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Ordensklinikum Linz

OP-Instrumentare & Co: Unverzichtbare Unbekannte im OP

Rund 22.000 Operationen werden jährlich im Ordensklinikum Linz durchgeführt. 22 Operationssäle – 16 bei den Barmherzigen Schwestern, sechs (acht ab 2019) bei den Elisabethinen laufen dafür im Hochbetrieb. Vom einfachen tagesklinischen Eingriff über Da Vinci-Robotereinsätze bis zu hochkomplexen medizinischen Herausforderungen, wo interdisziplinäre Teams parallel über viele Stunden arbeiten: Effiziente Kooperation ist unverzichtbar. Wir stellen die einzelnen Berufsgruppen und deren Tätigkeiten im OP vor: Welche Aufgaben haben Instrumentare, welche die OP-Assistenten, was macht die Leitstelle, was heißt AEMP und womit beschäftigt sich eine Versorgungsassistentin? Für alle dieser nichtärztlichen Berufe im und um den Operationssaal gilt, dass sie interessante Aufgaben bieten und ohne sie der Betrieb zum Stillstand kommt.

Diplomierter OP-Pflegedienst

Die Tätigkeit einer diplomierten OP Pflegekraft ist spannend und vielseitig. Sie ist für das Aufrüsten des Operationssaales, der Instrumente, Geräte und Materialien für den jeweiligen Eingriff verantwortlich. Hauptaufgabe ist das Instrumentieren, also das Anreichen der sterilen Instrumente und Geräte an die Operateure bei unterschiedlichsten Eingriffen. Fundiertes fachliches Know-how über die einzelnen Operationsschritte, hohes technisches Verständnis für die eingesetzten medizinischen Geräte und außerordentliches persönliches Engagement sind dabei unumgänglich. Bei ausgewählten operativen Eingriffen übernehmen die OP Pflegemitarbeiter auch die medizinische Assistenz. 69 diplomierte Schwestern und Pfleger sind aktuell bei den Barmherzigen Schwestern, 19 bei den Elisabethinen im OP tätig. Der Frauenanteil ist traditionell in diesem Berufsfeld sehr hoch.

 

OP-Assistenz

OP Assistenten sind ebenfalls Teil des interdisziplinären Teams im OP. Sie bereiten den OP Saal vor und stellen die benötigten medizinischen Geräte bereit. Die fachlich versierte Prüfung auf Funktionstüchtigkeit trägt für einen reibungslosen Ablauf eines Eingriffs bei. Sie identifizieren, betreuen und lagern die Patienten vor, während und nach der Operation. Die Patientenlagerung im Ordensklinikum erfolgt nach kinästhetischen Richtlinien. Der sachgemäße Umgang mit Untersuchungsmaterial und Präparaten stellt eine große Verantwortung dar. Die OP Assistenten arbeiten sehr eng mit den diplomierten OP Pflegemitarbeitern zusammen. 23 OP-Assistentinnen und Assistenten sind aktuell bei den Barmherzigen Schwestern, 15 bei den Elisabethinen im Einsatz. In diesem Berufsfeld liegt allgemein der Männeranteil höher. 

 

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OP-Leitstelle

Die OP-Leitstelle ist der Dreh- und Angelpunkt am Weg in und aus dem OP. Patientenlogistik, Transport von Präparaten, Telefonknoten zwischen „drinnen und draußen“ zählen zu den Hauptaufgaben der Leitstellenmitarbeiter. Die von eigenen Transportmitarbeitern in ihren Betten von den Stationen abgeholten Patienten werden eingeschleust und auf den OP-Tisch umgebettet, der später im Operationssaal auf eine höhenverstellbare und schwenkbare Säule gesetzt wird. Aber auch für den zeitdringlichen Transport, beispielsweise von Gewebeproben, die für Schnellschnitte noch während des Eingriffs in die Pathologie gelangen müssen, ist die OP Leitstelle zuständig. Insgesamt 16 Team-Mitglieder sind ihr bei den Barmherzigen Schwestern zugeteilt, bei den Elisabethinen ist sie stets mit mindestens vier besetzt.

OP-Instrumentare

AEMP

Unverzichtbar für einen effizienten und vor allem sterilen OPBetrieb ist ein korrekter Medizinproduktekreislauf. In diesem gelangen alle notwendigen Instrumente vereinfacht gesagt über mehrere Stationen „aus dem OP – in den OP“. Benützte Medizinprodukte werden nach Eintreffen in der AEMP (Aufbereitungseinheit für Medizinprodukte) von deren Mitarbeitern für die Reinigung und Desinfektion in speziellen Instrumentenwaschmaschinen vorbereitet. Manche Instrumente müssen bauartbedingt manuell vorgereinigt bzw. zerlegt werden, bevor sie auf speziellen Beladeträgern in die Waschmaschinen eingebracht werden können. Nach Überprüfung des korrekten Waschvorgangs werden die Instrumente auf Funktion geprüft, gepflegt und mittels spezieller Packlisten wieder verpackt. Mit Dampfsterilisation, nochmaliger Kontrolle und Freigabe, dem Transport und der Bereitstellung der Sterilgüter in den einzelnen OP-Bereichen schließt sich der Kreislauf.

 

Versorgungsassistenz

Die Versorgungsassistentin ist für das Bestellwesen und die zugehörige Logistik von OP-Leihinstrumenten zuständig. Sie arbeitet dabei eng mit der diplomierten OP-Pflege, Materialwirtschaft, Apotheke und der AEMP (in Zusammenhang mit den Leihinstrumenten) zusammen. Die bestellten Artikel werden nach erfolgter Anlieferung in definierten Kästen für die OP-Pflege bereitgestellt. Diesen ausschließlich weiblich dominierten Beruf gibt es nur bei den Barmherzigen Schwestern, sechs Kolleginnen sind in diesem Bereich tätig. Bei den Elisabethinen ist die Funktion der Versorgungsassistenz nicht definiert, die damit verbundenen Aufgaben werden innerhalb des OP-Teams organisiert. 

 

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Ausgezeichnetes medizinisches Fachwissen, hohes technisches Können, Konzentration und Ruhe sowie die Fähigkeit, mit plötzlichen Problem situationen fertig zu werden, sind Anforderungen in der heutigen Chirurgie. Alle diese Eigenschaften kommen aber nur zur Wirkung, wenn im OP zu allererst Teamwork gelebt wird. Die Zusammenarbeit von Chirurginnen und Chirurgen mit der Anästhesie, der OP-Pflege und dem gesamten OP-Personal ist die Grundvoraussetzung für eine erfolgreiche Patientenbehandlung. Gerade der OP-Pflege, die durch das Instrumentieren unmittelbar am OP-Geschehen beteiligt ist, kommt hier eine Schlüsselrolle zu. Der Erfolg der Chirurgie am Ordensklinikum Linz ist zu allererst durch das Teamwork im OP bedingt.
Prim. Univ.-Prof. Dr. Reinhold Függer, Chirurgie