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Ordensklinikum Linz

Mehr Diagnosesicherheit dank modernster Ultraschalltechnologie - AM PULS Ausgabe 04

Ein Hochfrequenz-Ultraschallgerät sorgt am Ordensklinikum Linz Elisabethinen für mehr Diagnosesicherheit im Rahmen von Prostatabiopsien bei Verdacht auf Krebs. Es ist das einzige Gerät dieser Art, das in Österreich im Einsatz ist und mit über 400 Biopsien das derzeit weltweit meistgenutzte. Im Mai wurden beim Kongress der American Urological Association in Chicago die Erfahrungswerte vorgestellt.

Wir wollen den Patienten eine möglichst hohe Diagnosesicherheit bieten“, sagt FA Dr. Ferdinand Luger von der urologischen Abteilung am Ordensklinikum Linz. Um dieses Ziel zu erreichen, arbeiten er und zwei seiner Kollegen seit dem Frühjahr 2018 mit dem Hochfrequenz-Ultraschallgerät EXACT und teilen die Prostata nach dem PRI-MUS Score ein. („Prostate Risk Identification Using Micro-UltraSound“, siehe Infobox unten). Dieses arbeitet mit einer Frequenz von 29 Mhz und liefert dadurch hochauflösende und detailgetreue Bilder der Prostata, die mit den regulären Ultraschallgeräten und ihrem Frequenzumfang von 5–7 Mhz nicht zu erreichen wären. 250.000 Euro wurden in diese Neuanschaffung investiert, ebenso wurden die Ärzte vor Ort eingeschult und mussten ein striktes Qualitätsprogramm durchlaufen.

Dynamisch statt statisch

Im Gegensatz zum bisherigen System der Blindbiopsie, bei der statische MR-Bilder mit dem Ultraschallbild abgeglichen wurden, ermögliche das EXACT eine dynamische Darstellung in Echtzeit, so Luger. „Ich sehe dadurch genau, wohin sich die Läsion bewegt, wenn ich punktiere.“ Rund 400 Patienten wurden am Ordensklinikum Linz Elisabethinen der neuartigen und schmerzfreien Biopsie unterzogen – mehr als in keiner
anderen Einrichtung weltweit. Dementsprechend hoch war das Interesse, als Luger im Mai die Ergebnisse beim Kongress der American Urological Association in Chicago vorstellen konnte. „Die Daten wurden extrem wohlwollend aufgenommen“, berichtet Luger. Inzwischen ist die Entwicklung sogar noch einen Schritt weiter: Seit wenigen Monaten können die Aufnahmen des Hochfrequenz-Ultraschalls mit jenen aus dem MR vereint werden. Die Kombination von zwei der modernsten Technologien maximiert abermals die Diagnosesicherheit.

Infobox

Veränderungen der Prostata werden laut dem „PRI-MUS Protokoll“ in fünf Kategorien unterteilt:

  • PRI-MUS 1 & 2 sind harmlos,
  • PRI-MUS 3 ist unsicher und
  • PRI-MUS 4 & 5 sind hingegen hochverdächtig und lassen auf ein Prostatakarzinom schließen.
     

Zuweisermagazin AM PULS - Ausgabe 04 - Jg. 2019

FA Dr. Ferdinand Luger

FA Dr. Ferdinand Luger
Abteilung für Urologie und Andrologie,
Ordensklinikum Linz Elisabethinen

MEHR ZUM THEMA
 

Kongress

Fortbildungstagung der österreichischen Gesellschaft für Urologie und Andrologie am 8. und 9. November 2019 in der voestalpine Stahlwelt Linz. FA Dr. Luger wird dort das PRI-MUS-System näher vorstellen.
 

Studie AUA Journals

A Prospective Validation of the Diagnostic Accuracy of PRI-MUS for Prostate Cancer Risk Identification
 

EXACTimaging

Der Erzeuger des Hochfrequenz-Ultraschallsystems EXACTimaging.