ein anderes Präparat verschrieben werden. Bei Problemen mit dem Testosteron-Spiegel kommen Hormonpräparate zum Einsatz. Außerdem gibt es verschiedene Medikamente, wie etwa Viagra. "In Österreich sind heutzutage drei Substanzen erhältlich, die unterschiedlich schnell und lange wirken, und damit an die jeweiligen Vorlieben angepasst werden können", erklärt Costamoling

 

Beitrag auf meinbezirk.at von Nina Meissl