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Ordensklinikum Linz

Prim. Rainer Schöfl: "Scharfes Essen schützt vor Magengeschwüren"

Ein bisschen Chili am Steak, etwas Würze in der Sauce: Beim Grillen darf es für manche gerne etwas schärfer sein. Prim. Univ. Prof. Dr. Rainer Schöfl erklärt, warum Chili zum Grillgenuss sogar gesund sein kann.  

 „Chili erhöht die Widerstandsfähigkeit der Schleimhäute und schützt somit Magen und Zwölffingerdarm vor Geschwüren“, erklärt Prim. Univ. Prof. Dr. Rainer Schöfl, Leiter der Gastroenterologie im Ordensklinikum Linz Barmherzige Schwestern. Verantwortlich für die Wirkung von Chili ist der Stoff Capsaicin, welcher die Aktivität bestimmter Verdauungsenzyme erhöht und so zur Entstehung einer Schutzschicht auf der Magenschleimhaut führt.

Chili hemmt Entzündungen

Wissenschaftler untersuchen und belegen seit den 1980 Jahren bis heute die Wirkung von Capsaicin. Eine Studie wies beispielsweise nach, dass Mäuse, die scharfes Essen bekamen, deutlich weniger oft an Magengeschwüren leiden. Grund dafür ist, dass sich das für die Schärfe verantwortliche Capsaicin an Rezeptoren im Magen-Darm-Trakt bindet. Das regt die Produktion von Anandamid an. Anandamid ist ein Stoff, der das Immunsystem beruhigt und dadurch Entzündungen hemmt. Und dieser Effekt erstreckt sich auf den ganzen oberen Magen-Darm-Trakt. 

Die Dosis macht’s

Scharfes Essen kann auch vorbeugend wirken: Durch seine antibakterielle Wirkung bekämpft es Durchfallkrankheiten. Darum sind vor allem Länder, in denen das Klima die Verbreitung von Krankheitserregern begünstigt, bekannt für scharfes Essen.

Profitieren können von der gesunden Wirkung von Chili allerdings nur jene, die dieses auch vertragen, so Prim. Rainer Schöfl. „Auch bei bestimmten Erkrankungen des Magen-Darm-Traktes ist von scharfen Essen abzuraten, wie etwa bei Darmentzündungen oder Hämorriden.“

Schoefl
Prim. Rainer Schöfl ist Leiter der Gastroenterologie am Ordensklinikum Linz Barmherzige Schwestern.