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Ordensklinikum Linz

Neue Nase aus Rippenknorpel auf Stirn geformt

Ein österreichweit besonders spektakulärer Eingriff schenkte dem 57-jährigen Josef Rammer sein Gesicht zurück. Bei ihm wurde ein Plattenepithelkarzinom, ein sehr aggressiver  Tumor im Inneren der Nase diagnostiziert, der letztendlich durch sein rasantes Wachstum eine voll-ständige Amputation der Nase erforderte.  Bereits vor diesem radikalen Schritt stimmten OA Dr. Andreas Strobl, der als HNO Spezialist die Krebstherapie durchführte, und die Plastische Chirurgin OÄ Dr.in Andrea Oßberger die Rekonstruktion der Nase ab.

Chirurgin Dr. Andrea Oßberger mit Patient Josef Rammer
Chirurgin Dr. Andrea Oßberger hat Patient Josef Rammer nach einer Krebserkrankung die Nase wiederhergestellt. Foto: www.fotokerschi.at


Ausgangsidee war eine Technik, die vor fast 2.500 Jahren in primitiver Form bereits in Indien als Nasenersatz beschrieben wird. Dabei wurde aus einem gedrehten und nach unten geklappten Stirnlappen eine neue Nase gebildet. Mangels Tragegerüst dürfte diese Rekonstruktion damals aber eher einem Rüssel geähnelt haben und kaum ästhetische Kriterien erfüllt haben. In moderner Form funktioniert diese Technik der Nasenplastik wie folgt:
„Wir haben aus einem entnommenen Rippenknorpel auf der Stirn ein Gerüst für die künftige Nase geformt. Diese Tragestruktur wurde dann unter die Stirnhaut und das darunter liegende Gewebe, den sogenannten Stirnlappen, eingebracht, wo sie im Laufe von 6 Wochen anwuchs. Als nächster Schritt wurde dieser Aufbau vom umgebenden Haut- und Gewebematerial auf der Stirn getrennt, nach unten geschwenkt und auf die verbliebenen Fragmente der amputierten Nase gesetzt. Nach weiteren 6 Wochen war die neue Nase dann angewachsen und konnte schrittweise optisch verbessert werden. Auf die Stirn wurde Haut vom Oberschenkel transplantiert.  Die Narben werden mittels Laser nachbehandelt und verblassen immer mehr“, erklärt OÄ Dr.in Andrea Oßberger. Insgesamt waren 10 Eingriffe nötig. Patient Josef Rammer ist mit dem Ergebnis sehr zufrieden und kann wieder seinen gesamten Berufs- und Freizeitaktivitäten nachgehen.
 

 

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