Aktuelles

Ordensklinikum Linz

Medizinphysikerin Tanja kämpft mit Elektronen gegen den Krebs

Oft von den Patienten unbemerkt, sind Medizinphysiker maßgeblich an der Krebsbehandlung beteiligt. Eine davon ist Tanja, welche in der radioonkologischen Abteilung im Ordensklinikum Linz arbeitet.

Seit drei Jahren arbeitet die 31-Jährige in der Strahlentherapie als Medizinphysikerin, wo sie und ihre acht Physiker-Kollegen unter anderem die komplexe Bestrahlung von Krebspatienten planen. Die dabei berechneten Bestrahlungspläne sind die Grundlage für die Behandlung, welche Krebszellen an der Zellteilung und somit an der Vermehrung hindert. „Kein Tumor gleicht von Lage und Ausdehnung her dem anderen, jeder Tumor braucht eine andere Dosis von Strahlen. Darum berechnen wir für jeden Patienten einen individuellen Bestrahlungsplan aufgrund der Vorgaben des Arztes“, erklärt die gebürtige Mühlviertlerin. 

Photonenstrahlung und Linearbeschleuniger

Bestrahlt wird mit einem sogenannten Linearbeschleuniger, welcher Elektronen in einem Hochvakuum-Rohr nahezu auf Lichtgeschwindigkeit beschleunigt und danach auf ein Metall aufprallen lässt. So entsteht hochenergetische Photonenstrahlung (=ultraharte Röntgenstrahlung), die am häufigsten in der Strahlentherapie eingesetzte Strahlung. Photonen können aufgrund ihrer physikalischen Eigenschaften tief in den Körper eindringen, und kommen deshalb bei verschiedensten Krebsarten zum Einsatz. „Genauigkeit ist bei dieser Arbeit essentiell, damit die Strahlung so viele Krebszellen wie möglich zerstört und das umliegende gesunde Gewebe geschont wird“, so Tanja.  

Als Physikerin den Menschen helfen

Als Physikerin hätte Tanja eine Vielzahl von Berufen wählen können, doch sie entschied sich für einen Job im Krankenhaus. „Ich wollte den direkten Nutzen meiner Arbeit sehen. Und das tue ich hier, weil ich den Patienten helfen kann“, ist die Physikerin überzeugt. Für diesen Beruf hat Tanja nach ihrer Promotion im Studium der Technischen Physik an der JKU die Zusatzausbildung zur Medizinischen Physikerin absolviert. Mit ihrer Arbeit hilft sie hunderten Patienten, auch wenn diese die nette Physikerin oft gar nicht kennenlernen.