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Ordensklinikum Linz

Pflegen heisst Mensch sein!

Anlässlich des anstehenden Wechsels in der Pflegedirektion wurden Elisabeth Märzinger, MScN und Regina Kickingereder für unsere Mitarbeiterzeitung "Miteinander" interviewt.


Mitte des Jahres geht Pflegedirektorin Regina Kickingereder in Pension. Vom Berufsstart 1979 als junge Krankenschwester bis zum Karriereende im Management hat sie die Pflege bei den Elisabethinen fast vier Jahrzehnte ununterbrochen erlebt und geprägt. Ihr folgt Elisabeth Märzinger, MScN. Zehn Jahre später eingestiegen, 15 Jahre Führungsknowhow  in der der operativen Intensivstation und als stellvertretende Pflegedirektorin bei den Barmherzigen Schwestern. Nur ein „halber“ Generationswechsel, aber das Jobprofil der Pflege ist im steten Umbruch. „Die Halbwertszeit erlernten Wissens sinkt rapide, die Vielfalt wächst. Umso wichtiger ist der Ankerpunkt Mensch“, sind sich die beiden im Übergabeinterview einig.
 

Miteinander: Frau Kickingereder, was werden Sie an Ihrem ersten Ruhestandstag machen?

Kickingereder (lacht):  Nicht um 4.30 Uhr aufstehen!

Märzinger (amüsiert): Ich bin oft selbst bald dran, aber Reginas in aller Herrgottsfrüh stets erleuchtetes Fenster beim Vorbeiradeln wird mir fehlen. Künftig werde ich dort Licht machen. Vielleicht aber ein paar Minuten später…
 

Miteinander: Was war der Reiz, sich im „anderen Haus“ als Pflegedirektorin zu bewerben, obwohl diese 2019 auch bei den Barmherzigen Schwestern neu besetzt wird?

Märzinger: Ich habe mir diesen Schritt gründlich überlegt. Ausschlaggebend war, dass „Lisln“ nach dem Zusammengehen im Ordensklinikum nicht mehr automatisch „anderes Haus“ bedeutet. Mit Wertekultur und Philosophie der Mitarbeiterführung kann ich mich bestens identifizieren. Ich sehe es als spezielle Chance, mit einem neuen Team in diese Aufgabe zu  starten.

 

Miteinander: Weg vom direkten Patientenkontakt, hin in eine stark administrative Position im Pflegemanagement: Spontane Entscheidung oder angestrebte Entwicklung?

Kickingereder: Der Kontakt mit Menschen, egal ob mit unseren Patienten oder mit meinen Kolleginnen und Kollegen, ist für mich der bestimmende Faktor. Der Reiz in der Führung liegt darin, aktiv etwas zu bewegen, verändern zu können – durch Arbeit für und mit Menschen, die ich schätze und unterstützen möchte.

Märzinger: Der Intensivbereich, welcher mich geprägt hat, erfordert schnelle, sichere und überlegte Entscheidungen. Auch eine Pflegedirektorin muss oft rasch und proaktiv reagieren. 23 Jahre Intensivstation und parallel sieben Jahre stellvertretende Pflegedirektion sind stabile Stufen für diese neue Aufgabe.

 

Miteinander: Pflege gilt als zentrale Herausforderung unserer Zeit.  Wo liegen die aktuellen To Do´s?

Kickingereder: Es ist unverzichtbar, Notwendigkeit und Know-how dieser Berufsgruppe besser sichtbar machen und die Pflege als wichtige, konstruktive Kraft  in Entscheidungsgremien verankern.  „Wähle einen interessanten, zukunftsorientierten und sicheren Beruf mit einer hochwertigen Ausbildung und vielen Möglichkeiten zur Weiterentwicklung!“ Diese Botschaft muss permanent und überzeugend rüberkommen, wollen wir künftig qualifiziertes Personal finden und auch halten.

Märzinger: Ich sehe es als eine meiner wichtigsten strategischen Aufgaben, die Rahmenbedingungen für die Pflegemitarbeiter so mitzugestalten, dass diese auch gute Arbeit leisten können. Ebenso die  Intensivierung und Optimierung berufsgruppenübergreifender und interdisziplinärer Zusammenarbeit. Als Spital und Gesellschaft müssen wir uns, geschuldet der demografischen Entwicklung, auch ethische Fragen stellen und die Pflegefinanzierung sichern.

Regina Kickingereder und Elisabeth Märzinger, MScN

 

Miteinander: Bei den BHS sind Sie „Urgestein“, bei den „Lisln“ noch eher  unbekannt – wie gehen Sie die Kommunikation mit ihrem neuen Team an?

Märzinger: Danke für das Kompliment „Urgestein“! Ich bezieh´ das jetzt nicht auf mein Alter, aber es stimmt schon. Als dieses Urgestein arbeite ich schon länger in häuserübergreifenden Projekten, sodass ich auch für etliche bei den „Lisln“ keine Unbekannte mehr bin. Wertvolle Starthilfe sind die sechs gemeinsamen Arbeitswochen mit Regina - eine gute Gelegenheit zum Kennenlernen vieler Teammitglieder. Auch beim letzten Bereichsleiterworkshop war ich einen für mich sehr wertvollen Tag dabei, ideal zum Knüpfen guter Kontakte zum gesamten Führungsteam.

 

Miteinander: Wie würden Sie sich in einem Satz selbst beschreiben?

Märzinger: Ich sehe mich als empathischen, offenen und ehrlichen Menschen, der die Entscheidung in der Krankenpflege zu arbeiten, heute genauso wieder treffen würde.

 

Miteinander: Was wünscht die Vorgängerin der Nachfolgerin und was wünscht diese sich für die Zukunft?

Kickingereder: Ich wünsche Elisabeth große Freude mit ihrer neuen Aufgabe. Ein Umfeld, in dem sie ihre Fähigkeiten und Fertigkeiten einsetzen kann und Menschen, die sie dabei unterstützen und stärken.

Märzinger: Ja, da habe ich schon einen Wunsch für mich: Ich ersuche euch alle um gemeinsame und vorbehaltlose Zusammenarbeit. Und um die Zeit für mich, die es braucht um „anzukommen“!

 

Miteinander: Ein Gedanke für alle zum Abschied?

Kickingereder: Möge das  Ordensklinikum jene Werte, die dieses gemeinsame Haus ausmachen, für die Menschen bewahren. Alles Gute für euch!
 

Das Interview führte Eckhart Herbe, Servicebereich Kommunikation

>>>zum Beitrag in den OÖN von Barbara Rohrhofer<<<