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Ordensklinikum Linz

Respiratory Care Unit (RCU)

Respiratory Care Unit, kurz RCU, das ist der Name einer auf künstliche Beatmung spezialisierten Einheit am Ordensklinikum Linz Elisabethinen, in der PatientInnen maschinell mit einer Atemmaske beatmet werden, wenn sie aufgrund schwerwiegender akuter und chronischer Atemwegserkrankungen (Erkrankungen der Atemwege, der Lunge und der Atemmuskulatur) oder Lähmungen nicht mehr eigenständig in der Lage sind, zu atmen. Dies ist zum Beispiel häufig bei einer fortgeschrittenen COPD (Raucherlunge) der Fall.

Eingebettet ist diese neu etablierte Spezialeinheit in die 2. Interne Intensivstation, bei der die Patienten nicht nur vollständig intensivmedizinisch überwacht, sondern auch allgemeininternistisch und kardiologisch optimal versorgt werden. Insgesamt vier solcher hochtechnischer und kostenintensiver Beatmungseinheiten stehen hier seit Mai 2014 zur Verfügung.

Zuständig für die individuellen Beatmungskonzepte und Therapien ist ein spezialisiertes Ärzteteam rund um OA Dr. Wimberger und OA Dr. Sebastian Zillinger, das von Atemphysiotherapeutinnen sowie intensivmedizinischen PflegerInnen unterstützt wird: „Unser Aufgabenschwerpunkt liegt, entsprechend der internationalen Definitionen, in der maschinellen Beatmung ohne Tubus, der sogenannten Nichtinvasiven Beatmung (NIV), die wir mit Hilfe einer Atemmaske durchführen.

Hauptsächlich werden in der RCU Patienten beatmet, deren Atempumpe versagt – also all jenen notwendigen Strukturen wie Muskeln, Knochen, Nerven und Gelenke, die für die Lungenbelüftung notwendig sind. Bisher haben wir mit dieser Methode weit über 500 Patienten behandelt.“

OA Dr. Sebastian Zillinger: „Die NIV wird auch bei Patienten angewendet, wo der Gasaustausch über die Lungenbläschen nicht oder nur mehr unvollständig funktioniert. Also wenn das vom Körper produzierte Kohlendioxid nicht mehr vollständig ausgeatmet werden kann und der Patient Gefahr läuft an einer Kohlendioxidvergiftung zu sterben. Auch die Atemarbeit wird bei der NIV zur Entlastung der Atemmuskulatur maschinell übernommen, um die Arbeitslast des Herzens zu reduzieren und Schädigungen am Herzen zu vermeiden. Durch die NIV können außerdem Intubationen, also das Einbringen eines Kunststoffschlauches durch die Luftröhre, vermieden werden. Hierbei kommt es häufiger zu Verletzungen und Infektionen.

Maschinelle Beatmung ohne Tubus

Außerdem müssen die Patienten in einen Tief- oder Dämmerschlaf versetzt werden. Die Erfahrung hat gezeigt, dass Patienten durch eine nichtinvasive, maschinelle Beatmung ohne Tubus deutlich bessere Überlebenschancen haben.

Auch das Entwöhnen vom Beatmungsgerät gehört zum Aufgabenbereich dieser Spezialeinheit, genauso wie die Einleitung einer sogenannten Heim-NIV, bei der die Patienten Langzeit-Nichtinvasivbeatmung in den eigenen vier Wänden.

Einen interessanten Einblick gibt auch das folgende YOUTUBE-Video.

 

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