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Ordensklinikum Linz

Lebensqualität wiederherstellen, Funktion erhalten: die plastischrekonstruktive Tumorchirurgie

Datum: 18.10.2021

An der Abteilung für Plastische Chirurgie werden pro Jahr rund 3.000 Operationen und stationäre Behandlungen durchgeführt – Tendenz steigend. Etwa 70 % der Patienten sind Krebspatienten. Die plastisch-rekonstruktive Tumorchirurgie ist deshalb einer der wichtigsten Schwerpunkte der Plastischen Chirurgie am Ordensklinikum Linz Barmherzige Schwestern.

 

Liegt bei einem Patienten eine onkologische Erkrankung vor, sind die prioritären Ziele einer kurativen Therapie, das Überleben zu sichern sowie Lokalrezidive und Fernmetastasen zu verhindern. Doch darüber hinaus werden heutzutage weitere anspruchsvolle Ziele angestrebt. So soll eine rasche Rehabilitation möglich sein, um die adjuvante Therapie zügig durchführen zu können und damit die größtmögliche onkologische Sicherheit anzustreben. Dies setzt auch bei komplexen rekonstruktiven Eingriffen eine geringe Komplikationsrate voraus. Ein maximaler Funktionserhalt oder die Wiederherstellung der Funktion und ein ästhetisch befriedigendes Ergebnis sind Voraussetzungen für eine rasche soziale und berufliche Wiedereingliederung. Diese Ziele können nur im Rahmen eines multimodalen und interdisziplinären Behandlungsansatzes erreicht werden – und gerade in diesem nimmt die Plastische Chirurgie eine zentrale Rolle ein.

 

Mit dem Brustkrebs „abschließen“

Ein Drittel aller Patienten in der Plastischen Chirurgie am Ordensklinikum Linz Barmherzige Schwestern sind Brustpatientinnen. Ein Großteil davon leidet an einer onkologischen Erkrankung. Nach der Tumorentfernung durch die Chirurgen des Brustgesundheitszentrums ist es die Aufgabe der Plastischen Chirurgie, die Brust wiederherzustellen. „Brustkrebspatientinnen sind zunehmend jüngere Frauen, für die die Brust ein ganz zentrales Element ihres Körperbildes ist“, erklärt Prim. Priv.-Doz. Dr. Georgios Koulaxouzidis, Vorstand der Abteilung Plastische Chirurgie am Ordensklinikum Linz Barmherzige Schwestern. „Man kann eine onkologische Behandlung noch so gut machen – wenn die Patientin am Ende der Behandlung verstümmelt ist, dann ist das ein Makel. Dieser führt dazu, dass sie das Gefühl hat, die Tumorbehandlung sei nie richtig zu Ende.“ Umso bemerkenswerter seien die Reaktionen nach einer erfolgten Rekonstruktion, so Prim. Koulaxouzidis. Diese komme zwar der natürlichen Brust nur nahe, ist aber für viele Patientinnen der definitive Abschluss einer langen Odyssee. Sie können dann meist unbeschwerter die teils langwierige Nachsorge absolvieren.

 

Großflächiger Hautkrebs

Etwa ein Fünftel der Patienten sind von Tumoren der Haut betroffen – vom Melanom bis zum Sarkom. Kleinflächiger Hautkrebs, etwa ein Plattenepithelkarzinom, wird primär von den Kollegen der Dermatologie und der Dermatochirurgie am Ordensklinikum Linz Elisabethinen behandelt. Hier wird eine enge Abstimmung im Rahmen des Hauttumorboards gelebt. „Wir kommen ins Spiel, wenn die Tumore sehr groß sind und eine Wunde entsteht, die nicht direkt verschlossen werden kann. Oder wenn diese nachbehandelt werden muss – etwa mit einer Strahlentherapie – und eine stabile Wundheilung erforderlich ist, damit keine Komplikationen auftreten“, erklärt Prim. Koulaxouzidis. In diesem Fall transplantiert die Plastische Chirurgie Gewebe aus anderen Körperregionen. Und zwar so, dass dort, wo es entnommen wird, kein Problem entsteht und die Wundheilung in überschaubarer Zeit sicher und stabil möglich ist. Ungefähr 70 dieser Gewebetransplantationen werden pro Jahr an der Abteilung durchgeführt.

 

Interdisziplinäre Tumorbehandlungen

Ein weiteres Arbeitsfeld sind interdisziplinäre Tumorbehandlungen, die ein Drittel der Patienten benötigen. Exemplarisch dafür ist die Therapie des Rachen- oder Kehlkopfkarzinoms oder eines Rektumkarzinoms. Dafür arbeitet die Plastische Chirurgie eng mit den Kollegen der HNO-Abteilung und des Kopf-Hals-Tumorzentrums sowie auch den Allgemeinchirurgen zusammen.

Prim. Priv.-Doz. Dr. Georgios Koulaxouzidis, Vorstand der Abteilung Plastische Chirurgie am Ordensklinikum Linz Barmherzige Schwestern

Prim. Priv.-Doz. Dr. Georgios Koulaxouzidis, Vorstand der Abteilung Plastische Chirurgie am Ordensklinikum Linz Barmherzige Schwestern

 

Die Plastische Chirurgie tritt in den Dialog

Einerseits Vollversorger, andererseits Spezialist: Die Abteilung für Plastische Chirurgie am Ordensklinikum Linz Barmherzige Schwestern vollführt tagtäglich diesen Spagat – und sucht nun den Dialog mit Partnern im Krankenhaus und außerhalb des Krankenhauses.

 

„Aufgrund ihrer Größe und ihrer Rolle in der Region ist die Abteilung verpflichtet, das gesamte Spektrum der Plastischen Chirurgie anzubieten“, erklärt Prim. Priv.-Doz. Dr. Georgios Koulaxouzidis, Abteilungsvorstand der Plastischen Chirurgie am Ordensklinikum Linz Barmherzige Schwestern. Gleichzeitig ist das Ordensklinikum Linz das Onkologische Leitspital in Oberösterreich. Dementsprechend wichtig ist die rekonstruktive Chirurgie

 

Kooperation nach innen und außen

„Die Abteilung möchte sich nach innen als kompetenter Kooperationspartner für die anderen Abteilungen positionieren“, erklärt Prim. Koulaxouzidis. Dank der Leistungen der Plastischen Chirurgie ist es bspw. möglich, Wunden ohne große Komplikationen zu verschließen. Für die Chirurgen heißt dies wiederum, dass sie bei der Tumorbehandlung radikaler vorgehen können. „Wir ermöglichen also den Partnern im Haus, ihr eigenes Spektrum zu erweitern, indem wir sie mit unseren Fähigkeiten unterstützen“, schildert der plastische Chirurg.

Nach außen soll die Plastische Chirurgie in ihrer Rolle als „Komplikationsmanager“ von anderen chirurgischen Instanzen wahrgenommen werden – und das trägerübergreifend. „Ich sehe die Abteilung als einen serviceorientierten, zuverlässigen und leistungsfähigen Partner für sämtliche Häuser in Oberösterreich und ich suche explizit den Dialog mit diesen“, betont Prim. Koulaxouzidis. Dieser Dialog schließt den niedergelassenen Bereich mit ein. Aus diesem Grund sollen in den nächsten Jahren unter anderem Informationstage stattfinden, um stärker in den Austausch zu kommen. Auch digitale Angebote sind geplant und bieten Chancen, Zusammenarbeit neu zu definieren. Die Zukunft liegt laut Prim. Koulaxouzidis sowohl in horizontalen Netzwerken, also zwischen den Krankenhäusern, als auch in vertikalen Netzwerken mit dem niedergelassenen Bereich und der Rehabilitation. Im Gesundheitspark Ordensklinikum Linz sieht er einen ersten Schritt in diese Richtung mit viel Ausbaupotenzial.

 

Rückmeldungen erwünscht

„Ich würde mich sehr freuen, sowohl aus dem niedergelassenen als auch aus dem Krankenhausbereich Rückmeldungen zu erhalten“, betont Prim. Koulaxouzidis. „Was wird benötigt? Welche Ansprüche werden gestellt? Das ist für uns sehr wichtig.“

 

Die fachlichen Schwerpunkte der Abteilung

Onkologie: Vom Mammakarzinom über Kopf-Hals-Tumoren bis zu gastrointestinalen Tumoren; die Plastische Chirurgie leitet auch das Sarkomboard am Zentrum für Tumorerkrankungen
Orthopädie und Traumatologie umfasst die interdisziplinäre Behandlung von Implantatinfekten, offenen Frakturen oder vaskulär kompromittierten Extremitäten.
Lymphchirurgie ist derzeit im Aufbau befindlich.
Interdisziplinäre Felder wie etwa Fehlbildungen (Kinder- und Jugendchirurgie).
Vaskuläre Fehlbildungen und Laserzentrum – ein Alleinstellungsmerkmal der Abteilung.
Ästhetische Chirurgie, eingebettet in einem klinischen Umfeld.
Die chronische Wunde und das Druckgeschwür, eine zunehmende
Hausforderung einer alternden Gesellschaft.

 

 

Kontakt:

Abteilung für Plastische, Ästhetische und Rekonstruktive Chirurgie
Ordensklinikum Linz Barmherzige Schwestern
www.ordensklinikum.at/plastische-chirurgie