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Ordensklinikum Linz

Sicher durchs Leben gehen: Tipps zur Vermeidung von Stürzen

Jährlich stürzen tausende Menschen (meist über 65 Jahre) zu Hause - die Folgen sind oft lebensbedrohlich, führen zu einer funktionellen Beeinträchtigung oder hinterlassen Spuren in der Psyche des Betroffenen. Viele Stürze sind vorhersehbar und können gezielt verhindert werden. Durch einige Veränderungen kann das Sturzrisiko effektiv reduziert werden.

 

1. Tägliche Bewegung

Ob Jung oder Alt - Bewegung ist die Grundvoraussetzung für ein aktives und gesundes Leben. Besonders ältere Menschen sollten sich täglich bewegen um den natürlichen beziehungsweise altersbedingten Muskelabbau auszugleichen.

  • 15-minütige Spaziergänge an der frischen Luft fördern nicht nur den Muskelaufbau, sondern wirken sich auch positiv auf Herz und Kreislauf aus.
  • Spaziergänge zu zweit sind nicht nur unterhaltsam - sondern sie reduzieren das Sturzrisiko und erhöhen somit die persönliche Sicherheit, falls doch etwas passieren sollte.
     

2. Kraft- und Gleichgewichtstraining

  • Regelmäßiges Training von Gleichgewicht und Koordination hilft die Häufigkeit und Schwere von Stürzen zu reduzieren.
  • Spezielles Muskeltraining fördert den Muskelaufbau, stabilisiert den ganzen Körper und reduziert somit das Sturzrisiko.
  • Die Kombination aus Muskeltraining und Balancetraining ist eine der wichtigsten Bestandteile zur Vermeidung von Stürzen. Fragen Sie Ihren Arzt bezüglich einer Zuweisung zur Physiotherapie.

 

3. Richtiger Umgang mit Gehhilfen

Verwenden Sie Krücken, einen Gehstock oder einen Gehwagen? Wurden Sie ausreichend bzgl. der Handhabung geschult? Falls Sie sich mit Ihrer momentanen Gehhilfe unsicher fühlen sollten, suchen Sie eine/n Physiotherapeuten/in auf - gemeinsam werden Sie eine passende Lösung finden.
 

4. Geeignetes Schuhwerk

Falsches bzw. nicht richtig passendes Schuhwerk stellt eine Sturzgefahr dar. Orthopädische Schuhe müssen regelmäßig kontrolliert werden - nur so kann die persönliche Gehqualität bzw. -sicherheit gewährleistet werden. Von zu lockeren oder rutschigen Hausschuhen (Filzpatschen) sollte prinzipiell Abstand genommen werden - da diese einen Sturz bereits vorprogrammieren. Achten Sie daher auf rutschsicheres und gut sitzendes Schuhwerk für Zuhause und für unterwegs. Lassen Sie sich vom Schuhspezialisten dazu beraten!

5. Ernährung

Essen Sie mehrere kleine Portionen über den Tag verteilt. Ausgewogene, gesunde und vitaminreiche Ernährung wirkt sich günstig auf Ihr Wohlbefinden aus. Durch die Regelmäßigkeit der Nahrungszufuhr wird Ihr Blutzuckerspiegel
konstant gehalten; das bedeutet: Schwindel, Übelkeit, Gleichgewichtsstörungen, Blutdruckprobleme werden reduziert.
 

6. Flüssigkeitszufuhr

Besonders bei Senioren besteht die Gefahr der Austrocknung - der sogenannten Dehydration. Unsere Organe müssen ständig mit Wasser versorgt werden, damit sie ihre Aufgaben erfüllen
können. Der Mensch benötigt Wasser als Baustoff , Lösungs-, Transport- und Kühlmittel und für den Verdauungsprozess. Insgesamt verliert ein älterer Mensch mehr als 2 Liter Flüssigkeit pro Tag über Schweiß, Atemluft, Stuhl und Harn. Diese zwei Liter müssen durch Wasser, Tee oder verdünnte Säfte wieder zugeführt werden.

Trinken Sie daher mehrmals täglich Wasser. Ausgenommen sind Menschen mit schweren Nierenerkrankungen oder Herzerkrankungen. Fragen Sie dazu Ihren Arzt.

Blick durch die Brille auf die eigenen Füße

7. Regelmäßige Augenkontrolle

Besuchen Sie mindestens 1 mal pro Jahr Ihren Augenarzt und lassen Sie Ihre Sehstärke überprüfen. Gutes Sehvermögen ist unabdingbar für das Halten Ihres Gleichgewichts und hilft Stolperfallen und Rutschgefahren rechtzeitig zu erkennen. Lassen Sie Ihre Sehstärke beim Augenarzt überprüfen.

 

8. Regelmäßige Medikamenteneinstellung

Wenn Sie täglich Medikamente einnehmen, ist der regelmäßige Arztbesuch dringend ratsam. Lassen Sie sich öfters untersuchen und besprechen Sie die genaue Medikamenteneinnahme. Entsorgen Sie abgelaufene Medikamente und achten Sie
darauf, dass nur verschriebene Medikamente konsumiert werden. Lassen Sie sich über Nebenwirkungen Ihrer Präparate aufklären. Manche Medikamentennebenwirkungen wie z. B. Schwindel und Koordinationsstörungen erhöhen Ihr Unfallrisiko.

 

9. Heilbehelfe

Angemessene Heilbehelfe und deren Nutzung bedeuten Sicherheit. Diese müssen den persönlichen Bedürfnissen angepasst und auf die korrekte Anwendung immer wieder überprüft werden. Fragen Sie Ihren Hausarzt und lassen Sie sich über Hüftprotektoren, Pfl egebett, Rollstuhl, Badelift, Treppenlift, Gehstock, Rollator usw. informieren.

 

10. Wohnraumgestaltung

Auch in den eigenen vier Wänden kann es vielfältige Sturz und Fallgefahren geben. Wenn Beweglichkeit und Reaktionsvermögen nachlassen, sollte die Wohnungseinrichtung den sich ändernden Bedürfnissen angepasst werden. Achten Sie auf:

  • ausreichende Beleuchtung (auch in der Nacht)
  • rutschfeste Bodenbeläge, Handläufe
  • gut befestigte Möbel
  • höhenverstellbares Bett
  • gut funktionierende Heizung und passende Raumtemperatur
  • Notrufpiepser, Telefon mit großer Anzeige
  • Stolperfallen wie Kabel, Teppiche, Läufer, Türschwellen,
  • herumliegende Gegenstände, ...
  • verschüttete Flüssigkeiten, Essensreste, ...

 

Alle Informationen finden Sie auch in der Broschüre "Sicher durchs Leben gehen". Sie enthält auch eine Checkliste zur Gefahrenerkennung für Ihren Wohnraum.